Kaputte Landesstraße 14  Holperstrecke bei Timmel bleibt noch länger ein „Schleichweg“

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 06.12.2022 14:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die L 14 kurz vor Timmel mit Blick auf die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs. Gut erkennbar: die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Foto: Cordsen
Die L 14 kurz vor Timmel mit Blick auf die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs. Gut erkennbar: die neuen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Foto: Cordsen
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Während die Landesstraße 12 bei Wiesmoor jetzt saniert wird, wird die Buckelpiste zwischen Timmel und Hatshausen wohl frühestens im Sommer angepackt. Woran liegt das?

Timmel/Hatshausen - Die Landesstraße 14 ist quasi zum Schleichweg geworden. Insbesondere zwischen Hatshausen und Timmel ist die Fahrbahn der wichtigen Verbindungsstraße zur Autobahn so desolat, dass Fahrzeuge inzwischen aus Sicherheitsgründen nur noch mit Tempo 50 vorwärtsrollen dürfen, wo bis vor anderthalb Jahren noch Tempo 100 und bis Anfang Juli zumindest Tempo 70 erlaubt war.

Was und warum

Darum geht es: Auf der sanierungsbedürftigen L 14 darf teilweise nur noch Tempo 50 gefahren werden.

Vor allem interessant für: alle, die die viel befahrene Straße zwischen Moormerland und Aurich nutzen.

Deshalb berichten wir: Im kommenden Jahr soll die Straße saniert werden. Aktuell sind Schilder mit Tempodrosselungen aufgestellt worden.

Den Autor erreichen Sie unter: o.cordsen@zgo.de

Während die ebenfalls marode Landesstraße 12 (Oldenburger Straße) von Wiesmoor in Richtung Uplengen jetzt noch vor Weihnachten angepackt und zumindest an der Oberfläche erneuert werden soll, wird eine Sanierung der Holperstrecke zwischen Hatshausen und Timmel allerdings mindestens noch bis Mitte kommenden Jahres auf sich warten lassen. Immer wieder durchziehen Risse den Asphalt, die Fahrbahn ist immer wieder versackt oder wölbt sich. So sehr, dass der Chef der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich, Frank Buchholz, die Verwerfungen im Fahrbahn-Gebilde schon einmal halb scherzhaft als „schon ein bisschen Wellaform“ bezeichnet hat. Anpacken möchte die Behörde auch dieses Teilstück gern rasch, hätte dies eigentlich auch in diesem Jahr schon gern getan. „Es wird allerdings voraussichtlich frühestens im Sommer passieren können – und dies auch abhängig davon, wie viel Geld zur Verfügung steht und wie stark sich etwa auch die Zustände anderer Straßen über den Winter verschlechtern“, sagte Buchholz.

Gemeinde Großefehn wünscht sich Reparatur ebenfalls

“Wenn man von Timmel aus über die Brücke über den Südarm des Fehntjer Tiefs gefahren ist, konnte es – je nach Tempo und je nachdem, wie gut gefedert das eigene Auto war – schon passieren, dass man bei der Berg- und Talfahrt mit dem Kopf an der Decke des Autos hing“, sagte Buchholz. „Man merkt, da war auch im Untergrund was los, über die Jahrzehnte.“ Und weil die Fahrbahn sich stetig weiter verschlechtert hat, hat im Sommer die zuständige Straßenmeisterei reagiert und aus Rücksicht auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und ihrer Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt.

Die Hoffnung darauf, dass der Verkehr auf Sicht von und nach Timmel stoßdämpferschonender und auch wieder flotter fließen kann, teilt man auch im Großefehner Bürgerhaus. „Wir würden uns wirklich sehr freuen, wenn sich die Situation auf der L14 bald bessert“, sagte der Erste Gemeinderat Frank Cramer auf Nachfrage. „Die Straße ist ja schon seit Längerem in keinem guten Zustand, und viele Touristen, die in unsere Gemeinde kommen, nutzen den Weg von der Autobahnabfahrt in Neermoor über diese Straße. Zugleich ist es auch ein wichtiger Weg für die Menschen in unserer Gemeinde – etwa, um zur Arbeit zu kommen.“ Insofern sei es natürlich ein Wunsch der Kommune und der darin lebenden Menschen, dass die kaputte Straße möglichst bald repariert wird.

Insgesamt sollen etwa fünf Kilometer Strecke saniert werden

Grundsätzlich soll die Straße grob geplant von der Mündung der Ulbarger Straße im Ortskern von Timmel auf einem in etwa fünf Kilometer langen Abschnitt bis nach Warsingsfehn saniert werden. Denn auch von Hatshausen bis Warsingsfehn ist die Fahrbahn gewellt, versackt, beschädigt. „Ganz genau steht die Länge des zu sanierenden Abschnittes noch nicht fest“, sagt Buchholz. „Das hängt auch davon ab, wie viel Geld uns am Ende zur Verfügung steht.“ Ganz grob geschätzt gehe man aktuell von Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro für die Sanierung aus. „In Zeiten wie diesen sind solche Schätzungen nicht belastbar, aber für den Landesstraßenhaushalt ist das schon eine Nummer“, sagt Buchholz – zumal auch im Straßenbau die Kosten für Material durch die allgemeine Teuerung und Knappheit seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine noch mal gestiegen sind.

Im Fall der Landesstraße 14 spielt allerdings nicht nur das Geld eine wichtige Rolle: Denn über die Straße fahren auch zahlreiche Schulbusse, deren Fahrtrouten sich nicht so einfach verlegen lassen. Ausweichstrecken, um nicht Schleichwege zu sagen, sind an der Stelle rar. Deshalb hatte die zuständige Verkehrsbehörde entsprechende Einschränkungen der Sanierungszeiträume geltend gemacht, als Buchholz schon einmal angeklopft hatte mit dem Plan, noch in diesem Jahr einen Auftrag zu erteilen und mit den Arbeiten zu beginnen. „Wir würden die Freigabe nur dann bekommen, wenn über die Sommerferien gebaut wird“, sagte der Behördenleiter. Wegen der geringen Breite der Landesstraße sei eine Sanierung mit halbseitiger Sperrung aber „schlicht nicht machbar“. Entsprechend muss die Strecke für einen Neuaufbau voll gesperrt werden, wofür eben nur in den Sommerferien eine Freigabe zu bekommen ist.

Kein tiefgreifender Neuaufbau

Selbst dann wird – auch zeitlich – ein kompletter Neuaufbau der Buckelpiste kaum zu erwarten sein. Laut Buchholz wird es darum gehen, die Asphalt-Tragschicht abzufräsen und zu ersetzen sowie die darunter liegende Schottertragschicht zu erneuern und dem eigentlichen Straßenprofil wieder anzupassen. „Trotz manch schwieriger Bodenverhältnisse wird das Geld nicht reichen, zusätzlich den Boden tief auszukoffern und auszutauschen. Solche Arbeiten würden die Dauer der Arbeiten deutlich verlängern und dafür fehlt aktuell das Geld“, so Buchholz.

Zumal dafür der Zeitraum der Sommerferien kaum reichen dürfte. „Wir bleiben bei diesem Projekt dran, und es bleibt eins, das wir perspektivisch im kommenden Jahr vorhaben – vorbehaltlich, wir haben genug Geld, weil es eben ein teures Projekt wird“, sagte Buchholz. Konkreteres zum Landes-Straßenbauprogramm fürs kommende Jahr werde er allerdings frühestens im Februar oder März sagen können.

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