Osnabrück  Schönes im Norden: Museen 2023 mit Kunst von Monet bis Christo

Stefan Lueddemann
|
Von Stefan Lueddemann
| 04.01.2023 10:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Claude Monet, Felder im Frühling, 1887 Öl auf Leinwand, 74 x 93 cm Staatsgalerie Stuttgart. Foto: Foto: ARTOTHEK
Claude Monet, Felder im Frühling, 1887 Öl auf Leinwand, 74 x 93 cm Staatsgalerie Stuttgart. Foto: Foto: ARTOTHEK
Artikel teilen:

Bürger für Bilder: Museen im Norden leben viel von privatem Engagement. Zu welchen Spitzenleistungen das führt, ist 2023 wieder zu erleben. Das Kunstjahr in der Vorschau.

Reiche Bürger und schöne Bilder: Den Begriff gab es damals noch nicht. Aber mit einem Crowdfunding ging es 1823 los. Bremer Bürger schlossen sich zusammen, um eine herrliche Grafiksammlung für die Stadt zu erhalten. Der Kunstverein war geboren. Norddeutsche Besonderheit: Der Kunstverein trägt die private Kunsthalle. Sie ist kein städtisches Haus. Eine weithin einmalige Konstruktion. Die Kunsthalle feiert ab April mit einem Reigen von Ausstellungen auf den Jahrestag am 14. November 2023 hin. Höhepunkt dabei ist sicher die Schau „Geburtstagsgäste. Von Monet bis van Gogh“ ab dem 7. Oktober.

Geburtstagsfeier für ein Malergenie: Caspar David Friedrich ist ein Mythos, der sein Publikum fesselt – bis heute. Deshalb läuft auch schon der Ticketverkauf für die groß, diesem Maler gewidmete Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle, auch wenn sie erst am 15. Dezember 2023 eröffnet wird. Der 250. Geburtstag des Malergenies wird zwar erst 2024 gefeiert werden. Hamburg startet aber schon in diesem Jahr. Der Grund: Die Kunsthalle ist ein Caspar David Friedrich-Ort erster Güte. Meisterwerke wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ oder „Die Gescheiterte Hoffnung“ gehören zum Bestand des Hauses. Die Menschen werden wieder in Scharen pilgern, wenn die mysteriösen Szenen dieses größten Romantikers unter den Malergenies locken.

Kunsthalle in Sackleinen: Osnabrück kommt 2023 aus den Feiern zu verschiedenen Kulturjubiläen gar nicht heraus. Überwölbendes Datum ist der 375. Geburtstag des Westfälischen Friedens. Für Kunstfreunde interessanter sind zwei andere Daten: Im Juli wird das Felix-Nussbaum-Haus 25 Jahre alt. Die Kunsthalle öffnete im Sommer vor 30 Jahren ihre Türen. Top-Act im Stadtraum: Ende Mai soll der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama, 2017 auf der Documenta in Kassel und Athen präsent, ein Gebäude in der Osnabrücker Innenstadt verhüllen. Offenbar wird das die Kunsthalle selbst sein. Mahamas Auftritt verspricht, ein spektakuläres Event zu werden, das die Kunstpräsentation in Osnabrück mit einem Kulturprojekt in Ghana verbindet.

Die Frauen nach vorn: Der Kunstbetrieb entdeckt die Frauen. Der Trend ist seit Jahren deutlich markiert. Namen von Künstlerinnen wie Louise Bourgeois, Carmen Herrera, Maria Lassnig oder Miriam Cahn haben das Bild der zeitgenössischen Kunst neu und anders geprägt. Die Kunsthalle Emden legt 2023 nach. „Hier bin ich! KünstlerInnnenselbstporträt“: Das Projekt versammelt ab dem 4. März 2023 Werke von Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker und Lotte Laserstein über Marina Abramović, Joan Jonas und Cindy Sherman bis hin zu jüngeren Positionen wie Martine Gutierrez und Bunny Rogers. Eine illustre Reihe, die zu einer veritablen Zeitgeistschau avancieren wird. Dringend zu empfehlen!

Mit Christo und Jeanne-Claude: „Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos“. Noch Fragen? Der Ausstellungstitel ist nicht nur beredt, er zieht einfach. Ab dem 10. März lädt das Schloss Gottorf in Schleswig zu einer der größten Abenteuerreisen der modernen Kunst. Christo und Jeanne-Claude haben die Welt verpackt, aus allem Kunst gemacht. Gigantisch. Grenzenlos. Die Schau, die gerade noch im Düsseldorfer Museum Kunstpalast läuft, hat dort schon über 60000 Besucher angezogen. Die Reise geht weiter. Der Norden darf sich auf ein wahres Kunsthighlight freuen.

Und was zeigt Schwerin? Die Staatlichen Kunstsammlungen der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns sind noch bis Ende 2024 geschlossen. Das Haus wird umfassend renoviert. In dieser Zeit gibt es die Ausstellung „Glanzstücke im Dialog“ im Schloss Schwerin, gleich gegenüber. „Bekannte Gemälde der weltweit renommierten Sammlung niederländischer und flämischer Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts treten in einen Dialog mit erlesenen Objekten aus den reichen Schätzen des Kunsthandwerks und des Münzkabinetts“, heißt es dazu auf der Homepage der Kunstsammlungen. Schwerin bleibt so eine Reise wert – auch als Ort der Kunst.

Ähnliche Artikel