Notfälle in Ostfriesland  Wer rettet den Rettungsdienst in Ostfriesland?

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 18.12.2022 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bezüglich des Rettungsdienstes in Ostfriesland scheint manches statistisch zu verschwimmen. Symbolfoto: Roessler/dpa
Bezüglich des Rettungsdienstes in Ostfriesland scheint manches statistisch zu verschwimmen. Symbolfoto: Roessler/dpa
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Lange Wartzeiten im Notfall wegen Personalengpässen im Rettungsdienst. Wie werden die Hilfsfristen-Regelungen in Ostfriesland eingehalten? Selbst mancher Sanitäter zweifelt.

Trotz Personalengpässen in Rettungsdiensten wird die Hilfsfrist in Ostfriesland angeblich in der vorgeschriebenen Häufigkeit eingehalten. Da staunt selbst mancher Sanitäter, dass das geklappt haben soll – dass in mindestens 95 Prozent der Notfälle nach spätestens 15 Minuten ein Rettungswagen oder Notarzt da war.

Gelingt das womöglich nur, indem in manchen Notfällen erst besonders spät Hilfe geschickt wird? Der Fall einer Patientin, die 103 Minuten warten musste, könnte darauf hindeuten. Wäre sie beispielsweise nach 20 Minuten versorgt worden, hätte sich die Hilfsfrist in anderen Notfällen verlängert – falls über die vorgeschriebenen 15 Minuten hinaus, hätte das die Statistik verschlechtert. Weil dann die Hilfsfrist häufiger gerissen worden wäre.

Statistische Defizite in Ostfriesland

Zumindest im Rettungsdienst der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund gibt es statistische Defizite. Der Leiter der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland teilte vor ein paar Monaten auf eine entsprechende Presseanfrage hin mit: „Die Auswertung der Fahrzeugabmeldungen ist leider sehr umfangreich.“ Sie würden zwar täglich dokumentiert, aber nicht auf statistisch auswertbare Weise.

Hinzu kommt, dass der Rettungsdienst-Bedarf in Ostfriesland offenbar nur alle paar Jahre ermittelt wird. Im Kreis Leer wird momentan mit einem Bedarfsplan aus dem Jahr 2017 gearbeitet.

Den Autor erreichen Sie unter a.ellinger@zgo.de

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