Kampf gegen Leerstand  Hobbyisten ziehen in ehemaligen Emder Drogeriemarkt

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 30.11.2022 10:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In diesem leer stehenden Laden an der Neutorstraße in Emden zieht der Adventsmarkt ein. Foto: Päschel/Archiv
In diesem leer stehenden Laden an der Neutorstraße in Emden zieht der Adventsmarkt ein. Foto: Päschel/Archiv
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In einem leer stehenden Laden in Emden gibt es am Sonnabend erstmals einen Adventsmarkt. Auch eine Ausstellung mit neuen Ideen für die Innenstadt ist zu sehen.

Emden - Das Emder Stadtmarketing geht neue Wege. Es nutzt ein großes und seit längerem leerstehendes Ladengeschäft in der Innenstadt für einen Adventsmarkt. Premiere hat dieses weihnachtliche Angebot an diesem Sonnabend. Weitere Ausgaben soll es noch an den folgenden Sonnabenden im Advent geben, teilt die städtische Tochtergesellschaft Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing mit. Sie will damit auch ein Beispiel für die vorübergehende Nutzung leer stehender Läden im Zentrum geben.

Für den Adventsmarkt nutzen die Veranstalter die ehemaligen Filiale des Drogeriemarktes dm in der Neutorstraße 10 bis 12, die nur einen Steinwurf vom „Engelke-Markt“ im Stadtgarten entfernt liegt. Beide Märkte sollen sich nach Angaben von Innenstadt-Koordinatorin Julia Lüder ergänzen und gegenseitig befruchten.

Standort ist die ehemalige dm-Filiale

Die ehemalige dm-Filiale ist mit etwa 700 Quadratmetern eine der größten Ladenflächen im Emder Stadtzentrum. Die Drogeriekette war im August 2020 dort ausgezogen. Seitdem steht das Geschäft leer. Die Eigentümer der Immobilie gaben ihr Okay für die vorübergehende Nutzung, sicherheitstechnisch habe ebenfalls nichts dagegen gesprochen, sagte Lüder im Vorfeld dieser Zeitung.

Auf dem Adventsmarkt werden Kunsthandwerker und Hobbyisten selbst hergestellte Advents- und Weihnachtsdeko aus vielen Materialien anbieten. Die Ausstellerinnen und Aussteller kommen aus der Region. Viele von ihnen waren in der Vergangenheit auch bei der Ostfriesischen Hobby-Börse in der Emder Nordseehalle vertreten.

Studierende zeigen Ideen für die Innenstadt

Weil die größte Veranstaltungshalle Ostfrieslands derzeit als Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine genutzt wird und die Hobby-Börse deshalb ausfiel, sei als Alternative die Idee zu diesem Adventsmarkt entwickelt und umgesetzt worden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung GmbH. Das sei auch „eine Bereicherung zu den bereits bestehenden Weihnachtsangeboten“.

Als Ergänzung zum Adventsmarkt werden in einer Ausstellung der Hochschule Emden/Leer auch Ideen von Studierenden ausgestellt, wie die Emder Innenstadt für junge Leute attraktiver gemacht werden kann. Es sind die Ergebnisse eines Projektes von Professor Thomas Lemke aus dem Bereich Medientechnik. Er lässt seit drei Jahren Studierende in Seminaren Konzepte entwickeln, wie das Stadtzentrum für Studierende, Schüler und andere junge Leute attraktiver gestaltet werden kann.

Konzepte für eine „Bunkerdisco“ und einen „Mond-Markt“

Beispiele sind ein Zusammenschluss von jungen Menschen, die gemeinsam nützliche Selbst-Mach-Kurse und andere „coole Stadtprojekte“ entwickelt oder Konzepte für eine „Bunkerdisco“ oder einen „Mond-Markt“ zu den Abendstunden mit speziellen Angeboten für junge Leute.

Lemke hatte vor Kurzem auf Initiative der SPD-Fraktion im Emder Ratssauschuss für Wirtschaft, Hafen, Tourismus und Digitales dafür geworben, diese Ideen auch öffentlich und möglichst in der Innenstadt zu präsentieren. Dieser Vorstoß fand fruchtbaren Boden. Das Stadtmarketing zeigte große Interesse daran, die „kreativen und tollen Projekte“ zu zeigen. „Der sowieso für den Adventsmarkt angemietete ehemalige dm-Drogeriemarkt bot sich dafür perfekt an“, so Julia Lüder.

Adventsmarkt und Ausstellung an drei Sonnabenden

Der Emder Adventsmarkt und die Ausstellung in der ehemaligen Filiale der Drogeriekette dm in der Neutorstraße 10 bis 12 sind an diesem Sonnabend sowie am 10. und 17. Dezember jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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Emden will sich gegen den zunehmenden Leerstand in der Innenstadt stemmen. Die Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing GmbH kündigte dafür vor etwa zwei Wochen eine neue Kampagne an, um ungenutzte Ladenflächen attraktiv und offensiv zu vermarkten. Unter anderem erstellt die städtische Tochtergesellschaft dafür in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur ein Exposé. Darin soll jedes leer stehende Geschäft unter anderem mit Lage, Größe, Kaltmiete und Fotos steckbriefartig dargestellt werden. Diese Zusammenstellung soll gezielt gestreut werden.