Aufruf zur Vorsorge  Landkreis Leer warnt Bauern vor dem Blackout

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 17.12.2022 11:56 Uhr | 2 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Blackout gilt als unwahrscheinlich. Doch Landwirte sollen sich für den Notfall wappnen. Foto: Ditfurth/DPA
Ein Blackout gilt als unwahrscheinlich. Doch Landwirte sollen sich für den Notfall wappnen. Foto: Ditfurth/DPA
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Der Landkreis Leer fürchtet für den Fall eines langen Stromausfalls um die Landwirtschaft. In einem Brief werden die Landwirte ermahnt, Vorkehrungen für den Notfall zu treffen.

Landkreis Leer - Das Veterinäramt wählt deutliche Worte, um den Ernst der Lage klarzumachen. „Die Thematik des Blackouts und vor allem eine gute Vorbereitung darauf werden in der Landwirtschaft immer dringlicher“, heißt es in einem Schreiben, das an viele Landwirte im gesamten Kreisgebiet versendet wurde. In dem Brief wird ein Katastrophenszenario gezeichnet: Im Winter könne es zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommen. Dagegen gelte es sich zu wappen.

Was und warum

Darum geht es: Gefahren eines Stromausfalls für die Landwirtschaft.

Vor allem interessant für: Landwirte

Deshalb berichten wir: Der Landkreis warnte in einem Schreiben und rief die Landwirte zu Vorkehrungen auf.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

„Ein Stromausfall kann in Nutztierhaltungen massive Auswirkungen haben“, heißt es weiter. „Sie können nicht davon ausgehen, dass die Feuerwehren oder die Katastrophenschutzbehörde dann mit Notstromaggregaten oder Kraftstoff aushelfen“, so die Warnung. „Die wenigen Geräte und Notreserven werden dann dort im Einsatz sein, wo die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden muss.“ Die Hilfe gebe es dann etwa für Krankenhäuser aber eben nicht für Bauernhöfe.

„Thema muss man ernst nehmen“

Die Landwirte werden deshalb aufgefordert, Vorkehrungen zu treffen. „Sie müssen sich in einer solchen Situation selber helfen können“, mahnt das Amt. Die Landwirte sollten ein Konzept mit vorbeugenden Maßnahmen erstellen, mit dem sie die schlimmsten Auswirkungen auf die Tiere verhindern können. Der Brief endet mit einer Internet-Adresse, die zu einer Broschüre führt, in der Landwirte weitergehende Informationen finden können.

Das Schreiben sorgte für einige Anrufe bei der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Hauptvereins in Leer. Dessen Geschäftsführer Rudolf Bleeker sagt über das Schreiben: „Man hat sehr deutliche Worte gewählt. Aber es ist gut, dass man darauf hinweist. Das Thema muss man ernst nehmen.“ Zwar gebe es schon heute viele Milchviehhalter, die über einen Generator für den Notfall verfügen.

Landwirte sollten Generator anschaffen

Doch alle anderen könnten bei einem über längere Zeit andauernden Stromausfall schnell in Schwierigkeiten kommen. Dies betreffe vor allem zwei Bereiche der täglichen Arbeit. „Die Kühe müssen gemolken und die Milch gekühlt werden. Beides kriegt man ein paar Tage auch mit einem Generator hin“, sagt Bleeker. Vorraussetzung sei dann lediglich, dass genügend Diesel vorhanden ist.

Der Verein empfehle den Landwirten deshalb unbedingt, einen Generator parat zu haben. „Das kostet ein paar Tausend Euro, ist aber gut angelegtes Geld“, so Bleeker. Für alle Landwirte, die sich damit für den aktuellen Winter wappnen möchten, ist es aber wohl bereits zu spät. Die Lieferzeit für Generatoren betrage aktuell etwa ein dreiviertel Jahr, erklärt Bleeker. „Wir rechnen aber nicht damit, dass wir diesen Winter lange Stromausfälle haben werden“, betont er. Es gehe um langfristige Vorsorge. Wenn der Strom in den nächsten Monaten einmal für kurze Zeit ausfalle, sei das kein Problem und lasse sich auch ohne Generator überbrücken.

Kreissprecher Philipp Koenen erklärt, dass es bei der Vorsorge nur für bestimmte Betriebe, die vollautomatisiert arbeiten, gesetzliche Vorgaben gebe. Der Brief sei an alle anderen landwirtschaftlichen Betriebe, die eine Mindestmenge an Tiere halten, versendet worden. Es gehe um eine Sensibilisierung für das Thema. „Es soll vorbeugend darauf hingewiesen werden, wie diese Betriebe sich für den Fall eines Stromausfalls schützen können – unabhängig auch von der derzeitigen Energiekrise“, so der Sprecher des Landkreises. „Unter Veterinärämtern ist das schon länger ein Thema.“

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