Berlin Müll bleibt liegen und Kita zu? Verdi-Chef droht mit Streik
Mehr Lohn: Das fordert Verdi-Chef Frank Werneke angesichts explodierender Lebenshaltungskosten für Geringverdiener im öffentlichen Dienst. Was seine Vorstellungen sind und ob Kitas und Müllwerke bald zu bleiben.
Am Dienstag beginnen die Verhandlungen über die Gehälter der 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Angesichts der historisch hohen Inflation fordert der Verdi-Chef Frank Warneke eine Lohnerhöhung um 10,5 Prozent oder mindestens 500 Euro mehr für den öffentlichen Dienst.
Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt Werneke auf Nachfrage, dass die Forderung nach einer Tariferhöhung berechtigt sei. Wegen der hohen Lebenshaltungskosten und einer kaum sinkenden Inflation würde der Lohn, der bereits in der letzten Tarifrunde nur leicht erhöht wurde, ansonsten um 14 Prozent sinken.
Er ergänzt, dass es in diesem Jahr insbesondere um die Personen aus dem öffentlichen Dienst gehen soll, die wenig verdienen oder mittlere Einkommen beziehen. Insbesondere Müllwerker, Verwaltungsangestellte oder Erzieher leiden ihm zufolge bei einem ohnehin schon niedrigem Gehalt unter explodierenden Nebenkosten und hätten das Gefühl, verheizt zu werden
Neben den Tariferhöhungen fordert Werneke einen Energie-Soli, der von allen gezahlt wird, die unter den Spitzensteuersatz fallen und dass auf Kapitalerträge mehr Steuern gezahlt werden als auf Arbeitseinkommen.
Der Verdi-Chef erklärt, dass die Gewerkschaft voll handlungsfähig sei und Streiks daher nicht ausgeschlossen würden. Das zu verhindern liege an den Arbeitgebern. „Es wäre wichtig, dass die Arbeitgeber rechtzeitig zur zweiten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Februar ein Lohnangebot vorlegen, das eine Chance auf Einigung hat“, so Werneke. Eine Umfrage der Gewerkschaft – der sogenannte Stärketest – hat ergeben, dass 325.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hinter den Forderungen von Verdi stehen.