Bilanz und Ausblick des Bürgermeisters  Stadt Norden macht Wohnungsbau zum Schwerpunktthema

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 21.12.2022 11:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Norden künftig selbst in den Wohnungsbau einsteigt. Foto: DPA
Nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Norden künftig selbst in den Wohnungsbau einsteigt. Foto: DPA
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In einem Jahresabschlussgespräch hat Florian Eiben jetzt sein erstes Jahr als Bürgermeister bilanziert. Dabei gab er einen Ausblick auf künftige Aufgaben.

Norden - Es war ein anstrengendes aber großartiges Jahr – mit diesen Worten fasste Florian Eiben sein erstes vollständiges Jahr im Amt als Norder Bürgermeister (seine Amtszeit begann am 1. November 2021) in einem Pressegespräch zusammen. Zwar sei er an einigen Stellen von den Abläufen in seinem neuen Job überrascht worden, gleichzeitig sprach er aber auch von einem neuen Gemeinschaftsgefühl in der Verwaltung und auch gemeinsam mit der Politik. „Man merkt, dass wir im Team Norden spielen und endlich Aufgaben abarbeiten wollen“, sagte Eiben selbstbewusst. Zu diesen Aufgaben zähle unter anderem das Thema Wohnungsbau. Das soll laut Florian Eiben im kommenden Jahr ein Schwerpunktthema in der Verwaltung sein.

Zwar taten sich Eiben und auch sein Erster Stadtrat Marcus Aukskel zunächst schwer damit, das zu konkretisieren, dann aber sprachen sie doch darüber, in welche Richtung es gehen kann. So gebe es in der Verwaltung bereits recht konkrete Konzepte. Die Rede ist da zum Beispiel von genossenschaftlichem Bauen. Zudem prophezeite Eiben „Riesenprobleme“, die im Mietwohungsbau, angesichts der explodierenden Preise. „Wir werden dann über Erbpacht-Regelungen nachdenken müssen“, sagte Eiben. In einigen Bereichen seien die Planungen zwar schon relativ konkret, dafür müsse aber zunächst der Grund und Boden beschafft werden, sagte er. „Es könnte dabei rauskommen, dass die Stadt Norden in den Wohnungsbau einsteigt“, sagte Eiben. Eine Wohnungsbaugesellschaft hält der Bürgermeister dafür allerdings nich für notwendig. Es brauche nur jemanden, der das städtische Eigentum verwaltet. Schon jetzt gebe es Immobilien, die von der Gebäudewirtschaft vermietet und verwaltet werden, sagte Aukskel. Die Stadt könne aber nicht jedes Haus selber bauen.

Stadt will bei Grundstücksvergabe künftig stärker mitreden

Es werde sicher in einer gewissen Zahl Angebote für Einfamilienhäuser geben, sagte Eiben. Er kündigte schon jetzt an, dass die Grundstücke kleiner als bisher sein werden, damit sie noch bezahlbar seien. Inwieweit die Stadt diese dann in Erbpacht zur Verfügung stellt, um die Grundstückskosten abzufedern, müsse man sehen, so Eiben. Klar sei aber schon jetzt: Die Stadt Norden werde im Bereich Wohnungsvermietung aktiv werden. „Ob wir das alles selber tragen als Stadt, oder ob dafür Partner generiert werden können muss man dann sehen“, sagte Eiben. Sicher ist die Stadt sich dabei, dass sie künftig die Spielregeln für die Vergabe der Grundstücke und die Art und Weise der Bebauung stärker vorgeben will.

Um Bebauung geht es auch bei einem weiteren Thema, das Florian Eiben in diesem Jahr auf den Weg gebracht hat und im kommenden Jahr in einem ersten Schritt abschließen will: beim Gewerbegebiet Leegemoor. Die Erweiterung des Gewerbegebietes ist seit rund 20 Jahren in Norden ein Thema. Einen B-Plan gibt es auch schon in der Schublade. Das Problem: Anscheinend hat sich in den letzten 20 Jahren niemand in der Verwaltung darum gekümmert, auch die dafür notwendigen Flächen anzukaufen. Es sei nicht einmal mit den Flächenbesitzern darüber gesprochen worden, sagte Eiben. Das ist nun anders. „Ich habe diesen Monat den ersten Kaufvertrag unterschrieben für die ersten zwölf Hektar. Die anderen Gespräche und Termine sind auch schon fürs nächste Jahr koordiniert“, sagte Eiben nicht ohne Stolz und konnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung seiner Vorgänger dann noch nicht verkneifen: Es sei ja aber bezeichnend gewesen, dass in der Vergangenheit Geld für eine Straße in den Haushalt eingestellt wurde, ohne über die entsprechenden Grundstücke zu verfügen, sagte er.

Eiben: Es gibt genügend Firmen, die nach Norden wollen

Mit den zwölf Hektar habe die Stadt den größten Grundstücksanteil jetzt gekauft. Es stünden aber noch einige Grundstückskäufe für die restlichen rund acht Hektar an, bevor es wirklich losgehen könne, so Eiben. „Ich bin optimistisch, dass wir Ende des nächsten Jahres, alle Flächen zusammen haben werden“, sagte Eiben.

Firmen, die ins Gewerbegebiet Leegmoor ziehen wollen, gibt es nach Aussagen von Florian Eiben genügend. Entsprechende Listen würden bereits im Rathaus liegen. Darunter seien auch Norder, die mit ihren Firmen aus dem Umland gerne in die Stadt kommen würden. Bisher waren dafür nicht die Flächen da.

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