Bessere Technologie Stillstand beim Ausbau des WLAN-Netzes in Aurich
Bereits vor einem Jahr hatte Bürgermeister Horst Feddermann angekündigt, das freie WLAN-Netz in der Stadt ausweiten zu wollen. Dessen Ausbau ist allerdings an eine Bedingung gekoppelt.
Aurich - In vielen deutschen Städten ist es ein selbstverständliches Angebot: Besucher der Innenstadt können sich kostenlos in ein öffentliches WLAN-Netz einwählen und dann im Netz surfen. Diesen Service gibt es zwar seit 2015 auch in Aurich, allerdings steht er nur eingeschränkt und nicht sehr zuverlässig zur Verfügung. Daran wollte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) bereits Ende 2021 etwas ändern: Das Angebot sollte verbessert und erweitert werden. In den vergangenen zwölf Monaten ist das allerdings nichts passiert, wie eine Anfrage der Redaktion ergab. Voraussetzung für die Einführung des freien WLAN-Netzes wären Fördermittel aus dem EU-Programm „Perspektive Innenstadt“ gewesen, sagte Feddermann. Die habe man zwar beantragt, die Zusage sei allerdings erst im Dezember eingetroffen.
„Es war die letzte von 13 Maßnahmen, die wir beantragt hatten und die positiv beschieden wurde“, sagte Stefan Harms. Der Mitarbeiter der Stadt Aurich ist zuständig für die Ausschreibung der Angebote. Die Fristen dafür waren und sind auch weiterhin eng gefasst. So müssten alle Angebote bis zum 15. Mai umgesetzt und auch weitgehend abgerechnet sein. Ein sehr sportliches Unterfangen, wie Politik und Verwaltung bereits im Vorfeld mehrfach betont hatten. Damals war allerdings nicht absehbar, dass die Bewilligung der Anträge sich fast über ein halbes Jahr hinziehen würde. „Bei manchem ist schon jetzt absehbar, dass wir das nicht schaffen werden. Deshalb senden wir gleich, nachdem der positive Bescheid bei uns eingegangen ist, die Bitte um Verlängerung der Abrechnungsfrist an die N-Bank“, sagte Stefan Harms. Stichtag wäre dann der 30. Juni. Weil der Antrag für das WLAN als letztes bewilligt worden sei, fürchte er, so Harms, dass selbst die Verlängerung der Antragsfrist nicht ausreichen könnte, um das Vorhaben umzusetzen.
Angebot soll ausgeweitet werden
Welche technischen Voraussetzungen wären dafür erforderlich? Wie viele Zugriffpunkte (Access-Points) müssten installiert werden? Oder ist diese Technik bereits veraltet? Das könne er derzeit nicht beantworten, sagte Stefan Harms. Horst Feddermann hatte auf Anfrage lediglich mitgeteilt, dass das Gebiet, für das freies WLAN zur Verfügung stehen soll, erheblich ausgeweitet werde. Waren bisher vor allem der Marktplatz und die Burgstraße versorgt, sollen es bis zum Sommer 2023 alle Bereiche sein, die zum Einzugsgebiet des Förderprogramms „Perspektive Innenstadt“ gehören. Die Fläche reicht im Norden bis zum Pferdemarkt, im Süden bis zum Fischteichweg. Im Osten wird es begrenzt von der Großen Mühlenwallstraße, im Westen von der Julianenburger Straße.
Derzeit wird das freie WLAN von dem Auricher Unternehmen OMG bereitgestellt. Die Dienstleistung sei für die Firma eine Art Prestigeprojekt, das sie unentgeltlich anbiete, hieß es immer vonseiten der Verwaltung. Der Nachteil: Die Stadt konnte keine Forderungen stellen und war vom guten Willen des Unternehmens abhängig. OMG könne sich selbstverständlich auch auf die Ausschreibung hin melden, hieß es aus dem Rathaus. Ob und inwieweit das bisherige System und das künftige miteinander verbunden werden können, stehe derzeit noch nicht fest, sagte Stefan Harms.
Mit dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ fördert die Landesregierung 207 Kommunen und kommunale Verbünde in Niedersachsen bei der Entwicklung von Projekten und Konzepten zur Innenstadtentwicklung. Aurich hat etwas mehr als 1,1 Millionen Euro aus dem Fördertopf erhalten. Mit dem Sofortprogramm sollten die Folgen der Corona-Pandemie in den Innenstädten abgemildert werden. Dabei gehe es um mehr als gute Einkaufsmöglichkeiten, hatte die niedersächsische Europaministerin Birgit Honé (SPD) im März 2021 gesagt. Vielmehr sollten die Innenstädte für die Menschen, die dort einkaufen, arbeiten, verweilen oder wohnen wollen, attraktiv gestaltet sein.
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