Ausbau in Großefehn Lang ersehnte KGS-Erweiterung soll Fahrt aufnehmen
Seit Jahren platzt die KGS in Großefehn aus allen Nähten, die Schülerzahlen steigen weiter. In Kürze soll es mit dem millionenteuren Anbau endlich los gehen.
Großefehn - Als im Sommer bei „Nerdnachten“ computerbegeisterte Jugendliche der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Großefehn samt zwei Lehrkräften eine ganze Nacht hindurch an kreativen Projekten arbeiteten, nebenbei gemeinsam Pizza futterten und Musik machten, lief in einem Raum auch die Aufzeichnung einer uralten Tetris-Weltmeisterschaft in Dauerschleife. Genau diese Tetris-Fähigkeiten helfen den Verantwortlichen an der Schule schon länger, den vorhandenen Raum bestmöglich zu nutzen und keine Lücken zu lassen. Denn der Raum ist knapp. Zu knapp. „Die Schule platzt aus allen Nähten“, sagt Frank Cramer, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und als Leiter des Fachbereichs Bürgerservice in der Verwaltung auch für Schulen zuständig.
Nachdem vor etwa drei Jahren der Rat schon den Bau eines zusätzlichen Trakts beschlossen hatte, hat sich das Projekt dennoch immer wieder verzögert. Ehe jetzt dann doch Bewegung in die Sache kommt – wenngleich spürbar später als erhofft. „Wir hatten vor drei Jahren die Planungen schon fertig, die Baugenehmigung in der Tasche – da bekamen wir einen Hilferuf der Schulleitung, die fürchtete, dass selbst der Raum, den wir dann geschaffen hätten, nicht ausreichen würde“, sagt Cramer. „Deshalb wurde da die weiße Fahne gehisst, und wir haben uns das angeschaut und reagiert – und eine teure Fehlplanung vermeiden können.“
3,5 Millionen Euro teuer wird das Projekt
Statt eines Trakts mit sechs Klassenräumen „haben wir das Ganze gespiegelt, also verdoppelt“, sagt Cramer. Zwölf Klassenräume, ein EDV-Raum, zwei Beratungszimmer sowie Sanitäranlagen werden im dreistöckigen Erweiterungsbau entstehen. „Das hieß für uns nur, wir fingen zwar nicht ganz bei Null wieder an, schon aber eher bei Fünf“, sagt Cramer. „Ganz vieles musste neu gerechnet, geplant, beantragt werden. Die Statik, die Raumaufteilung.“
3,5 Millionen Euro soll der neue Anbau jetzt kosten – und trotz der allgemeinen Kostensteigerung ist man im Großefehntjer Bürgerhaus zuversichtlich, dass der Kostenrahmen auch eingehalten wird. „Die drastisch gestiegenen Kosten für Energie und Lebenshaltung haben auch dazu geführt, dass zahlreiche Privatleute Bauprojekte erstmal auf Eis gelegt haben. Das hat den Markt deutlich entspannt“, sagt Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) und Cramer ergänzt: „Es beteiligen sich wieder deutlich mehr Firmen an unseren Ausschreibungen und das auch mit deutlich realistischeren und annehmbareren Angeboten als zuletzt.“ Zudem sei in den 3,5 Millionen Euro auch bereits ein Puffer für mögliche Kostensteigerungen eingerechnet gewesen.
Schülerzahl in drei Jahren um fast zwölf Prozent gestiegen
Dringend nötig ist der Neubau allemal: Als vor drei Jahren die Warnung von Schulleiterin Silvia Fleßner kam, gingen noch gut 700 Schüler auf die KGS, und Platz war knapp, inzwischen sind es mit 787 sogar schon fast 800. Also fast zwölf Prozent mehr als vor drei Jahren. „Es ist schon ziemlich kuschelig bei uns“, schilderte Fleßner im März dem Gemeinderat die Situation, als dieser die Erweiterung der Erweiterung beschloss. Wanderklassen, in Containern untergebrachte Lerngruppen, umfunktionierte Kunsträume: Die Raumsituation sei aktuell für alle unzufriedenstellend.
„Seit die Waldschule in Egels aufgelöst wurde, kommen auch viele Schüler von dort an die KGS nach Großefehn“, sagt Bürgermeister Adams. Zudem ist weiterhin mit steigenden Zahlen ukrainischer Geflüchteter zu rechnen, was auch an der KGS zu steigenden Schülerzahlen führen kann – in schwierig abschätzbarer Dynamik. „Wir freuen uns sehr, wenn das bald ein Ende hat“, sagt Cramer – dann, wenn die Zahl der Klassenräume von 32 auf 44 gestiegen sein wird.
Rollen die Bagger ab März?
Nun hätte die trotz aller Neuplanungen eigentlich schon auf dem Weg sein sollen. Im Frühjahr noch hieß es, dass zumindest die Erdarbeiten für den Anbau in diesem Jahr erfolgen sollten. Außer dem Abriss eines Fahrradständers, auf dessen Grund der Anbau entstehen soll, ist allerdings fast nichts passiert. „Wir sind immer wieder gefragt worden, warum das so lange dauert“, sagt Cramer und verweist auf komplizierte Prüf- und Genehmigungsverfahren, die den Baustart in diesem Jahr verzögert hätten.
Nun aber soll es rasch losgehen. Adams sagt: „Inzwischen ist die Baugenehmigung da, wir haben alles beisammen und bereiten gerade die Ausschreibung für die ersten Arbeiten vor.“ Die soll im Januar veröffentlicht werden. „Wir hoffen, dass die Bagger dann im März anrollen und mit der Arbeit beginnen können“, sagt Cramer. „Und wir, wenn alles gut geht, bis zum Schuljahresstart im Sommer 2024 mit allem fertig sein werden.“