Rendsburg-Eckernförde  Es drohen Lieferengpässe: Wer einen neuen Holzofen braucht, sollte sich sputen

Rainer Krüger
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Von Rainer Krüger
| 06.01.2023 12:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ältere Ofen müssen ausgetauscht werden, wenn sie die Abgasnormen nicht erfüllen. Foto: Imago Images/Mint Images
Ältere Ofen müssen ausgetauscht werden, wenn sie die Abgasnormen nicht erfüllen. Foto: Imago Images/Mint Images
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Bis Ende nächsten Jahres müssen alte Kaminöfen ausgetauscht und umgerüstet werden, wenn sie die aktuellen Abgasnormen nicht erfüllen. Schornsteinfeger Nico Staben erklärt, warum man sich schon jetzt darum kümmern sollte.

In vielen Haushalten wird immer mehr mit Holz geheizt. Klassische Kamine oder auch Kaminöfen sind vor allem durch die Energiekrise wieder voll im Trend. Allerdings dürften viele Hauseigentümer bald in sie investieren müssen. Grund dafür ist die Bundes-Immissionsschutzverordnung. Sie enthält seit März 2010 Grenzwerte für die Staub- und Kohlenmonoxidemissionen von Kaminöfen.

Viele ältere Kaminöfen, die die Werte überschreiten, müssen bis Ende 2024 ausgetauscht oder umgerüstet sein. Schornsteinfeger Nico Staben aus Osterrönfeld empfiehlt Betroffenen, sich möglichst schnell um den Kaminofen zu kümmern.

Viele ältere Kaminöfen, die die Werte überschreiten, müssen bis Ende 2024 ausgetauscht oder umgerüstet sein. Schornsteinfeger Nico Staben aus Osterrönfeld empfiehlt Betroffenen, sich möglichst schnell um den Kaminofen zu kümmern.

Rein rechtlich gesehen können Kaminöfen mit zu hohen Feinstaub- oder Kohlenmonoxid-Werten noch bis 31. Dezember 2024 weiterbetrieben werden. Staben rät allerdings, diese Frist nicht auszuschöpfen. „Insbesondere wer einen neuen Ofen haben will, muss sicherlich 2024 mit Lieferengpässen rechnen. Wer schon jetzt den neuen Ofen kauft, ist sicherlich gut beraten“, sagt der Fachmann.

Eine Möglichkeit, die Werte zu senken, ist der Einbau eines Luftfilters. Doch davon rät Staben in Absprache mit der Landesinnung der Schornsteinfeger generell ab. Nach Schätzungen von Experten der Landesinnung ist ein guter neuer Kaminofen schon ab 2500 Euro zu haben. Ein Filter ohne Selbstwartung kostet rund 1500 Euro. Dazu kämen noch Ausgaben für den Einbau. Das ist für Staben aber noch nicht alles. „Ein neuer Ofen hat einen besseren Wirkungsgrad. Auf Dauer spart man durch ihn Holz“, macht er klar.

Durch die Bundes-Immissionsschutzverordnung sind jetzt Kaminöfen im Blick, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 in Betrieb genommen und auf ihren Schadstoffausstoß getestet wurden. Sie dürfen nur weiterbetrieben werden, wenn sie die Grenzwerte von 0,15 Gramm pro Kubikmeter Staub und 4 Gramm pro Kubikmeter Kohlenmonoxid nicht überschreiten.

Kann der Ofen das nicht leisten, muss er ersetzt, umgerüstet oder stillgelegt werden. Wo das Datum zu finden ist, kann Staben sagen: Es findet sich auf dem Typenschild des Kaminofens.

Wer bei der Antwort auf die Frage, ob sich die Umrüstung lohnt oder der Ofen eher ausgetauscht werden sollte, Rat sucht, sollte sich mit dem bezirksbevollmächtigten Schornsteinfeger (Bezirksschornsteinfeger) in Verbindung setzten.

Wer wo zuständig ist, kann man mittels Suchfunktion auf der Homepage der Landesinnung ermitteln. Kontakt mit dem Bezirksschornsteinfeger ist auf jeden Fall erforderlich. „Egal ob umgerüstet oder neu – bevor ein Kaminofen in Betrieb genommen wird, muss er vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden“, so Staben.

Ein Gespräch mit dem Bezirksbevollmächtigten stünde auch an, wenn das Testdatum auf dem Typenschild vor dem 1. Januar 1995 liegt. Denn dann hätte der Kaminofen bereits vor einigen Jahren ausgetauscht oder aufgerüstet werden müssen.

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