Früher als erst geplant  Der „Herr der Strafen“ gibt seinen Fußballposten ab

| | 14.12.2022 18:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Peter Bartsch (links) wurde vom Bezirksvorsitzenden Dieter Ohls (rechts) mit viel Lob bedacht. Foto: privat
Peter Bartsch (links) wurde vom Bezirksvorsitzenden Dieter Ohls (rechts) mit viel Lob bedacht. Foto: privat
Artikel teilen:

Der Emder Peter Bartsch wurde als Vorsitzender des Bezirkssportgerichts verabschiedet. Höherklassige Ostfriesen-Teams könnte er aber noch sanktionieren.

Emden - Der Emder Peter Bartsch hat von Amts wegen schon für Frust bei so manchem Kicker der Region sorgen müssen. Denn als Vorsitzender des Bezirkssportgerichts Weser-Ems legte er das Strafmaß bei zahlreichen Fußballern und Vereinen fest, die sich rund ums Spielfeld nicht an die Regeln gehalten haben. In Zukunft aber muss sich kein Spieler mehr vor Peter Bartsch „fürchten“. Der „Mann der Strafen“ hat seinen Posten nach zehn Jahren niedergelegt.

Dieser Schritt sollte eigentlich erst im nächsten Jahr erfolgen. Aber die zahlreichen Ehrenämter des Juristen und die Regeln des Fußballverbandes machten einen vorzeitigen Abgang nötig. Bartsch ist seit 2021 nämlich Vorsitzender der „Satzungskommission für Ordnungsänderung“ im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) und als Leiter dieses Gremiums automatisch im „Ausschuss für gesellschaftliche Veränderung“ des NFV vertreten. Weil ein Sportrichter nicht gleichzeitig in NFV-Organen tätig sein soll, verließ er nun das Bezirkssportgericht ein paar Monate eher als ursprünglich geplant.

Bartsch hat weitere Ämter inne

„Zehn Jahre sind lang genug. Da muss dann eine Veränderung her“, erklärt der ehemalige Oberliga-Schiedsrichter seinen längst geplanten Abschied von diesem Posten. Die Trennung von diesem Amt lässt dem 46-Jährigen zugleich mehr Zeit für seine anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Bartsch wirkt nämlich nicht nur in NFV-Gremien an vorderster Front mit, er übernahm vor einem Jahr auch den Vorsitz des Stadtsportbundes Emden.

Und der Ostfriese sanktioniert auch künftig auf höherer Ebene rüpelhaftes Fußballer-Verhalten oder Verstöße von Vereinen. Denn für sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Norddeutschen Fußballverbandes gelten die rigiden NFV-Regeln nicht.

Nachfolger selbst gefunden

Bei der Jahresabschlussfeier des Bezirksvorstandes Weser-Ems wurde Peter Bartsch nun aus seiner Tätigkeit verabschiedet und mit Lob überschüttet. „Wir alle haben über einen wirklich langen Zeitraum hervorragend zusammengearbeitet“, sagte der Fußball-Bezirksvorsitzende Dieter Ohls über den Emder Funktionär. „Deine juristische Einschätzung war uns allen immer wichtig und hilfreich. Daneben bist du aber auch persönlich ein mehr als angenehmer und unaufgeregter Typ, zudem noch ein grün-weißer Werderaner! Mehr geht wirklich nicht!“

Peter Bartsch hat beim Bezirkssportgericht seine Nachfolge persönlich geregelt. Als er bis vor zehn Jahren als Schiedsrichter Spiele leitete, war der Papenburger Lennart Dornieden sein Assistent.

Der 35-jährige Emsländer schlug beruflich den gleichen Weg ein wie Peter Bartsch. Er studierte Jura, ist mittlerweile für die Staatsanwaltschaft in Osnabrück tätig und prädestiniert für einen Posten im Bezirkssportgericht. Bartsch überzeugte seinen ehemaligen Schiedsrichter-Assistenten vor ein paar Jahren vom Job im Sportgericht und gab nun die Leitung an seinen bisherigen Stellvertreter weiter.

Ähnliche Artikel