Osnabrück  Ohne Fachkräfte aus dem Ausland geht es nicht

Katharina Ritzer
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Von Katharina Ritzer
| 30.11.2022 14:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Mangel an Fachkräften ist in Deutschland ein großes Problem – hier wird mit einem Schriftzug auf der Tür eines Lkw nach Mitarbeitern gesucht. Foto: Imago Images/onemorepicture
Die Mangel an Fachkräften ist in Deutschland ein großes Problem – hier wird mit einem Schriftzug auf der Tür eines Lkw nach Mitarbeitern gesucht. Foto: Imago Images/onemorepicture
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Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland überhaupt Fachkräfte aus dem Ausland holen soll. Die Frage ist, wie es schneller gehen kann. Gut, dass der Bund nun das Ziel des modernsten Einwanderungsrechts in Europa ausruft.

Wie kann es mit der Einbürgerung von Fachkräften aus dem Ausland schneller gehen? Wie aktiv kann um die Fachkräfte geworben werden? Woher sollen sie überhaupt kommen? Und warum ist das alles nicht schon längst viel besser geregelt? Das sind die drängenden Fragen – höchste Zeit also, dass der Bund sich kümmert.

Für etwas Verwunderung dürfte in nicht wenigen Kommunen allerdings der Hinweis von Arbeitsminister Hubertus Heil sorgen, wonach das Anwerben ausländischer Fachkräfte eine „gesamtstaatliche Anstrengung“ für Bund, Länder und Kommunen sei. Denn es gibt sie ja bereits seit Jahren, die Landkreise und Städte, die in Eigenregie ganz gezielt etwa gut ausgebildete junge Pflegekräfte aus Spanien anwerben. Die Kommunen werden sich freuen, dass hier nun auch die Bundesebene in die Gänge kommt.

Woher sollen die Fachkräfte nun kommen? Innerhalb der EU gibt es zwei Probleme: Wenn erstens das reiche Deutschland aus den ärmeren EU-Ländern die junge Generation abfischt, könnte das dort mit Blick auf den allgemeinen demografischen Wandel für große Probleme sorgen. Und zweitens gibt es eben wegen dieses demografischen Wandels überall in der EU immer weniger junge Fachkräfte, die überhaupt geworben werden könnten. Deshalb wird sich die deutsche Offensive vor allem auf Drittstaaten konzentrieren müssen, um fündig zu werden. Und da kann tatsächlich nur der Bund für Tempo sorgen, etwa mit einer schnelleren Terminvergabe in den Botschaften.

So weit, so gut also, wenn nun die Hürden für ausländische Fachkräfte abgebaut und im Gegenteil aktive Hilfen, leichtere Anerkennung von Abschlüssen und natürlich schnelle Sprachkurse angeboten werden. Allerdings zuckt der Beobachter zusammen, wenn Minister Heil für Fachkräfte ohne Arbeitsvertrag ein „unbürokratisches Punktesystem“ verspricht. Denn die Erfahrung lehrt leider, dass es immer ganz besonders kompliziert und langsam gerät, wenn die Politik ein unbürokratisches Vorgehen verspricht.

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