Erfolg am Samstag Hinte könnte wieder jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt veranstalten
An diesem Samstag gab es zum ersten Mal nach Jahren wieder einen Weihnachtsmarkt in Hinte. Der stellte Vereine in den Fokus und war ein Erfolg. Der Bürgermeister hat gute Nachrichten.
Hinte - Es ging Samstagnachmittag etwas zaghaft los, nach etwa einer halben Stunde aber füllte sich der Platz vor dem Hinteraner Rathaus so langsam. Die weihnachtlich geschmückten Holzbuden und Verkaufsstände, der Feuerkorb in der Mitte, zwei Drehorgel-Spieler und natürlich der Duft nach Glühwein und Bratwurst lockten mehr und mehr Besucher auf den kleinen Weihnachtsmarkt. Es war der erste nach etwa 15 Jahren für die Gemeinde - und stand ganz im Zeichen der Vereine aus Hinte.
„Die Vereine habe durch Corona stark gelitten“, sagte Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) vor Ort im Gespräch mit dieser Zeitung. Deswegen hatte man sich bei der Neuauflage dafür entschieden, die Ehrenamtlichen in den Vordergrund zu stellen. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Punsch, Waffeln und Co. sollen komplett in die Vereinskassen fließen und auf dem Markt sollen neue Kontakte geknüpft, eventuell neue Mitglieder geworben werden.
Weihnachtsmarkt könnte ausgedehnt werden
Und: Es war eine Generalprobe für die kommenden Jahre, so Redenius. Man hatte schauen wollen, wie so ein Markt in der Gemeinde angenommen werde und diesen dann bei Erfolg langfristig etablieren. „Jetzt ist der Markt nur an diesem einen Tag, man könnte sich aber vorstellen, ihn an einem Wochenende oder an mehreren Samstagen zu haben“, sagte er. Das hänge natürlich auch von der Bereitschaft der vor Ort Aktiven ab. In der Gemeinde gebe es rund 50 Vereine. Waren an diesem Samstag neun dabei, könne man in Zukunft vielleicht mehr einspannen.
„Es ist viel eingeschlafen“, sagte Marcel Claassen vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Ortsverein auf Nachfrage. Man hoffe schon durch eine Vorstellung wie die auf dem Markt, dass sich Interessierte melden. Glücklicherweise habe die DRK-Jugend in der Gemeinde aber in Corona-Zeiten sogar noch etwas wachsen können. „Die Motivation besteht auch noch“, sagte er. Mit ihm am Popcorn-Stand war die elfjährige Jolina. Sie ist erst im Mai von Trier nach Hinte gezogen und wollte sich vor Ort einbringen, sagte sie. Nach einer Schnupperstunde hatte sie sich für das DRK entschieden und schon einige Freundschaften geknüpft. Erste Hilfe konnte sie schon lernen und durfte Ausflüge nach Oldenburg und Hamburg unternehmen, so die Elfjährige.
Weihnachtsmarkt in Hinte früher schon beliebt
Einen Stand weiter präsentierte sich der Förderverein der Kita Hummelburg aus Loppersum und verkauft Selbstgebasteltes. Der kleine Weihnachtsmarkt sei toll, um sich in der Gemeinde noch mal besser kennenzulernen, meinten die Erzieherinnen Eileen Carsjens und Sabine Miethke. „Hinte hat viel zu bieten“, so Miethke. Auch die Mitglieder des Schützenvereins, an dessen Stand es Bratwurst und „Weihnachtsschlückchen“ gab, betonten, wie schön ein solches Zusammenkommen sei. „Der Weihnachtsmarkt war früher immer gut besucht“, sagten Hannelore van Ellen und Ursula Frikke. Insbesondere für die älteren Bewohner sei es ein Treffpunkt gewesen. „Als wir dieses Jahr angesprochen wurden, haben wir gleich gesagt, wir machen mit“, sagten die beiden Schützenköniginnen.
„Wir hoffen schon auf etwas Jüngeres“, sagte Gretjen Klinger bei der Holzbude der Plattproeters. Der Verein, der normalerweise unter anderem Plattdeutsch-Unterricht für Menschen aller Altersgruppen anbietet und derzeit 36 Mitglieder hat, braucht Nachwuchs. „Der Austausch ist hier sehr wichtig“, waren sie und Hille Neumann sich einig. Traditionelle Rullerkes, also Neujahrskuchen, konnten bei ihnen getestet werden. „Es ist auch schön, dass die drei großen Sportvereine dabei sind und sich zusammen getan haben“, meinte Redenius. Sind der TuS Eintracht Hinte, der FT Groß-Midlum und der SV Concordia Suurhusen auf dem Feld Konkurrenten, hätten sie hier „an einem Strang gezogen“. Auch der Fördervein der Kita Rundum hatte einen Stand ebenso wie der neu gegründete Verein Haus Kunterbunt, der sich als Mehrgenerations-Angebot versteht.
Uwe Redenius berichtete vor Ort dieser Zeitung auch von einer für die Vereine sehr positive politische Entscheidung: 13 der Vereine aus der Gemeinde hätten Gebäude zu unterhalten und litten unter den steigenden Energiekosten. Die Gemeinde springe da nun finanziell ein. Jeweilis 900 Euro gehe an die Vereine mit größeren Heimen, jeweils 300 Euro an die mit kleineren.