Kommentar Medizinische Versorgung – ein ziemlich krankes System
Erst kein Glück und dann auch noch Pech? Nein, mit Glück und Pech hat es wenig zu tun, dass das Gesundheitssystem ausblutet – in Ostfriesland und anderswo. Ein Kommentar.
Es ist ein Desaster! Rund um die medizinische Versorgung in Ostfriesland und darüber hinaus tut sich ein Defizit nach dem anderen auf. Hausärzte werden weniger, Patienten müssen Monate lang auf Facharzttermine warten, Krankenhäuser melden Fachbereiche für die Patientenaufnahme ab und Rettungsdienste kämpfen mit Personalengpässen, an denen auch die aktuell verkündete Fusion der zwei Emder Rettungsdienste substanziell nichts ändern kann.
Und jetzt mangelt es noch an Blutkonserven, wie der Blutspendedienst der DRK-Landesverbände in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen informierte. Bis zum Gesundheitsministerium hinauf wurden Spendenaufrufe verfasst – mit dem Ergebnis, dass bei manchen Spende-Terminen mehr Leute kamen, als der Blutspendedienst aufnehmen konnte. Auch in Ostfriesland mussten Spendewillige abgewiesen werden.
Wenn die verarbeiteten Blutspenden gereicht hätten, um die Lager zu füllen, dann wären die Fehleinschätzungen beziehungsweise Kapazitätsprobleme des Blutspendedienstes zu verschmerzen. Doch auch nach der Abweisung von Spendewilligen liegt die Zahl der Blutkonserven unter dem vom Blutspendedienst genannten „Mindestbestand von 10.000 Präparaten“. Da ist jeder weitere Kommentar überflüssig.
Den Autor erreichen Sie unter a.ellinger@zgo.de