Analyse wird vorgestellt  Ergebnisse zu Krummhörner Schulen und Kitas liegen vor

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 05.01.2023 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Als sich ein Gutachter von Biregio Ende Oktober die Grundschule in Jennelt ansah, kamen etwa 70 Personen zu einem stillen Protest zusammen. Die BI hofft darauf, dass möglichst alle Grundschul-Standorte in der Krummhörn erhalten bleiben. Archivfoto: Hillebrand
Als sich ein Gutachter von Biregio Ende Oktober die Grundschule in Jennelt ansah, kamen etwa 70 Personen zu einem stillen Protest zusammen. Die BI hofft darauf, dass möglichst alle Grundschul-Standorte in der Krummhörn erhalten bleiben. Archivfoto: Hillebrand
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Gutachter haben die Krummhörner Schulen und Kitas untersucht. Nun wollen sie über die Ergebnisse informieren. Die Sorge ist vor allem in Jennelt groß.

Jennelt - Wird die Grundschule Jennelt geschlossen oder nicht? Über diese Frage wird ab diesem Monat wieder verstärkt diskutiert werden. Der Grund: Die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse zu allen Krummhörner Schulen und Kitas steht vor dem Abschluss und soll nun vorgestellt werden. Das geht aus einer Reihe von Terminankündigungen hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Was und warum

Darum geht es: Gutachter haben die Krummhörner Kitas und Schulen untersucht und wollen bald ihre Empfehlungen vorstellen.

Vor allem interessant für: Krummhörner mit Kindern und Jugendlichen, die in der Gemeinde betreut beziehungsweise unterrichtet werden

Deshalb berichten wir: Wir hatten davon gehört, dass inzwischen Ergebnisse zur Schuluntersuchung in Jennelt vorliegen sollen und nachgefragt.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Demnach soll es zunächst am Freitagabend, 13. Januar, eine nicht-öffentliche Informationsveranstaltung in der Mensa der IGS geben. Eingeladen sind Schulverantwortliche, Vertreter der betroffenen Eltern, der Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt des Schulstandortes in Jennelt, des Krummhörner Bildungsausschusses und der Gemeindeverwaltung. Eingegangen werden soll dort zum Beispiel auf Prognosen sowie auf die Gebäude- und Raumsituationen und auf die Konzepte der einzelnen Einrichtungen. Diese hatte sich die beauftragte Projektgruppe Bildung und Region (Biregio) aus Bonn angesehen.

Öffentlichkeit wird im Februar informiert

Mit den Eingeladenen soll bei Bedarf über „einen etwaigen Änderungs- und Ergänzungsbedarf“ gesprochen werden – ein „abschließender Meinungsaustausch“, wie es in der Einladung heißt. Empfehlungen zu den einzelnen Standorten sollen jedoch noch nicht besprochen werden, da „der Erhebungsprozess zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist“. Das soll erst am 26. Januar in der IGS geschehen, wenn die Bedarfsanalyse inklusive möglicher Standortvarianten sowie der Empfehlung von Biregio vorgestellt wird. Auch diese Infoveranstaltung ist jedoch nur für geladene Gäste.

Erstmals öffentlich vorgestellt werden sollen die Ergebnisse erst am 9. Februar, wenn der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss des Gemeinderates ab 18.30 Uhr tagt. Dann soll die Politik im Idealfall auch eine Empfehlung für den Rat abgegeben, der am 2. März ab 18.30 Uhr öffentlich tagt und eine Entscheidung treffen soll.

BI sucht Kontakt zu anderen Grundschulen

Die BI erwartet die Sitzungen mit Spannung, schreibt auf Nachfrage ihre Initiatorin und frühere Jennelter Rektorin Jutta Lerche-Schaudinn. „Wir sind weiterhin offen, uns für den Erhalt aller Grundschul-Standorte einzusetzen“, versichert sie. Um das zu erreichen, hatte die BI kürzlich auch beschlossen, Kontakt zu den Fördervereinen der anderen drei Krummhörner Grundschulen in Loquard, Greetsiel und Pewsum aufzunehmen. Nachdem sich inzwischen „Schulleitung, Förderverein und Schulelternrat der Grundschule Pewsum schon eindeutig in Richtung Zentralisierung positioniert“ hätten, habe man bislang leider noch keine Reaktion aus Loquard und Greetsiel erhalten, bedauert Lerche-Schaudinn. „Ich gehe davon aus, dass das Ergebnis der Bedarfsanalyse abgewartet wird.“

Ob es bei der Ratssitzung am 2. März tatsächlich schon zu einer grundlegenden Entscheidung über eine mögliche Schließung, eine Kernsanierung oder einen Neubau in Jennelt kommen wird, darf bezweifelt werden. Über das Thema Schulschließungen wird immerhin kontrovers und emotional diskutiert und im Jahr 2014 wurde eine Empfehlung von Biregio auch schon einmal ignoriert. Damals empfahlen die Bonner, die Grundschulen Loquard und Greetsiel zu schließen.

Ratsvorsitzender rechnet mit Entscheidung bis zum Sommer

Heiko Ringena ist nicht nur Vorsitzender der Wählergemeinschaft Freie Bürgerliste Krummhörn (FBL), sondern auch Vorsitzender des Krummhörner Gemeinderats. Er hofft damit, dass bis zu den Sommerferien darüber entschieden wird, ob alle Schulstandorte erhalten bleiben und wie es speziell mit der Jennelter Grundschule weitergeht. Immerhin habe man jetzt die lange geforderten Zahlen und die Bürger verlangten, dass es weitergehe, findet er. Ringena zeigt sich jedoch gelassen: „Meine Befürchtung, dass Jennelt geschlossen wird, tendiert gegen null“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Es ist das Ziel aller Parteien, alle vier Standorte zu erhalten, wenn es nur irgendwie gehe. Auch erinnert er daran, dass es sich bei der Bedarfsanalyse, wie auch schon 2014, nur um eine Empfehlung handelt, die die „nackten Fakten“ zusammentrage. So spielten auch noch weitere Faktoren in die Entscheidung mit rein.

Was die Kosten angeht, so macht seiner Meinung nach eine Kernsanierung vermutlich mehr Sinn als ein Neubau. Der Unterschied betrage mehrere Millionen Euro, weshalb sich die Gemeinde vermutlich keinen Neubau leisten könne. Es gelte aber, nach passenden Fördermitteln zu suchen und dann zu entscheiden, ob es für eine Sanierung oder einen Neubau mehr Geld gibt.

Allerdings befürchtet er, dass das Regionale Landesamt für Schule und Bildung (früher Landesschulbehörde) der Politik die Entscheidungen zur Zukunft der Grundschulen zumindest langfristig abnehmen könnte. Immerhin könne es entscheiden, keine Lehrer mehr zu schicken, wenn es in einer der vier Einrichtungen irgendwann zu wenig Schüler geben sollte. Gerade in den kleineren in Loquard und Greetsiel.

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