Singen, Segen und Spenden  Leeraner Sternsinger kommen wieder zur Tür

Dorothee Hoppe
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Von Dorothee Hoppe
| 05.01.2023 17:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hannah Kalesics und Renken Möhlmann freuen sich auf die Sternsinger-Aktion. Foto: Hoppe
Hannah Kalesics und Renken Möhlmann freuen sich auf die Sternsinger-Aktion. Foto: Hoppe
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Nach zwei Jahren Pause dürfen die Kinder und Jugendlichen wieder persönlich von Haus zu Haus gehen, singen und den Segen verteilten. Auch Spenden für Kinder-Hilfsprojekte werden wieder gesammelt.

Leer - Casper, Melchior und Balthasar – so heißen die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie brachten der Bibel nach die Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zur Krippe, in der Maria das Jesuskind zur Welt brachte.

Als die Heiligen Drei Könige, wie die drei Weisen auch genannt werden, verkleiden sich Kinder und Jugendliche traditionell um den 6. Januar herum. Das ist der Dreikönigstag. Sie gehen dann von Haus zu Haus, bringen an den Türen von Häusern und Wohnungen den Segen und sammeln Geld für wohltätige Zwecke. Sie sind auch bekannt unter dem Namen „Sternsinger“.

Besuch konnte gewünscht werden

Das ist dieses Jahr auch in Leer wieder der Fall: 36 Kinder aus der katholischen Pfarrei Seliger Hermann Lange nehmen teil. Eine Pfarrei ist ein Zusammenschluss von mehreren Kirchengemeinden. Mitglieder aus den zugehörigen Kirchen Sankt Michael und Sankt Marien konnten sich vorab den Besuch der Sternsinger wünschen. Am Sonnabend, 7. Januar, ziehen die Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren in acht Gruppen durch Leer. Bis Donnerstag haben sich rund 120 Kirchenmitglieder für einen Besuch angemeldet. „Da können noch welche absagen, weil sie krank sind, aber auch noch welche dazukommen. Das geht bis kurz vor Schluss so“, sagt Ruth Warnken lachend. Sie organisiert die Aktion seit Jahren gemeinsam mit einigen anderen Ehrenamtlichen.

Neben dem Singen und Segenanbringen sammeln die Kinder und Jugendlichen auch wieder Spenden für das Sternsinger-Hilfswerk. „Das Geld geht ausschließlich an Kinder-Projekte“, sagt Ruth Warnken. Das Beispiel-Land in diesem Jahr ist Indonesien. „Das bedeutet nicht, dass alle Spenden nach Indonesien gehen. Das Beispiel-Land ist dafür da, damit die Kinder sehen, wofür sie als Sternsinger sammeln“, erklärt die Organisatorin.

Zwei Jahre Alternativen zum Umherziehen

Bereits am Donnerstag waren die Gruppen schon bei einigen Stellen. „Wir bringen den Segen“, singen die Sternsinger so zum Beispiel beim Verlagshaus der Zeitungsgruppe Ostfriesland in Leer. Zwischen den Liedstrophen sagen sie Verse auf. Darin rufen sie dazu auf: „Helft uns zu helfen.“ Als sie fertig sind, applaudieren die zuschauenden Mitarbeiter und stecken Geld in die Sammelboxen.

Die Sternsinger waren schon bei der ZGO. Foto: Hoppe
Die Sternsinger waren schon bei der ZGO. Foto: Hoppe

„Ich freue mich, dass ihr so viel gespendet habt“, sagt Renken Möhlmann. Der Neunjährige war bereits im vergangenen Jahr dabei. „Wenn man einmal da ist, kommt man immer wieder“, meint auch Tanja Albers. Sie ist mit ihren 17 Jahren die Älteste und schon so lange dabei, dass sie gar nicht mehr weiß, wie viele Jahre. Aber ihr ist nicht nur der Spaß am Sternsingen wichtig: „Ich gehe nicht nur zu Jesus und bekomme was, sondern gebe auch etwas zurück“, sagt die 17-Jährige. „Es ist auch schön, wenn die Erwachsenen lächeln und sich freuen, wenn wir kommen und singen“, findet die 11-jährige Hannah Kalesics.

Wegen der Corona-Pandemie konnten die Sternsinger in den letzten zwei Jahren nicht „losziehen“. Stattdessen gab es ein Alternativ-Programm, wie Ruth Warnken erzählt: „Letztes Jahr haben die Kinder zusammen Segensbriefe gebastelt, die dann in den Briefkasten kamen. Davor das Jahr war ja noch weniger möglich. Da haben sich die Kinder alle mit einer Krone fotografiert und wir haben daraus eine Collage gemacht.“ Sie freut sich, dass das nun nicht mehr nötig ist und die Kinder und Jugendlichen wieder gemeinsam unterwegs sein können.

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