Berlin  „Wie ein Fanclub-Treffen“: Das sagt Oliver Pocher zum Interview von Boris Becker

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 24.12.2022 10:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Oliver Pocher (links) hat sich zum Interview von Boris Becker geäußert. Foto: dpa/Revierfoto/PA Wire/Kirsty O‘connor
Oliver Pocher (links) hat sich zum Interview von Boris Becker geäußert. Foto: dpa/Revierfoto/PA Wire/Kirsty O‘connor
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Boris Becker und Oliver Pocher werden in diesem Leben vermutlich keine Freunde mehr. Der Comedian äußerte sich nun ausführlich zu Beckers Rückkehr nach Deutschland und das große Fernsehinterview. Dabei ließ er kein gutes Haar an der einstigen Tennislegende.

Nach knapp acht Monaten im britischen Gefängnis, ist Tennislegende Boris Becker wieder in Deutschland. Doch nicht jeder freut sich über die Rückkehr des 55-Jährigen. In seinem Podcast „Die Pochers“, den er zusammen mit seiner Ehefrau Amira aufnimmt, lästerte der Comedian Oliver Pocher jetzt über das große Interview, das Becker kürzlich im Fernsehen gab.

Pocher erklärte, dass seiner Meinung nach nichts verwertbares bei dem Interview herumgekommen sei – auch, weil Moderator Steven Gätjen die falschen Fragen gestellt habe. „Das war ja wie ein Fanclub-Treffen. Da kam original nichts rüber“, so der Comedian. Zudem habe Becker sich während des rund zweistündigen Gesprächs immer wieder widersprochen. Auch darauf sei Gätjen nicht eingegangen.

Darüber hinaus lästert Pocher in der Podcast-Folge über Beckers Erzählungen aus dem Gefängnisalltag. „Wenn er von der Zeit erzählt, klingt das, als ob so ein Best-of von Gefängnisfilmen erzählt wird.“ Der Comedian stört sich besonders an Beckers Darstellung, dass dieser Angst gehabt habe, im Gefängnis vergewaltigt zu werden. „Der hat wirklich die Seifen-Nummer erzählt, dass er Angst hatte, duschen zu gehen“, so Pocher.

Der Comedian vermutet hinter dem Interview vor allem eine Marketing-Aktion. „Es wird immer nach der Werbung emotional, und dann noch mal emotional und am Ende wurde es noch mal emotional. Wenn er anfängt zu weinen, dauert es 20 Sekunden und dann geht‘s weiter.“

Ein Gericht hatte den einstigen Tennisstar am 29. April 2022 unter anderem wegen Insolvenzverschleppung zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Nach gut acht Monaten kam Becker jedoch vorzeitig frei, es folgte die Abschiebung nach Deutschland. Kurz danach gab er dem Fernsehsender Sat.1 ein großes Interview, in dem er über seine Zeit im Gefängnis berichtete.

Dafür soll Becker laut Medienberichten rund 500.000 Euro kassiert haben. Geld, das der verschuldete Ex-Sportler dringend benötigt. Das weiß auch Pocher. „Er hat übrigens alles, was er gemacht hat, nie wegen Geld gemacht“, lästert der Comedian in seinem Podcast. „Da habe ich mich gefragt, wieso wir ihm bei ‚Alle auf den Kleinen‘ (gemeinsames TV-Duell aus dem Jahr 2013, Anm. d. Red.) eigentlich eine Gage bezahlt haben.“

Becker hatte in dem Fernsehinterview zudem erzählt, im Gefängnis mehrfach mit dem Tod bedroht worden zu sein. Auch dem schenkt Pocher nur wenig Glauben. Ein wegen Mordes seit 16 Jahren einsitzender Mithäftling habe den Tennisstar bedroht, doch die anderen Insassen hätten Becker verteidigt.

„Der Typ kam dann am nächsten Tag und hat ihm die Füße geküsst und alle um Entschuldigung gebeten“, so Pocher. „Danach hat er dann noch Wasser zu Wein gemacht, so geht die Geschichte weiter…“

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