Ian Paice kommt nach Hinte  „Deep-Purple“-Schlagzeuger tritt im Live Music Center auf

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 25.01.2023 19:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hier ist Ian Paice bei einem Auftritt von „Deep Purple“ vom 2. Juli in Rom zu sehen. DPA-Foto: Domenico Cippitelli
Hier ist Ian Paice bei einem Auftritt von „Deep Purple“ vom 2. Juli in Rom zu sehen. DPA-Foto: Domenico Cippitelli
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Mit Ian Paice tritt im September ein Gründungsmitglied der Rockband „Deep Purple“ in Hinte auf. Indes wird in Schoonorth die einstige Walpurgisnacht begraben.

Hinte/Krummhörn/Schoonorth - Fast 55 Jahre sind es her, dass sich „Deep Purple“ gegründet hat und damals wie heute sitzt Ian Paice am Schlagzeug der englischen Rockband. In ein paar Monaten zieht es den Musiker auch in die Gemeinde Hinte, wo er nach jetzigem Stand am 9. oder 15. September im Live Music Center (LMC) auf der Bühne stehen wird. Das bestätigt Veranstalter Sascha Weddermann auf Nachfrage unserer Zeitung. Während sich Rockfans in Ostfriesland darüber freuen können, gibt es jedoch auch eine traurige Neuigkeit: Die Irisch-keltische Sommernacht (vormals Ostfriesische Walpurgisnacht) beim Gulfhof Meevenburg in Osteel wird es zukünftig nicht mehr geben.

Was und warum

Darum geht es: um anstehende Konzert in den Gemeinden Hinte und Krummhörn und um das Aus einer mittelalterlich geprägten Veranstaltung in Schoonorth

Vor allem interessant für: Fans von Rock, Metal und fantasievollem Treiben

Deshalb berichten wir: Wir hatten in einem anderen Medienbericht gesehen, dass unter anderem ein Auftritt von Ian Paice im LMC ansteht.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Der Auftritt von Ian Paice in Hinte bedeutet übrigens nicht, dass er auch die übrigen Mitglieder von „Deep Purple“ mitbringt. Stattdessen kommt er mit der Gruppe „Purpendicular“ vorbei – deren Repertoire allerdings aus „Deep Purple“-Klassikern besteht. Dafür wiederum gibt es am 8. Juli ein „Original“ im LMC zu hören: „Torfrock“ kehrt ein weiteres Mal für ein Open-Air-Konzert nach Hinte zurück, so LMC-Geschäftsführer Weddermann. Bekannt geworden sind die „Bagaluten“-Rocker vor allem durch ihren Titelsong für die „Werner“-Comicverfilmungen.

Zwei Festivals mit vielen Bands

Die kalifornische Thrash-Metal-Band „Slayer“ gibt es schon seit dem Jahr 2019 nicht mehr. Dafür aber die Tributband „Still Slayer“ aus der Schweiz, die wiederum für einen Auftritt am 4. März im LMC gebucht worden ist. Ebenso wie „Nocte Obducta (Black Metal), „Ophis“ (Death Doom Metal), „Soul Grinder“ (Blastbeat Death Metal), „Aeon of Disease“ und „For Victory“ (beide Death Metal). Die Gruppen treten im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Coastrock und Arkham Auditions auf.

Coastrock ist zudem der Name eines für den 29. und 30. September geplanten Indoor-Festivals im Music Center. Dort stehen unter anderem „Traitor“, „Schizophrenia“, „Shuulak“, „Knife“, „Anasarca“, „De Winnewupps“, „Infest“, „1914“, „Havamal“, „Warfect“ und „Zornheym“ auf der Bühne. Unabhängig davon ist schließlich noch für den 7. Juli ein Konzert von „Extrabreit“ (Neue Deutsche Welle) vorgesehen.

LTBTR-Festival und „Before Sunset“

Zur 2022er Auflage des LTBTR-Festivals in Manslagt kamen etwa 1200 Besucher. Archivfoto: Privat / Stefan Liening
Zur 2022er Auflage des LTBTR-Festivals in Manslagt kamen etwa 1200 Besucher. Archivfoto: Privat / Stefan Liening
Auch in Manslagt stehen in diesem Jahr wieder viele Bands auf dem Programm, denn am 23. und 24. Juni findet das 15. Open-Air-Festival „Let The Bad Times Roll“ (LTBTR) statt. Die Liste der Gruppen wurde in den vergangenen Tagen immer wieder erweitert. Die jüngsten Einträge auf der Facebook-Seite des Trägervereins kündigen unter anderem „Reliquiae“ (Medieval Dark Rock und Pyro-Show), „Sinnfrei“ (Punk, Ska, Rock`n`Roll), „Fargo“ (Classic Rock) und „Toforgive“ (Death Metal) an. Insgesamt soll es an den beiden Tagen 21 Gruppen auf zwei Bühnen zu hören geben. Man kann auf dem Festivalgelände auch campen.
Hier ist die Gruppe „Still Recall“ zu sehen, die am 23. Juni vergangenen Jahres bei der Konzertreihe „Before Sunset“ in Pewsum aufgetreten war. Archivfoto: Wagenaar
Hier ist die Gruppe „Still Recall“ zu sehen, die am 23. Juni vergangenen Jahres bei der Konzertreihe „Before Sunset“ in Pewsum aufgetreten war. Archivfoto: Wagenaar

Darüber hinaus gibt es auch wieder die kostenlose Konzertreihe „Before Sunset“ in Pewsum, wie Krummhörns Gemeindesprecher Fritz Harders bestätigt. „Die Planungen dazu beginnen diese Woche aber erst.“ Darum könne er noch keine weiteren Details nennen. Zuletzt fanden die Konzerte am 23. und 30. Juni auf dem Marktplatz statt, wo jeweils zwei Bands auftraten. Außer Harders selbst war auch Gemeinde-Jugendpfleger Christian Behringer an der Organisation beteiligt.

Kein buntes Treiben in der Meevenburg mehr

Getrübt ist dahingegen die Stimmung bei Ralf und Rita Beckmann, auf deren Gulfhof Meevenburg in Schoonorth es im Jahr 2009 die erste Ostfriesische Walpurgisnacht gab. Die Reihe wurde bis zum Beginn der Corona-Pandemie mit Konzerten, Tänzen, Feuershows und mehr fortgeführt – zuletzt unter dem Namen „Irisch-keltische Sommernacht“ im Juli vergangenen Jahres. Damit ist nun jedoch Schluss.

Die Walpurgisnacht in Schoonorth war bis zuletzt auch von schrillen Kostümen geprägt. Archivfoto: Kiefer
Die Walpurgisnacht in Schoonorth war bis zuletzt auch von schrillen Kostümen geprägt. Archivfoto: Kiefer

Schon vor der Pandemie hatten die Beckmanns nämlich die hohen Auflagen beklagt, die sie auch als private Veranstalter erfüllen müssen. Das sei nun aber trotz der vielen weiteren ehrenamtlichen Unterstützer nicht mehr zu schaffen, sagen sie im Gespräch mit unserer Zeitung. In Sachen Brandschutz- und Sicherheitsauflagen komme man zwar hinterher, allerdings nicht mehr bei den Bedingungen, die für den gastronomischen Bereich gelten. Das fange bei der Beschaffenheit vom Fußboden und vom Tresen an, gehe über die Konsistenz von Wasserschläuchen bis hin zu erforderlichen Gesundheitszeugnissen und der besonderen Entsorgung des Abwassers, erklären die beiden.

Da die Sommernacht das einzige Fest im Jahr sei, hinter dem die Beckmanns als Privatleute – nicht als Verein – stehen, sei der Aufwand einfach zu groß. Auch habe man nicht jedes Jahr das Geld für die Ausgaben wieder durch den Eintritt reinbekommen. Normalerweise sei man mit Besuchern, Akteuren und Helfern etwa 700 Leute in der Scheune gewesen. Im vergangenen Jahr zählte man nun noch halb so viele. Die Beckmanns führen das auf den im Vergleich zu sonst ungewöhnlich späten Termin im Jahr zurück, der für zu viele Alternativveranstaltungen in der Region sorgte. Dennoch: Die Feier von 2022 sei ein „wunderschöner Abschluss“ gewesen.

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