Leimen Boris Becker sichert sich Millionen-Deals: Was passiert mit seinen Einnahmen?
Ex-Tennisstar Boris Becker ist nicht nur aus der Haft entlassen und zurück in Deutschland, er hat sich auch TV-Deals mit Gagen in Millionenhöhe gesichert. Doch hat er überhaupt etwas davon oder geht das Geld in die Insolvenzmasse?
Er ist zurück. Boris Becker ist am Donnerstag aus dem Londoner Huntercombe-Gefängnis entlassen und direkt in sein Heimatland abgeschoben worden. Zahlreiche Pressefotografen und Journalisten wollten diejenigen sein, die das erste Foto des Ex-Tennisstars auf deutschem Boden machen oder das erste Gespräch führen. Bis zum Nachmittag versuchten sie vergeblich an verschiedenen Flughäfen, einen Blick auf Becker zu erhaschen.
Ein TV-Sender aber konnte sich bereits vorab das sichern, worauf alle scharf waren: Das erste exklusive Interview mit der Tennis-Legende. Sat.1 kündigte an, am Dienstag (20. Dezember) eine Sondersendung zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr auszustrahlen. Der Titel: „Sat.1 Spezial. Boris Becker“. Sat.1-Chefredakteurin Juliane Eßling sagte dazu: „Ich freue mich, dass Boris Becker uns sein Vertrauen für das erste und weltweit einzige Interview nach der vielleicht schwersten Zeit in seinem Leben schenkt.“
Auch seine Rückkehr nach Deutschland soll der private Sender begleitet haben, wie die „Bunte“ berichtete. Demnach handelte das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 mit Beckers Anwälten und Beratern insgesamt einen TV-Deal mit Gage in Millionenhöhe aus. Das Magazin veröffentlichte am Donnerstag Bilder, auf denen Moderator Steven Gätjen und „akte“-Redaktionsleiter Heiko vor dem Huntercombe-Gefängnis zu sehen sind – aufgenommen bereits vergangene Woche.
Und es ist nicht der einzige große Deal, den der Ex-Tennisstar eingetütet hat. Auch Apple TV+ hat Rechte an einer exklusiven Becker-Story. Drei Jahre habe der Streamingdienst den 55-Jährigen begleitet, um eine Dokumentation zu drehen. Regie und Produktion lagen in der Hand der Oscarpreisträger Alex Gibney und John Battsek. Am Mittwoch veröffentlichte Apple TV+ einen ersten kurzen Trailer. Eine Produktion, die Becker ebenfalls eine Menge Geld einbringen dürfte.
Aber was passiert mit den Einnahmen? Immerhin wurde der ehemalige Tennisprofi in Großbritannien zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen hatte.
Hier komme seine Lebensgefährtin Lilian de Carvalho Monteiro ins Spiel, wie die „Bunte“ schreibt. Da Becker wegen des noch laufenden Insolvenzverfahrens keine Firmen führen darf, laufe alles über sie. Lilian habe die Firma „BFB Enterprises“ gegründet, die den Ex-Tennisstar vermarkten soll. „BFB“ stehe dabei für Boris Franz Becker. Als Managerin erhalte sie eine Provision, die letztendlich auch ihrem Lebensgefährten zugute kommt.
Und was ist mit dem Geld, das nicht über die neugegründete Firma läuft? Das scheint noch nicht ganz klar. Das Amtsgericht Heidelberg, zu dessen Zuständigkeitsbereich Beckers Heimatstadt Leimen gehört, habe laut einem Anwalt für Insolvenzrecht mit dem die „Bild“ gesprochen hat, angeordnet, dass das Insolvenzverfahren auch für Deutschland gelten soll. Damit ginge das eingenommene Geld größtenteils in die Insolvenzmasse.
Beckers Anwalt Christian Oliver Moser widerspricht dieser Annahme gegenüber „t-online“ jedoch. Dem Nachrichtendienst habe er auf Anfrage gesagt: „Es gibt keine eigenständigen Insolvenzverfahren in Deutschland.“