Berlin  Bericht: Diese Banken bekamen ein Grußwort von Finanzminister Lindner

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 20.01.2023 19:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundesfinanzminister war wegen eines Grußwortes für eine Karlsruher Privatbank unter Druck geraten. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Bundesfinanzminister war wegen eines Grußwortes für eine Karlsruher Privatbank unter Druck geraten. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
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Bundesfinanzminister Christian Lindner hielt ein Grußwort für eine Karlsruher Privatbank. Diese finanzierte ihm später sein Haus. Eine Anfrage der Linken zeigt nun: Es war nicht die einzige Bank, für die der FDP-Politiker eine Rede hielt.

Im Mai 2022 hielt Bundesfinanzminister Christian Lindner ein Grußwort für eine Karlsruher Privatkundenbank. Dabei verschwieg er jedoch, dass er bei ebendiesem Institut einen Kredit für einen privaten Hauskauf aufgenommen hatte. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft prüft derzeit einen möglichen Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme.

Nun zeigt sich jedoch: Die BBBank war nicht das einzige Institut, bei dem der FDP-Politiker eine Rede hielt. Insgesamt sollen es vier Banken gewesen sein. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage an das Bundesfinanzministerium hervor, die der Bundestagsabgeordnete Christian Görke (Linke) gestellt hatte. Zunächst hatte der „Spiegel“ berichtet.

Demnach befinden sich drei der Institute in dem Ranking der 100 größten Banken auf den vorderen drei Plätzen – die Deutsche Bank, die DZ Bank sowie die KfW. Die BBBank, die offenbar das Privathaus von Finanzminister Lindner finanzierte, befindet sich auf einem vergleichsweise abgeschlagenen Platz 56. Während das Bundesfinanzministerium keine Auffälligkeiten erkennen will, ist Linken-Politiker Görke anderer Meinung.

„Mit Blick auf die Grußworte seit Amtsantritt fällt ein Muster auf: Der Minister sprach bei den größten Banken des Landes und bei der vergleichsweise kleinen BBBank, die ihm großzügig Kredite für sein Anwesen in Berlins Toplage ausreichte“, so der Bundestagsabgeordnete. Die Auffälligkeiten würden sich häufen.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte Lindners Anwalt Christian Schertz erklärt: „Alle Konditionen waren stets marktüblich. Die Gewährung eines kurzen Grußworts zu Jubiläen wie dem hundertjährigen Bestehen einer Bank gehört zur regulären Amtsführung eines Ministers.“

Darüber hinaus sei die Behauptung falsch, es habe eine Verbindung zwischen dienstlichem Handeln und privaten Geschäftsbeziehungen gegeben. Der FDP-Politiker sehe „die heutige Berichterstattung mit Gelassenheit“.

Im Jahr 2021 kaufte der FDP-Politiker Christian Lindner ein Zweifamilienhaus in Berlin für 1,65 Millionen Euro. Laut Recherchen des „Spiegels“ erhielt der Bundesfinanzminister dabei eine Finanzierung durch die Karlsruher BBBank. Für diese hatte Lindner kurz zuvor noch mindestens sieben Vorträge gehalten, für die er ein insgesamt fünfstelliges Honorar bekommen haben soll.

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