Osnabrück Anna Maria Mühe lernte an echten Leichen für Netflix-Serie „Totenfrau“
Ab 5. Januar ist Anna Maria Mühe als mordende Bestatterin in der Netflix-Serie „Totenfrau“ zu sehen. Für ihre Rolle lernte sie an echten Leichen, wie sie im Interview mit unserer Redaktion berichtet.
Schauspielerin Anna Maria Mühe (37) hat für die Netflix-Serie „Totenfrau” (Start 5. Januar) an echten Leichen für ihre Rolle als Bestatterin gelernt. Sie habe in einem Tiroler Bestattungsinstitut einen Tag lang hospitiert, berichtete sie im Interview mit unserer Zeitung: „Auf jeden Fall war das für mich alles neu und hat mich auch Überwindung gekostet. Ich hatte der Bestatterin vorher alle Handgriffe gesagt, die ich im Film machen muss – waschen, Haare bürsten, schminken. Ich wollte alles mal sehen und auch mitmachen, aber damit war ich erst mal vorsichtig, denn es ging ja um fremde Menschen und Tote, die nicht ,Nein’ sagen können. Wollen die das überhaupt, dass Frau Mühe an ihnen rumfummelt?”
Diese Bedenken habe sie aber abgelegt, fuhr Mühe fort: „Die Bestatterin war wirklich toll und respektvoll und wir haben alle Schritte an zwei toten Männern durchgeführt. Ich habe alles gemacht – vom Lösen der Leichenstarre bis zum Ziehen der Ligaturnadel durch das Kinn. Das macht man, damit der Mund nicht offensteht und der Tote friedlich aussieht.”
Trotz ihrer Netflix-Rolle bekannte sich die Schauspielerin zum klassischen Fernsehen: „Ich glaube, ich bin der letzte Mohikaner und gucke tatsächlich auch noch linear. Sonntags sehe ich mir gerne den Tatort live in der ARD an und nicht erst später mit dem Computer in der Mediathek. Und ich gucke gerne auch montags den Krimi im ZDF.”
Deshalb sei es auch keine gute Idee, sie am Sonntagabend um 20.30 Uhr anzurufen: „Aber ich finde jegliche Anrufe ab 20 Uhr schwierig, das dürfen wirklich nur meine engsten Freundinnen. Ich habe dann mein Handy auch oft schon im Flugmodus, weil ich irgendwann auch mal Sendeschluss haben will.”
Die 37-Jährige bekannte sich zu einem kleinen Ordnungsfimmel und ihrer Angewohnheit, schon aufzuräumen, wenn die Gäste noch da sind: „Aber ich mache es so charmant, dass sie es mir nicht übel nehmen.” Ihre Wohnung sei so konzipiert, dass Wohnzimmer, Esszimmer und Küche ein großer Raum sind: „Das heißt, ich bin beim Aufräumen nicht weg von den Gästen, sondern in Reich-, Ruf- und Sichtweite. Das hilft, man ist ja noch da. Ich rede auch einfach weiter, während ich wegräume, ich nehme also weiter aktiv am Gespräch teil. Dann können mir die Gäste gar nicht böse sein, weil sie sich am Ende freuen, dass sie keine Krümel mehr vor sich liegen haben, sondern ein frisches Glas mit einem schönen Wein drin.”
Wein wird die Schauspielerin zu Silvester allerdings weniger ausschenken: „Ich feiere im kleinen Kreis mit vielen Kindern bei mir zu Hause, allerdings schon immer ohne Böller, weil ich das nicht mag.”