Aurich-Cup am Montag Favoritensiege, grün-weißes Aurich und ein Torwart-Tor
Am Montag standen beim Hallenfußball-Turnier in der Sparkassen-Arena vor allem Keeper im Mittelpunkt. Ein kurzfristig eingesprungenes Frauen-Team überzeugt.
Das Tor des Middelser Schlussmanns, der eigentlich Stürmer ist, war einer der Highlights des ersten Aurich-Cup-Tages in 2023. In den Abendspielen setzten sich überwiegend die Favoriten durch. Bei den Herren waren das Landesligist GW Firrel, sowie die Bezirksligisten SV Wallinghausen, TuS Middels und VSK Osterholz-Scharmbeck. Bei den Frauen kam neben dem dominierenden Oberligisten SV TiMoNo auch der Bezirksliga-Tabellenführer SG Elisabethfehn/Harkebrügge weiter – dabei war die SG erst sehr kurzfristig eingesprungen.
1700 Menschen in der Arena
Am Mittag hatte mit dem TuS Weene eine der vier Frauenteams der Montagabend-Session noch abgesagt. Die ausrichtende SpVg Aurich bemühte sich um Ersatz – und wurde im Saterland tatsächlich fündig. SG-Trainer Dirk Backhaus fragte in der Mannschafts-Whatsapp-Gruppe, ob jemand am Abend in Aurich mitspielen möchte. „Schnell gingen ein paar Daumen nach oben“, berichtete Spielerin Carina Lentz. So sagte die SG gegen 15 Uhr zu und machte sich knapp drei Stunden später auf die 50 Kilometer lange Fahrt nach Aurich.
Eine noch weitere Anreise hatten die Frauen des TuS Büppel II (Friesland) und die Herren-Teams TuS Eversten (Oldenburg) und VSK Osterholz-Scharmbeck (zwischen Bremen und Bremerhaven). „Wir spielen jedes Jahr so vier, fünf Turniere und wollten mal was Neues machen“, berichtet Thorsten Westphal, Trainer der VSK. Die viele Spielpraxis seiner Mannschaft wurde in der Auricher Halle ersichtlich. Sie ließ den Ball gut laufen, wechselte Positionen und band den Torwart gut ein. Vor allem beim 8:1 im letzten Spiel des Montags gegen Eversten brillierte der VSK. Zu diesem Zeitpunkt – es war kurz vor 23 Uhr – war der Großteil der Tribüne bereits leer. Zur Hochzeit befanden sich am Montag rund 1700 Menschen in der Sparkassen-Arena – inklusive der spielenden Teams. „Es war der bislang bestbesuchte Tag des Aurich-Cups“, sagte Hauptorganisator Stefan Wilts.
SpVg-Teams enttäuschen am Montag
Dass auch erstmals ordentlich Stimmung in der Halle war, lag vor allem am SV Wallinghausen. Mit Fahnen, Ratschen und „Wallinghausen“-Rufen feuerten rund 80 Anhänger den SVW an. Nach einer 1:3-Niederlage gegen Firrel feierte das Team von Ewald Mühlenbrock zwei 2:1-Siege, einen im hitzigen Duell mit Borssum und einen im Derby gegen Stadtrivale Aurich. „Aurich ist grün-weiß“ stand nicht nur auf einem gebastelten Laken der Wallinghausener, sondern wurde somit auch sportlich untermalt. Für die gastgebende SpVg lief der Abend enttäuschend. Sowohl die Herren als auch die weibliche U20 verlor alle drei Spiele.
Der dritte Auricher Herren-Bezirksligist an diesem Tag, der TuS Middels, brillierte dagegen. Er gewann in Gruppe 4 alle Spiele – ebenso wie Firrel in Gruppe 3. Dabei hatte Middels gar kein echter Torwart zur Verfügung gestanden. Angreifer Henning Corell zog sich wie schon in Vorbereitungsspielen die Handschuhe an.
Carstens wird übers Mikrofon gratuliert
„Ich stand in der B-Jugend mal ein halbes Jahr im Tor, aber ansonsten habe ich da wenig Erfahrungen“, sagte der gebürtige Wittmunder. Mehrfach hielt er gut, ab und zu kam aber der dribbelverliebte Feldspieler in ihm durch. Dabei hatte er Glück, dass Ballverluste nicht mit Gegentoren bestraft wurden. Zum Ende des letzten Spiels gegen Holtriem, als das Weiterkommen gesichert war, lief Corell nach vorne und erzielte tatsächlich ein Tor. 20 Minuten später hätte mit Julian Ahlers vom SV Wallinghausen fast noch ein weiterer Keeper getroffen. Doch Aurichs Mahsun Bugday – der Stunden zuvor bereits bei der A-Jugend zum Einsatz gekommen war – konnte Volleyschuss vom eigenen Strafraum noch zur Ecke lenken.
Schon im ersten Herren-Spiel des Abends bekam ein Torwart die Aufmerksamkeit der Halle. Hallensprecher Dietmar Müller-Dunkmann gratulierte Firrels René Carstens übers Mikrofon zu seinem 30. Geburtstag. Dieser hob dankend eine Hand und hielt darauffolgend mehrfach stark. Dass er in jedem Spiel ein Gegentor kassierte, konnte Carstens aber nicht verhindern. Mit dem SV TiMoNo blieb eine Mannschaft am Montagabend sogar ohne Gegentor. Dabei wechselten sich Jule Jelten und Nora Warncke im Kasten ab. Für Warncke war es ein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause. Doch weil ihr gebrochener Finger nicht richtig zusammengewachsen ist, steht die nächste Pause bereits bevor. Am Montag – einen Tag nach dem Finaltag des Aurich-Cups – wird die 22-Jährige operiert.