Wohnen auf dem Land Grundstückspreise knacken die 100-Euro-Marke in Ihlow
Die Gemeinde Ihlow wächst gegen den Trend immer weiter. Damit das so bleibt, setzt sie auf neue Baugebiete und hofft trotz der gestiegenen Kosten auf Bauwillige.
Ihlow - Die Gemeinde Ihlow wächst beständig, trotz der dunklen Prognosen in der Vergangenheit. Das soll auch in den nächsten Jahren so weitergehen. Dafür setzt die Gemeinde vor allem auf Familien und lockt unter anderem mit neuen Baugebieten. Der Erfolg steht und fällt damit, dass sich die Bauwilligen nicht von den gestiegenen Grundstückspreisen und Baukosten abschrecken lassen. Die Verwaltung jedenfalls hofft auf weiterhin bestehendes Interesse und treibt die Planungen für neue Baugebiete voran, die in den Ortschaften bereits entstehen oder noch entstehen sollen.
Was und warum
Darum geht es: Bei den Baugebieten geht es in der Gemeinde Ihlow voran. In Riepe werden jetzt die Grundstücke vergeben.
Vor allem interessant für: Bauwillige und Investoren
Deshalb berichten wir: Die Gemeinde Ihlow hat in ihrem Jahresrückblick den aktuellen Stand bei den Baugebieten zusammengefasst. Es hat sich einiges getan.
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Allen voran wird es jetzt in Riepe konkret, wo die Vergabe von 42 Grundstücken bevorsteht. Im Baugebiet an der Fennenstraße sind die Vorplanungen durch die Erschließungsgesellschaft, bestehend aus der Entwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft Ihlow (EDI) und der Firma Heyen aus Westerende, bereits abgeschlossen. Für die Vermarktung der Flächen hat die Gemeinde die 200 Interessenten auf der gemeindeeigenen Vormerkliste angeschrieben. Diese Liste der Bauwilligen stammt noch aus dem Jahr 2016, wurde aber 2019 aktualisiert. Bis Mitte Januar ist eine Rückmeldung möglich. Ab Frühjahr sollen die Grundstücke erschlossen werden.
Mehrkosten beim Tiefbau
Dass diese Grundstücke alle an den Mann oder die Frau gebracht werden können, damit rechnet EDI-Geschäftsführer Ulrich Kubatschek fest, trotz der hohen Grundstückspreise. Hier hat die Gemeinde erstmals die magische Zahl von 100 Euro pro Quadratmeter geknackt und liegt bei 112 Euro pro Quadratmeter. Für die gestiegenen Kosten macht Kubatschek vor allem die Mehrkosten im Tiefbau verantwortlich. Zusätzlich haben die Verantwortlichen auf einigen Flächen mit schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen. Hier muss ein spezieller Flüssigboden für Abhilfe sorgen.
Weitere Baugebiete sind bereits in Planung. Die Gemeinde bemüht sich dafür um den Flächenankauf in den Ortsteilen Ostersander, Simonswolde, Westerende und Ochtelbur. Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) stellt allerdings ein Ende des in ländlichen Regionen üblichen Einfamilienhausbaus in Aussicht. „Das können wir uns aus Gründen des Klimaschutzes und in Hinblick auf den Flächenverbrauch einfach nicht mehr uneingeschränkt leisten“, sagt Ulrichs.
Investor setzt auf Mehrfamilienhäuser
Vor diesem Hintergrund verweist er auf die Planungen, die der Auricher Investor „Haus & Projekt GmbH“ für das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann in Ihlowerfehn Anfang des Jahres im Bauausschuss vorgestellt hatte. Das Plangebiet befindet sich bei der Kirche in Ihlowerfehn zwischen der Kirchdorfer Straße und der Plaggefelder Straße und liegt damit in unmittelbarer Nähe zum Ortskern.
Hier sollen nur ein Einfamilienhaus und mehrere Zwei-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Der Investor plant zusätzlich Gebäude für betreutes Wohnen mit einem angegliederten ambulanten Pflegedienst. Das Baugebiet hat eine Gesamtgröße von etwa 12.000 Quadratmetern – mit 8700 Quadratmetern reiner Baufläche. Auf den restlichen Flächen entstehen eine Erschließungsstraße, ein Regenrückhaltebecken und ein Lärmschutzwall. Der Gemeinderat hat den dazu notwendigen Bebauungsplan bereits beschlossen.
Damit die Menschen in Ihlow nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten können, stehen nicht nur Wohngebiete im Fokus: Der Rat hatte Mitte Dezember die Grundlage für die Erweiterung des Gewerbegebietes Riepe-Leegmoor geschaffen. Auf einer Gesamtfläche von sechs Hektar will die Firma Landguth ihre Produktionsanlagen erweitern. Der Anteil der reinen Baufläche liegt bei etwa vier Hektar, auf der restlichen Fläche entstehen ein Regenrückhaltebecken, Verkehrs- und Grünflächen.
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