Einkaufen in Aurich Noch will Rewe keine Lebensmittel im Caro verkaufen
Nachdem Edeka seinen Markt im Auricher Caro Ende des Jahres geschlossen hat, ist das Ladenlokal verwaist. Im Stadtgespräch sind drei Interessenten.
Aurich - Mal eben in der Innenstadt ein halbes Pfund Butter holen oder ein paar Äpfel für die Frühstückspause. Wer mit diesem Einkaufszettel in den Auricher Caro geht, stößt seit vier Wochen in dem Markt, den es dort elf Jahre lang gab, auf abgeklebte Türen. „Dauerhaft geschlossen“ − dieser Schriftzug zieht sich über die rot-gelben Plakate auf den Glas-Fronten. Wenn man durch den Spalt zwischen den Türen lugt, sieht man, dass die Ladeneinrichtung noch nicht ausgeräumt wurde − die Waren schon. Seit Ende des vergangenen Jahres ist der Edeka-Markt im Auricher Caro geschlossen, nach OZ-Informationen läuft der Mietvertrag noch bis Ende Juni. TB Investments hat als Vermieter also keinen starken Druck, was die Suche nach einem Nachfolger anbelangt.
Der Rückzug des Konzerns aus der Innenstadt war von vielen Kunden bedauert worden, vor allen Dingen von jenen, die dort wohnen und jetzt auf die umliegenden E-Center oder den Combi XL am Pferdemarkt ausweichen müssen. Am Wochenende sei das zumutbar, hieß es bei einer Umfrage dieser Zeitung vor einigen Wochen, doch in der Mittagspause wähle kaum jemand diesen Weg. In dem Edeka-Markt hatten sich viele Mitarbeiter der 30 Geschäfte im Caro mit Lebensmitteln versorgt. Auch im Kreishaus oder dem Rathaus war man froh über die Express-Einkaufsmöglichkeit.
Warten auf neues Leben im Parterre
Wie sieht die Zukunft aus? Wird sich im Parterre wieder ein Lebensmittelmarkt ansiedeln? Eine entsprechende Anfrage bei TB Investments blieb bis Freitag unbeantwortet. Seit Wochen ist Stadtgespräch, dass es drei Interessenten geben soll, darunter den Lebensmittelkonzern Rewe, doch der dementiert. „Zum aktuellen Zeitpunkt bestehen keine konkreten Pläne für den Standort im Caro“, sagte Katharina Biermann. Die Sprecherin von Rewe Nord kündigte aber an, eine Mitteilung zu machen, falls sich Änderungen ergeben sollten. Rewe ist in Deutschland der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler nach Edeka. Über die Identität der beiden anderen angeblichen Interessenten wurde bisher nichts bekannt.
In Ostfriesland gibt es bislang nur einen Rewe-Markt in Emden sowie drei „Rewe to go“ in Aurich. Leer und Hesel, die in Kooperation mit Aral-Tankstellen den Einkauf unterwegs ermöglichen. Die Rewe-Region Nord betreut insgesamt 660 Märkte, zu denen noch knapp 100 Nahkauf-Märkte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, im Nord-Osten von Nordrhein-Westfalen sowie in Hamburg und Bremen hinzukommen. Bundesweit gibt es nach Angaben des Unternehmens 3700 Märkte, in denen 161.000 Menschen beschäftigt sind. Der Umsatz lag im Jahr 2021 bei 26,7 Milliarden Euro. Laut Homepage ist der Lebensmittelkonzern auf Expansionskurs. „Wir haben für jeden Standort, egal ob 500 oder 6000 Quadratmeter, das richtige Marktkonzept“, verspricht die Rewe-Group.
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