Dokumentation über Scooter So ist der neue Film über H.P. Baxxter
Am Montag wurde in Leer die Dokumentation über die Band Scooter gezeigt. In dem Film lernt man den Leeraner H.P. Baxxter besser kennen. Anschauen lohnt sich aber nicht nur deswegen.
Leer - H.P. Baxxter steht in einem Studio. Um ihn rum seine Bandkollegen an ihren Instrumenten und Turntables, vor ihm drei Kameras. Er spricht zum Publikum und erzählt, wie komisch es ist, so aufzutreten. Es ist sein erstes Konzert im Onlinestream. Als die Musik richtig los geht, rastet H.P. Baxxter trotzdem aus und singt und feiert wie auf einer Bühne.
Mit dieser Szene beginnt die Musik-Dokumentation „FCK 2020 - zweieinhalb Jahre mit Scooter“. Zweieinhalb Jahre hat Regisseurin Cordula Kablitz-Post die Band Scooter begleitet. Eigentlich sollte es ein Film über die Band und eine Tour werden, doch dann kam Corona. Am Montagabend wurde „FCK 2020 - zweieinhalb Jahre mit Scooter“ in Leer gezeigt. Mit dabei war auch Scooter-Frontmann H.P. Baxxter, der sichtlich bewegt von seinem Heimspiel war. Baxxter, der mit bürgerlichem Namen Hans Peter Geerdes heißt und in Leer aufwuchs, freute sich, dass der Film in seiner Heimatstadt gezeigt wurde. Denn dort startete seine Karriere und dort wurde auch gedreht.
Bei Mama auf dem Sofa
Regisseurin Cordula Kablitz-Post nahm sich nämlich viel Zeit, die Anfänge der Band und der Karriere von H.P. Baxxter nachzuzeichnen. So wird im Wohnzimmer von Baxxters Mutter, Ellen Geerdes, in Leer gedreht. Dort sitzen Baxxter, seine Schwester Britt Maxime und deren Mutter vorm Fernseher, schauen alte Familienaufnahmen an, und erzählen von der Jugend des heute 58-Jährigen. Seine ausgefallene Schminke und Outfits, an Boy George und Robert Smith erinnernd, führen auch beim Publikum in Leer zu fröhlichem Gelächter. Den jüngeren Leeranern im Publikum zeigen die vielen alten Fotos und Aufnahmen, wer dieser H.P. Baxxter eigentlich war, und weckt bei älteren Leeranern Erinnerungen an den jungen, schrillen Typen, der nach Hannover ging, um Weltstar zu werden.
Dass diese geplante Weltkarriere in den ersten acht Jahren vor allem Tag und Nacht Arbeit bedeutete – tagsüber als Auszubildender zum Dentalkaufmann, nachts als Musiker – , erzählt der Film mit Hilfe von Weggefährten. Rick J. Jordan, Gründungsmitglied von Scooter erzählt seine Sicht, ebenso wie Sören Bühler, eher bekannt als Ferris Bueller. Beide Musiker bildeten zusammen mit Jens Thele die Ur-Besetzung von Scooter.
Mittlerweile ist nur noch H.P. Baxxter dabei, Thelen ist als Manager im Hintergrund aktiv. Die Höhen und Tiefen der Scooter-Laufbahn, die Spannungen zwischen den Mitgliedern bis in die Corona-Pause hinein, zeigt der Film ebenfalls einfühlsam, aber nicht geschönt. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die beiden Bandmitglieder, die im Film noch zu Scooter gehören, nicht mehr in der Band sind. Dazu sagte H.P. Baxxter in Leer: „Wir konnten Jay Frog wieder zurückholen und es gibt noch einen weiteren Musiker. Die neue Single ist auch schon draußen. Es geht weiter.“
Weiterhin im Kino
Der Film über Scooter und besonders H.P. Baxxter ist eine spannende Band-Dokumentation, selbst, wenn man mit Techno nichts anfangen kann. Die Bilder und vor allem der Ton sind eindrucksvoll und es lohnt sich, den Film in einem Kino anzusehen, allein schon wegen der Tonqualität. Bei den Aufnahmen in einem Autokino dröhnt nicht nur der Bass auf dem Konzertfeld, auch der Kinosessel vibriert ordentlich. Freunde von leisen Tönen ist der Film also eher nicht zu empfehlen. Es ist laut. „FCK 2020 - zweieinhalb Jahre mit Scooter“ erzählt die Geschichte einer der bekanntesten deutschen Band mit Ursprung in Ostfriesland. Sie zeigt auch, dass H.P. Baxxter nicht nur auf der Bühne rumspringt, sondern macht deutlich, wie viel Arbeit, Herzblut und Leidenschaft in seiner Musik steckt – obwohl sich H.P. selbst alles andere als ernst nimmt.
Zu sehen ist die Dokumentation in dieser Woche am Mittwoch und Donnerstag um 19.30 Uhr im Kino Aurich, am Donnerstag um 19.30 Uhr im Kino Leer und jeweils im Kino Aurich und Leer um 22.30 Uhr am Freitag und Sonnabend.
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