Rettungsdienst-Bedarf  Sanitäter aus Nachbarkreisen müssen im Landkreis Leer aushelfen

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 13.12.2022 22:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Landkreis Leer ist auf Rettungsdienst-Unterstützung aus den Nachbarkreisen angewiesen. Symbolfoto: Roessler/dpa
Der Landkreis Leer ist auf Rettungsdienst-Unterstützung aus den Nachbarkreisen angewiesen. Symbolfoto: Roessler/dpa
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Rettungsdienste müssen in Notfällen kreisübergreifend aushelfen. Aber kann man es einfach wie der Landkreis Leer machen und im Grenzgebiet zu wenig Rettungswagen stationieren?

Landkreis Leer - Die bisherige Rettungsdienst-Bedarfsplanung für den Landkreis Leer sieht in manchen Randlagen offenbar eine unzureichende Rettungsdienstversorgung vor: „Rettungsdienste aus den Nachbarkreisen sind im Leeraner Kreisgebiet tendenziell öfter im Einsatz als umgekehrt“, schreibt die Kreisverwaltung Leer.

„Da Rettungswachen von Nachbarlandkreisen beziehungsweise der Stadt Emden in Nähe der Kreisgrenze bestimmte Bereiche schneller versorgen können, erfolgt dies auch so, zumal eine trägerübergreifende Zusammenarbeit rechtlich vorgesehen ist.“

Wie wird das im Ammerland gesehen?

Der Ammerländer Rettungsdienst-Geschäftsführer Michael Peter berichtete Anfang Dezember von 100 Einsätzen eines Notarzteinsatzfahrzeugs und von 85 Rettungswagen-Einsätzen im Nachbarkreis Leer in diesem Jahr: „Rund 200 Einsätze bei circa 23.000 Einsätzen durch den Rettungsdienst Ammerland sind nicht viele Einsätze.“

Peter erläutert auf Nachfrage: „Durch die vor vielen Jahrzehnten geschaffenen Strukturen macht der Aufbau weiterer Rettungswachen in Bereichen, die bereits durch andere Rettungswachen abgedeckt werden können, keinen Sinn. Dies hat nicht nur wirtschaftliche Gründe, sondern ist auch der Tatsache geschuldet, dass ein weiterer Aufwuchs des Rettungsdienstes bundesweit personell kaum noch zu leisten sein wird.“

Wie wird das im Emsland gesehen?

Die Emsländer Kreisverwaltung berichtet: „Vom 1. Januar bis 1. Dezember 2022 haben insgesamt 820 Einsätze von Einsatzmitteln aus dem Landkreis Emsland im Landkreis Leer stattgefunden, davon 494 Notfalleinsätze durch Rettungsmittel.“ Sie erläutert: „Es liegt auf der Hand, dass es vor dem Hintergrund der hohen Belastung des Rettungsdienstes von Vorteil ist, wenn Rettungsmittel an ihren vorgesehenen Standorten zum Einsatz kommen. Wenn beispielsweise ein Notarzt des emsländischen Rettungsdienstes in Leer wegen eines Einsatzes gebunden ist und zeitgleich ein Notfall in Papenburg auftritt, muss von der Leitstelle Ems-Vechte entsprechend ein Notarzt des nächstgelegenen Standorts alarmiert werden, der innerhalb der vorgegebenen Hilfsfrist vor Ort sein kann.“

An das Emsland grenzt die Gemeinde Westoverledingen an. Ist die dortige Verwaltung mit der Rettungsdienstversorgung zufrieden? Sie antwortet, dass ihr „keine Daten darüber vorliegen, ob und inwieweit bisherige Rettungseinsätze nicht ausreichend gewährleistet werden konnten und ob eine deutliche Veränderung der Rettungsdienstversorgung erforderlich ist“. Falls die Stationierung eines Rettungswagens in Westoverledingen erwogen werde, „würde die Gemeinde das positiv bewerten“, so die Verwaltung.

Aus dem Landkreis Cloppenburg ist die Anfrage unserer Zeitung noch nicht beantwortet worden.

Wie fällt die Bilanz in Emden aus?

Aus dem Emder Bereich sind nach Auskunft der Stadtverwaltung von Januar bis November drei Einsätze im Landkreis Leer erfolgt. Demgegenüber habe der Rettungsdienst aus dem Kreis Leer neun Einsätze in Emden gefahren.

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