L12 in Wiesmoor  Überraschender Geldsegen hilft Buckelpiste auszubessern

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 05.12.2022 08:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Vom Stadtkern (Bild) bis nach Rammsfehn soll die teils versackte, schlaglöchrige Fahrbahn repariert werden. Foto: Cordsen
Vom Stadtkern (Bild) bis nach Rammsfehn soll die teils versackte, schlaglöchrige Fahrbahn repariert werden. Foto: Cordsen
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Spurrillen, Schlaglöcher, Versackungen: Obwohl das Budget aufgebraucht war, hat die Straßenbaubehörde noch Geld für eine Sanierung der maroden L12 in Wiesmoor bekommen. Wie kommt‘s?

Wiesmoor - Nun also doch: Noch vor Weihnachten sollen die Stoßdämpfer von Autos, die auf der Landesstraße 12 (Oldenburger Straße) von Wiesmoor in Richtung Remels fahren, ein wenig aufatmen können. Seit Jahren holpert der Verkehr auf der Strecke vorwärts. Schon vor mehr als einem Jahr hatte Altbürgermeister Friedrich Völler (SPD) bereits in einem flammenden Appell eine Sanierung der maroden und schlaglöchrigen Verkehrsader voller Spurrillen und Versackungen gefordert und ihr die Verkehrssicherheit abgesprochen. Der neue Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) schloss sich an. „Nicht nur aus Wiesmoorer Sicht ist der Zustand unhaltbar. Schließlich ist die Strecke eine wichtige Verbindung dieser Region zur Autobahn“, betonte er kürzlich. Gegenüber dem niedersächsischen Umwelt- und Bauminister Olaf Lies (SPD) soll Lübbers deutlicher geworden sein, als dieser jüngst der Stadt einen Besuch abgestattet hatte. Die Forderung sei unmissverständlich gewesen: Der Minister solle sich für eine Sanierung der Landesstraße einsetzen. Der Wiesmoorer Ratsherr Diedrich Kleen (Tierschutzpartei) schickte im Sommer zusätzlich selbst einen Appell nach Hannover, doch bitteschön Geld für die dringende Sanierung der Straße locker zu machen.

Was und warum

Darum geht es: Die marode L12 kann in Wiesmoor nun doch zumindest oberflächig saniert werden.

Vor allem interessant für: alle, die aus dem nördlichen Ostfriesland über Wiesmoor in Richtung Remels, zum Bahnhof nach Augustfehn oder zur Autobahn 28 fahren

Deshalb berichten wir: Die Sanierung der kaputten Fahrbahn wird seit Jahren massiv gefordert. Obwohl das Jahresbudget eigentlich schon aufgebraucht war, hat die Auricher Straßenbehörde jetzt überraschend aber doch noch Geld dafür bekommen.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Während der Chef der Auricher Landesstraßenbehörde, Frank Buchholz, noch vor sechs Wochen all denen, die eine Sanierung forderten, wenig Hoffnung auf rasche Besserung machen könnte, haben glückliche Umstände dazu geführt, dass nun doch auf einem Teil der „Buckelpiste“ die Fahrbahn in Schuss gebracht wird. Den entsprechenden Auftrag hat Buchholz‘ Behörde vor einer Woche erteilt.

Projektstau woanders hilft Ostfriesen

Buchholz sagt: „Wir werden in der Tat seit Langem von vielen angesprochen, und es ist klar, dass der Zustand der Fahrbahn auch unseren Ansprüchen nicht genügt. Aber wir können auch nur das Geld ausgeben, das wir zur Verfügung haben, und da waren zuletzt andere Straßen in noch schlechterem Zustand.“ Die Oberfläche eines Teils der buckligen L12 war im Frühjahr auf Leeraner Kreisgebiet rund um Neudorf für etwa 100.000 Euro schon saniert worden.

„Jetzt war es so, dass wir selbst unser Budget für dieses Jahr schon verplant und aufgebraucht hatten. Weil aber andere Geschäftsbereiche nicht wie geplant ihre Projekte umsetzen konnten, konnte Geld für dort vorgesehene Reparaturen zu uns umgeleitet werden. Und weil wir gut vorbereitet waren, konnten wir schnell eine Ausschreibung auf den Markt geben und jetzt auch den Zuschlag erteilen.“ Die Behörde hat dabei ein dreigeteiltes Gesamtpaket geschnürt: Konkret werden jetzt zwischen der Kreuzung mit der Bundesstraße 436 in Wiesmoor-Mitte und der Nato-Brücke in Rammsfehn auf etwa zwei Kilometern Schadstellen in der Fahrbahn ausgebessert, „fast vollflächig“, sagt Buchholz. Das heißt, dass zumindest für einige Tage – wann genau, wird gerade abgestimmt – die Oldenburger Straße dafür voll gesperrt werden muss, der Verkehr über die Azaleenstraße in Hinrichsfehn und die Ginsterstraße in Richtung Voßbarg umgelenkt wird. Weil auch in Wiesederfehn auf der L12 plötzlich die Fahrbahn versackt ist, musste das Amt auch dort reagieren. dort ist die Straße bereits halbseitig gesperrt für entsprechende Bauarbeiten. Und weil überdies auf der Landesstraße 18 zwischen Ockenhausen, Bentstreek und Marx ebenfalls Teile der Fahrbahn nicht mehr in Ordnung sind, werden die in diesem Kontext ebenfalls mit angepackt. Das Gesamtpaket wird rund 350.000 Euro kosten.

Zwischen Marcardsmoor und Wiesedermeer gibt es Versackungen in der Fahrbahn der L12, die im Zuge der jetzt ausgeschriebenen Arbeiten mit angepackt werden. Foto: privat
Zwischen Marcardsmoor und Wiesedermeer gibt es Versackungen in der Fahrbahn der L12, die im Zuge der jetzt ausgeschriebenen Arbeiten mit angepackt werden. Foto: privat

Nachhaltige Sanierung wird verschoben

„Es wird leider noch nicht die tiefgreifende und nachhaltige Sanierung der L12, die viele Wiesmoorer seit Jahren fordern. Wir werden nicht in den Untergrund reingehen und die Straße neu aufbauen. Zumindest für den Winter und, wie wir hoffen, ein ordentliches Stück darüber hinaus stellen wir halbwegs die Qualität für den Verkehr wieder her. Zugleich stellt das Ganze einen deutlichen Zugewinn für die Straßensicherheit dar und damit für die Straßenmeisterei, die diese Sicherheit garantieren muss – und das wäre bei Schlagloch an Schlagloch schwierig gewesen“, so Buchholz. Die tiefer greifende Sanierung der L12 in Richtung Remels wie auch in Richtung Marcardsmoor, wo der Verkehr auch über huckelige Abschnitte rollt, „haben wir weiter auf dem Schirm, wagen angesichts knapper Landesmittel aber keine Prognose, wann es dazu kommen könnte“, sagt Buchholz. „Zumal es ja noch mehr Landesstraßen mit Sanierungsbedarf gibt.“

Allzu lang wird die Oldenburger Straße zumindest nicht für die Bauarbeiten gesperrt: „Wir gehen davon aus, dass das Abfräsen der alten Deckschicht und das Aufbringen der neuen binnen weniger Tage erledigt sein wird“, so Buchholz. Und Tempo bei der Oberflächensanierung ist auch geboten: „Das Ganze muss vor Weihnachten fertig sein, denn wir brauchen die Rechnung und müssen noch in diesem Jahr das Ganze mit dem Land abrechnen, denn nur bis Jahresende steht das Geld, auf das wir jetzt zugreifen können“, zur Verfügung. So alles läuft wie geplant, werden die Wiesmoorer mit einer besser in Stand gesetzten L12 in Richtung Autobahn und Bahnhof Augustfehn somit zumindest ein kleines Weihnachtsgeschenk bekommen. Das größere wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren immer wieder auf dem Wunschzettel landen.

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