Flüchtlingsunterkünfte  Bürgermeister wollte keine Flüchtlinge in Norder Sporthallen

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 30.11.2022 16:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Haupthaus des ehemaligen Möbelmarktes Pflüger, in der ehemaligen Möbelausstellung, sollen die Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Rebecca Kresse
Im Haupthaus des ehemaligen Möbelmarktes Pflüger, in der ehemaligen Möbelausstellung, sollen die Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Rebecca Kresse
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Florian Eiben ist zufrieden mit den Flächen, die der Landkreis Aurich für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgewählt hat. Ihm war es wichtig, dass Vereine und Schulen keine Nachteile haben.

Norden - Die Entscheidung vom Landkreis Aurich, ab Februar Flüchtlinge in Norden auf dem Gelände des PSV Norderland in Bargebur und im ehemaligen Möbelhaus Pflüger unterzubringen, hält der Norder Bürgermeister Florian Eiben für eine gute Lösung für die Stadt, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte.

„Für uns ist es die beste Variante, weil wir immer sicherstellen wollten, dass wir keine Turnhallen zur Verfügung stellen müssen, um nicht das tägliche Leben in Norden zu beeinflussen“, sagte Eiben. Die Sportvereine und Schulen hätten erhebliche Nachteile, wenn die Hallen nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Stadt Norden war frühzeitig informiert

Die Stadt Norden sei seit Längerem mit dem Landkreis und der Kreisvolkshochschule im Gespräch gewesen. Wie berichtet, hatte die Norder Verwaltung bereits im Sommer vier potenzielle Standorte für die Flüchtlingsunterbringung an den Kreis gemeldet.

In der vergangenen Woche habe es laut Eiben noch einmal eine abschließende Begehung durch den Landkreis auf dem Grundstück des PSV Norderland in Bargebur gegeben. Was die geplante Unterbringung der Flüchtlinge im ehemaligen Möbelhaus angeht, sei die Stadt Norden über die Pläne des Kreises bereits vor dem Kauf des Geländes und auch vor der Ratsentscheidung informiert gewesen, sagte Eiben.

Flüchtlinge werden auf Fläche der Möbelausstellung untergebracht

Geplant ist laut Eiben, dass die Flüchtlinge im ehemaligen Haupthaus von Möbel Pflüger untergebracht werden – und zwar auf der Fläche der Möbelausstellung im Erdgeschoss. Dort gebe es separate Zugänge, man könne das Gebäude entsprechend unterteilen und habe einen Schutzbereich für die Flüchtlinge mit einer zentralen Einfahrt, sodass man sich nicht die Quere kommt. „Das ist eine Fläche in der Größe von etwa zwei Turnhallen, die wir dem Landkreis dort zur Verfügung stellen können“, sagte Eiben.

Der Landkreis werde die große Fläche entsprechend herrichten, um den Menschen, die dort kurzfristig untergebracht werden müssen, auch eine gewisse Form der Privatsphäre zu ermöglichen. Auch sollen Sanitärcontainer und Küchencontainer vor Ort aufgestellt werden.

Bürgermeister: Stadt Norden hat ihr Soll erfüllt

Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Stadt Norden mit der Flüchtlingsunterkunft in Utlandshörn und den beiden neu zur Verfügung gestellten Unterbringungsmöglichkeiten „ihr Soll“ erfüllt habe, sofern es nicht noch überproportional weitere Zuströme geben werde, so Eiben.

Der Dreh der Ostfriesenkrimis in den Norder Filmstudios im Obergeschoss des ehemaligen Möbelhauses werde durch die Entscheidung des Landkreises nicht beeinträchtigt, sagte Eiben. Auch mit der Schiwago Film GmbH sei im Vorfeld darüber gesprochen worden. Auch die Planungen der Stadt für das Pflüger-Gelände werden laut Eiben durch die Unterbringung der Flüchtlinge nicht behindert. Die Stadt wolle „die linke Seite bespielen“, plane was die Veranstaltungshalle angeht mit dem ehemaligen Kinder- und Möbelsondermarkt. „Die Halle bleibt weiter frei, sodass wir weiter planen können“, sagte Eiben. Die Stadt sei frühzeitig in die Planungen des Kreises eingebunden gewesen, so seien solche Dinge im Vorfeld besprochen worden. Auch der Norder Rat sei informiert gewesen.

Zahl der Flüchtlinge ist noch unklar

Wie viele Flüchtlinge genau der Landkreis bei Pflüger unterbringen will, können zurzeit weder Eiben noch der Landkreis sagen. Eine Anfrage unserer Zeitung ließ der Kreis bisher unbeantwortet. Eiben sagte, er wisse nicht, wie akut der Bedarf überhaupt sei. „Ich vermute, dass das erst mal eine Vorsichtsmaßnahme sein wird, weil man nicht weiß, wie die Zuströme sein werden“, so Eiben.

Auf dem Gelände in Bargebur will der Landkreis, wie berichtet, zunächst 40 Flüchtlinge in Containern unterbringen. Die Fläche hat aber durchaus Potenzial, für noch mehr Container, so Eiben.

Auf dem Gelände des PSV Norderland in Bargebur sollen Container aufgestellt und zunächst 40 Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Rebecca Kresse
Auf dem Gelände des PSV Norderland in Bargebur sollen Container aufgestellt und zunächst 40 Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Rebecca Kresse

Eiben: Leben in der Stadt kann normal weitergehen

Die beiden anderen Flächen, die die Stadt Norden dem Kreis angeboten hatte, waren die ehemalige Grundschule Ekel und eine angedachte Erweiterungsfläche des Friedhofs am Barenbuscher Weg. Die Grundschule habe der Landkreis aber für nicht geeignet gehalten. Auf die Fläche am Barenbuscher Weg hatte die Stadt Norden, anders als zunächst gedacht, keinen Zugriff.

„Ich glaube, dass die ausgewählten Flächen für die Stadt die besten Standorte sind“, sagte Eiben. Zum einen würden sie nicht auffallen und zum anderen seien die Menschen, die dort untergebracht werden, etwas für sich und nicht auf dem Präsentierteller, wie Eiben es nannte. „So kriegen wir es hin, dass unser normales gewohntes Leben in Norden einfach weitergehen kann, weil es zu keinen Beeinträchtigungen kommt“, sagte Florian Eiben.

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