Tourismus im Landkreis Leer  Uplengen will Wohnmobilplätze am Badesee

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 05.12.2022 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Großsander soll einen offiziellen Stellplatz für Wohnmobile bekommen. Foto: Pixabay
Großsander soll einen offiziellen Stellplatz für Wohnmobile bekommen. Foto: Pixabay
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Der Badesee in Großsander ist auch bei Caravan-Touristen beliebt. Bislang stellten diese ihre Fahrzeuge dort ab, wo es ihnen recht war. Das soll sich nun ändern.

Großsander - Die Gemeinde Uplengen plant einen Wohnmobilstellplatz am Badesee im Ortsteil Großsander. Der See ist bereits seit Jahren ein beliebter Anlaufpunkt für Wohnmobiltouristen. Nicht selten bleiben die mit ihren Fahrzeugen auch über Nacht in der Nähe des Ufers. Und nicht alle Anwohner sind davon begeistert. „Es ist ein Trend, den man überall beobachten kann“, sagt Bürgermeister Heinz Trauernicht (parteilos). Immer mehr Menschen verbringen ihren Ostfriesland-Urlaub im Wohnmobil. Immer mehr Gemeinden im Landkreis weisen offizielle Wohnmobilstellplätze aus. Auch in Uplengen gibt es bereits zwei Standorte: offiziell am Schützenplatz und an der Paddel & Pedal-Station, die aktuell nicht im Betrieb ist.

Was und warum

Darum geht es: Uplengen plant einen Stellplatz für Wohnmobile.

Vor allem interessant für: Touristinnen, Touristen und Besucher des Badesees

Deshalb berichten wir: Die Gemeinde stellte ihre Pläne kürzlich der Öffentlichkeit vor.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

In Großsander will die Gemeindeverwaltung mit ihren Plänen auch Wildwuchs des Caravan-Tourismus verhindern. Bislang stellten Wohnmobilisten ihr Fahrzeug schlicht dort ab, wo es ihnen genehm erschien. Nicht immer lief das reibungslos ab. „Anwohnerinnen und Anwohner berichten von nächtlichen Ruhestörungen und Hinterlassenschaften auf öffentlichem und privatem Grund“, heißt es von der Gemeindeverwaltung. „Das hat bereits zu Diskussionen geführt“, erklärt Trauernicht. Ein offizieller Stellplatz könne hier Abhilfe schaffen, ist der Bürgermeister überzeugt. „Ein solcher Platz kann das sehr gut kanalisieren“, sagt er.

Campen künftig nur noch auf Stellplatz erlaubt

Es gehe nicht darum, mehr Wohnmobile an den See zu locken. „Manche Anwohner waren zunächst besorgt, dass wir dort einen Camping-Platz planen“, so Trauernicht. Doch das sei nicht die Absicht der Verwaltung, betont der Bürgermeister. Durch die Wohnmobile auf den ausgewiesenen Parkplätzen rund um den Badesee gehe auch Parkraum für Badegäste verloren.

Als Fläche für ein einen künftigen Wohnmobilstellplatz brachte die Verwaltung ein Areal am Nordufer des Sees ins Spiel. Damit läge der Platz relativ weit von der Siedlung am Südufer entfernt, wäre gleichzeitig aber über die Großsander Straße gut für Wohnmobile zu erreichen. Wie genau der Platz aussehen soll, ist indes noch offen. Zunächst soll der Bebauungsplan gestaltet werden, der eine Nutzung der Flächen als Caravan-Stellplatz überhaupt zulässt. Gleichzeitig, so die Pläne der Verwaltung, soll das Campieren und Übernachten in Wohnmobilen am Rest des Sees künftig explizit untersagt werden.

Anderswo gibt es Streit um Wohnmobile

Mehrere Gemeinden im Landkreis Leer bemühen sich derzeit, Stellplätze für Wohnmobilisten zu schaffen. Gerade in Moormerland war die Debatte um einen möglichen neuen Stellplatz zuletzt hochgekocht. Kritische Anwohnerinnen und Anwohner fürchten dort um den Wert ihrer Immobilien, weil es künftig durch Wohnmobile zu Lärm- und Verkehrsbelastung kommen könne.

Am Badesee Soltborg in der Gemeinde Jemgum sollten ebenfalls Stellplätze direkt an einem Seeufer entstehen. Diese Pläne scheiterten jedoch im vergangenen Jahr: Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet war beschlossen worden, es gab auch einen Investor. Doch ein anderer Käufer war schneller und schnappte dem Investor das Grundstück weg. Die Gemeinde musste ihre Pläne ad acta legen.

Dafür wurde im vergangenen Sommer ein Stellplatz für 30 Wohnmobile am Badesee Grotegaste in Westoverledingen eröffnet. Auch dort wollte die Gemeinde mit dem Angebot auf den wachsenden Reisemobil-Tourismus in der Region reagieren. Die Stellplätze und die Fahrbahnen wurden als befestigte Schotterflächen angelegt.

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