„Unser Lied für Liverpool“ Connemanns Assistentin will zum ESC
Normalerweise arbeitet sie für die ostfriesische Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, nun will Betül Akmar die große Bühne erobern. Um beim ESC teilnehmen zu dürfen, muss sie noch einige Hürden meistern.
Berlin - Dreimal Letzter und dreimal Vorletzter bei den letzten sieben Teilnahmen: Die deutsche Bilanz beim Eurovision Song Contest (ESC) ist keine gute. Doch dieses Jahr soll es wieder besser laufen. Der NDR hat am Freitag die Kandidaten für den deutschen Vorentscheid bekanntgegeben, die am 3. März ab 22.20 Uhr in der ARD bei „Eurovision Song Contest 2023 – Unser Lied für Liverpool“ um das Ticket für die große ESC-Bühne in Liverpool singen. Dort steigt am 13. Mai das ESC-Finale.
Mit dabei sein will dann auch Betül Akmar aus Berlin. Die 29-Jährige arbeitet in der Hauptstadt eng mit einer Ostfriesin zusammen, denn sie ist die persönliche Assistentin der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann aus Hesel. Die Unionspolitikerin, die auch Chefin der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) ist, zeigt sich von ihrer Mitarbeiterin überzeugt – auch, was das Gesangstalent angeht: „Betül hat Riesentalent und einen Traum. Für diesen kämpft sie“, teilte Connemann unserer Redaktion auf Anfrage mit. „Das beflügelt auch unser Team. Wir glauben an Betül. Mit ihr hätte Deutschland endlich wieder eine Chance beim ESC.“
Die Berlinerin arbeitet mit einem erfahrenen Produzenten zusammen
Betül Akmar ist im politischen Berlin längst kein Neuling: Laut „Bild“ arbeitete sie seit 2018 in der Berliner CDU-Zentrale, bis sie im vergangenen Jahr den Job als Connemanns Assistentin übernahm. Aber wie kommt man vom Konrad-Adenauer-Haus auf die ESC-Bühne? „Es klingt vielleicht klischeehaft, aber es ist ein Kindheitstraum für mich“, sagte Akmar in einem Interview mit dem Portal „ESC Kompakt“.
Nicht nur politisch hat Betül – auf der Bühne tritt sie nur unter ihrem Vornamen auf – mit großen Namen zu tun: Den Song „Heaven“, den sie beim ESC-Vorentscheid präsentieren will, habe Wayne Wilkins produziert, wie sie im Interview verrät. Der Brite arbeitete bereits mit US-Superstar Beyoncé.
Ob die gebürtige Berlinerin beim Vorentscheid am 3. März auftreten wird, steht aber noch nicht fest. Betül zählt laut NDR zu den sechs Kandidaten, die über Tiktok am Wettbewerb teilnehmen. Bis zum 27. Februar wird über ein Online-Voting entschieden, wer tatsächlich seinen Titel präsentieren darf. Für den Vorentscheid gesetzt sind hingegen acht Teilnehmer:
- Will Churchist vor allem durch seine Teilnahme bei „The Voice of Germany“ bekannt. Nun will er mit „Hold on“ seinen eigenen ESC-Hit schaffen.
- Patty Gurdy, bürgerlich Patricia Büchler, war einst Teil der Folkrock-Band Harpyie sowie der Band Storm Seeker. Nun tritt sie als Solokünstlerin auf, doch den Folk-Klang behält sie weiterhin bei. Ihr Markenzeichen ist ihr außergewöhnliches Instrument: eine Drehleier. Diese kommt auch bei ihrem ESC-Beitrag „Melodies Of Hope“ zum Einsatz.
- TRONG hat vietnamesische Wurzeln, kommt aber aus Bad Kissingen in Bayern. Nach einer Ausbildung am Music College in Hannover versuchte er eine Musikkarriere in Vietnam, mit Erfolg: Aus der sechsten Staffel der Castinshow „Vietnam Idol“ (2015) ging er als Gewinner hervor. Nach vier erfolglosen ESC-Bewerbungen soll nun der fünfte Versuch mit „Dare To Be Different“ ihn auch in Europa bekannt machen.
- Lonely Spring will mit der Pop-Punk-Nummer „Misfit“ einen anderen Klang auf die ESC-Bühne bringen. Dass solche härteren Songs funktionieren können, hätten der Band aus Passau zufolge die Gewinner von 2021, Måneskin, bewiesen. Die vier Musiker kennen sich seit der Schule und haben da ihre ersten Bandversuche gestartet.
- Anica Russo kennt die große Bühne, denn sie war als Support-Act für Ariana Grande, Alan Walker und Zoe Wees unterwegs. Nun soll der Durchbruch für die Berlinerin, die aus dem Ammerland stammt, auch alleine klappen, ihr Song „Once Upon A Dream“ soll einen Teil dazu beitragen.
- Lord Of The Lost aus Hamburg will mit der Metal-Nummer „Blood And Glitter“ überzeugen. Die Band war bereits mit Iron Maiden auf Europa-Tour. Kürzlich schafften sie es sogar mit ihrem gleichnamigen Album „Blood And Glitter“ an die Spitze der Charts.
- Frida Gold hatte mit „Zeig mir wie du tanzt“ und „Wovon sollen wir träumen“ bereits erfolgreiche Chart-Hits. Beim ESC bleibt das Duo aus dem Raum Bochum seiner Linie treu und bietet mit „Alle Frauen in mir sind müde“ einen deutschen Song an – eine Ausnahme bei den diesjährigen Kandidaten.
- René Miller aus Stuttgart ist als Songwriter schon erfahren, so lieferte er beispielsweise Texte für Topic & A7S. Auch bei dem Hit „Control“ von Zoe Wees hatte Miller seine Finger im Spiel. Nun will er seine eigene Karriere nach vorne bringen – am besten mit „Concrete Heart“ beim ESC.