Neuer Stadtteil in Aurich Stadt erwirbt noch in diesem Jahr ein Drittel der Kaserne
Viele Jahre lang sind Pläne für die Neuordnung der Blücherkaserne geschmiedet worden. Jetzt ist endlich Land in Sicht. 2025 könnten die ersten Mieter dort einziehen.
Aurich - Jahrelang sind Pläne für die Zukunft der ehemaligen Blücherkaserne in Aurich entwickelt worden. Es gab Workshops mit interessierten Laien und mit Fachleuten, Ideen wurden geboren und wieder verworfen. Jetzt steht ein entscheidender Schritt bevor: Am 21. Dezember soll der Verkauf einer 12 Hektar großen Fläche an die Stadt notariell beurkundet werden. Die erwirbt das Gelände von der derzeitigen Eigentümerin, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). 865.477 Euro gibt die Stadt für das Grundstück aus. Die Zeit drängt: Die Verträge müssen noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden, sonst verfallen die Fördermittel.
Die Stadt erwirbt eine unbebaute Fläche im Süden der ehemaligen Kaserne, ein Areal für ein Regenrückhaltebecken samt großzügiger Grünfläche im Nordosten sowie den Bereich der Sportanlage (siehe Grafik). Bereits im Juni 2021 hatte der Rat beschlossen, dass Teilflächen auf dem Kasernengelände erworben werden sollen. Wie das komplette zu erwerbende Grundstück aufgeteilt werden soll, war bereits im so genannten Rahmenplan festgelegt worden. Dieser wurde vor Jahren ausgearbeitet. Ein zentraler Punkt war damals die Ausweisung eines Grüngürtels, der sich wie ein horizontales Band von West nach Ost hätte ziehen sollen. Aktuell hat die Stadt allerdings eine Veränderung vornehmen müssen. „Das war wegen eines Gebäudes erforderlich, das mitten in diesem Grüngürtel-Gebiet liegt“, sagte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß. Im Lauf der Untersuchung habe die zuständige Behörde festgestellt, dass dieses Haus, eines der vielen sogenannten H-Gebäude, unter Denkmalschutz gestellt werden müsse. Deshalb habe man den Zuschnitt der Flächen anders gewählt als im Rahmenplan vorgesehen.
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Insgesamt ist das Gelände der ehemaligen Blücherkaserne 35 Hektar groß. Ein Drittel erwirbt die Stadt, etwas mehr als ein weiteres Drittel geht an einen Investor, an das Bremer Unternehmen Terranova, der Rest fällt an einen weiteren Investor beziehungsweise bleibt im Eigentum der Bima. Ein Teil der Kaserne wird übergangsweise vom Landkreis Aurich genutzt, der einige Gebäude so weit saniert, dass dort Flüchtlinge untergebracht werden können.
Wann werden die neu zu errichtenden Wohnungen voraussichtlich bezugsfertig sein? Darüber könne man nur sehr schwer Prognosen abgeben, sagte Alexandra Busch-Maaß. Möglicherweise sei dies bei den Gebäuden, die die Firma Terranova errichten wird, bereits im Jahr 2025 der Fall. Dann ist die Ära der militärischen Nutzung endgültig abgeschlossen. Die letzten Soldaten haben die Blücher-Kaserne bereits 2014 verlassen.