Aktionen gegen Starkregen Südbrookmerland legt im Kampf gegen Überflutung einen drauf
Die Gemeinde wollte für die Probleme bei der Entwässerung in Moordorf nur 120.000 Euro im Haushalt einstellen. Jetzt gibt es einen gewaltigen Nachschlag. Doch Geld ist nicht alles.
Südbrookmerland - Um die Entwässerungsprobleme in Moordorf in den Griff zu kriegen, will die Gemeinde Südbrookmerland zusätzlich zu den bisher veranschlagten 120.000 Euro voraussichtlich noch weitere 300.000 Euro in den Haushalt einstellen. Das ist am Freitag beim Jahrespressegespräch mit Bürgermeister Thomas Erdwiens (FWG) und den Fachbereichsleitern der Gemeinde bekannt geworden.
Die Querschnitte einiger Gräben und Rohre reichten nicht aus, um bei Starkregen das Wasser einwandfrei abführen zu können, deshalb müsse man einige Durchlässe an einigen Stellen optimieren, kündigte Konke Wienekamp an. Der Bauamtsleiter sprach davon, dass man unter anderem am Ritzweg tätig werden müsse. Das passiere unabhängig von den Ergebnissen eines Generalentwässerungsplans, den der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) seit einigen Monaten für die Gemeinde erarbeitet.
Gräben eigenmächtig zugeschüttet
„Darüber stehen wir mit dem Verband in intensiven Abstimmungsgesprächen“, sagte Thomas Erdwiens. Die Erstellung des Plans sei ein aufwendiges Verfahren, für das sehr viele Informationen über das Kanal- und Gräbennetz sowie das Landschaftsgefälle neu erhoben werden müssten. Die bisherigen Daten stammten aus den 60er Jahren und seien nicht mehr aktuell. Das liege unter anderem daran, dass etliche Hauseigentümer die Gräben an ihrem Grundstück eigenmächtig zugeschüttet hätten.
Wie verhängnisvoll sich das auswirken kann, war im September 2021 offenbar geworden. Nach starkem Regen am 14. September hatte es massive Probleme mit überfluteten Flächen und vollgelaufenen Kellern in Moordorf gegeben. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz. Damals war die Idee eines Generalentwässerungsplans aufgekommen. Dieser soll dazu dienen, die Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes darzustellen. Zur besseren Veranschaulichung soll der Verlauf langfristig in einem digitalen Modell dargestellt werden. Die Gemeinde hofft auf verlässlichere Informationen über das Abflussverhalten, insbesondere bei Starkregen.
Ein sehr „emotionales Thema“
Laut Thomas Erdwiens ist in diesem Jahr noch nicht mit Ergebnissen zu rechnen. Er wollte sich auch nicht festlegen, wann das der Fall sein könnte. Wegen der Komplexität des Vorgehens wage er keine Prognose, vor allen Dingen deshalb nicht, weil es sich um ein sehr „emotionales Thema“ handele.
Auf der Internetseite des OOWV (www.oowv.de) sieht man, wie eine Starkregenkarte für Oldenburg aussieht. Etwa ähnliches ist auch für Moordorf geplant. Außerdem gibt es auf der Homepage Empfehlungen für Hauseigentümer, wie sie sich vor dem Eindringen von Wasser in ihr Haus durch die Montage von Rückstausicherungen schützen können. Außerdem heißt es dort, dass gegen Starkregen nur eine Vielzahl an Maßnahmen helfe. Dazu gehören unter anderem die Entsiegelung von Flächen, das Schaffen von Stauraum, beispielsweise durch naturnah angelegte Gartenteiche, oder das Erhalten von Gräben. Ein guter Zwischenspeicher für Regenwasser ist überdies ein begrüntes Dach. Aktionen wie diese können im Übrigen von der Gemeinde gefördert werden.