Tourismus in Hinte  Kirchturmtour könnte schon dieses Jahr nach Hinte kommen

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 01.02.2023 16:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die Gemeinde Hinte soll eine Kirchturmtour bekommen, wie es sie seit Jahren auch schon in der Krummhörn gibt. Dort entstand dieses Bild im Jahr 2018. Archivfoto: Wagenaar
Die Gemeinde Hinte soll eine Kirchturmtour bekommen, wie es sie seit Jahren auch schon in der Krummhörn gibt. Dort entstand dieses Bild im Jahr 2018. Archivfoto: Wagenaar
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Geht es nach Hintes Bürgermeister, so könnte es dort schon bald eine eigene Kirchturmtour geben. Es handelt sich nur um einen Punkt aus dem Tourismuskonzept.

Hinte - Fast ein Jahr ist es her, dass Studenten der Hochschule Emden erstmals ihre Ideen im Hinteraner Rat vorstellten. Sie hatten sich damit befasst, wie man die Gemeinde touristisch voranbringen kann und ein Konzept entwickelt, das nun möglichst nach und nach umgesetzt werden soll. Im vergangenen Juli dann nannte die Gemeinde drei Vorschläge, die vermutlich als erstes umgesetzt werden. Wie ist der aktuelle Stand?

Was und warum

Darum geht es: um die Umsetzung eines Konzepts, das die Gemeinde Hinte touristisch interessanter machen soll

Vor allem interessant für: Urlauber sowie Einheimische, die durch das Geschäft mit Urlaubern profitieren könnten

Deshalb berichten wir: Wir hatten vor einem halben Jahr zuletzt über das Tourismuskonzept berichtet und uns gefragt, wie der aktuelle Stand der Planung ist.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Einer dieser Vorschläge ist eine eigene Kirchturmtour, wie es sie bereits in der Nachbargemeinde Krummhörn gibt. Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) bestätigt jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es schon in diesem Jahr so weit sein könnte. Zwar sei noch keine Strecke festgelegt und es stünden auch noch Gespräche mit den teilnehmenden Kirchen aus. Redenius denkt aber bereits über kleinere Konzerte, Führungen durch die Gotteshäuser und die Verpflegung für die teilnehmenden Radfahrer nach, kündigt er an.

Bislang keine Gespräche mit den Krummhörnern

In der Krummhörn ist die Kirchturmtour etwa 70 Kilometer lang. Die Teilnehmer kommen unterwegs an 23 Kirchen in 19 Dörfern vorbei, können dort Halt machen und sich einen Stempel abholen. „Im eigenen Tempo geht es bei der Krummhörner Kirchturmtour von Dorf zu Dorf vorbei am Pilsumer Leuchtturm, der Murmel-Arena in Uttum, historischen Windmühlen, der Osterburg in Groothusen und der Manningaburg in Pewsum immer weiter entlang am UNESCO-Weltnaturerbe dem Nationalpark Wattenmeer“, wirbt die Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel auf ihrer Website.

Am 2. September ist es wieder so weit. Allerdings wird die genaue Streckenführung erst im Frühjahr oder Sommer festgelegt, kündigt auf Nachfrage Wolfgang Lübben an, der der Marketingleiter der Gesellschaft ist. So fahre man die Wege jedes mal zusammen mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ab, um diejenigen zu streichen, die sich in einem besonders schlechten Zustand befinden. Die Idee der Hinteraner, das Konzept zu übernehmen, sehe man „grundsätzlich positiv“. Allerdings habe es zumindest bislang keine Gespräche über eine mögliche Kooperation gegeben, so Lübben.

Gemeinden könnten voneinander profitieren

Sollte es dazu kommen, könnten die Krummhörner Touristiker von einer besonders prominenten Hinteraner Kirche profitieren – beziehungsweise von deren Kirchturm. Er steht im Ortsteil Suurhusen und wurde 2007 als schiefster Kirchturm der Welt ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen. Immer wieder machen deswegen auch Reisebusse mit Urlaubern in dem Ort halt. Umgekehrt könnten aber auch die Hinteraner von Radtouristen profitieren, die beispielsweise in Greetsiel Urlaub machen und ohne die Kirchturmtour vielleicht gar nicht nach Hinte gekommen wären.

„Wir wären auf jeden Fall dabei“ sagte Pastor Frank Wessels von der Kirche in Suurhusen bereits im Juli im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings nur „solange das im Rahmen bleibt“. Immerhin sei der Zulauf bei der Kirche ohnehin schon hoch und man sei kein Museum, sondern ein „lebendiges Gotteshaus, in dem Messen und Taufen stattfinden und die Angehörigen derer, die hier auf dem Friedhof begraben sind, möchten auch mal in Ruhe am Grab sein. Das setzt dem Tourismus eine Grenze.“ Darum bewerbe den Turm auch nicht extra.

Wohnmobile, Paddel- und Pedal und mehr

Das Thema Kirchturmtour ist allerdings nur eines von dreien, die die Gemeinde Hinte weiterhin mit Priorität untersucht. Ein weiteres ist die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen, die es bislang noch gar nicht gibt. „Wir sind – glaube ich – die einzige Gemeinde ohne Stellplatz“, vermutet Redenius. Umso mehr freue man sich nun über die Pläne am Hotel Novum. Dort wird gerade der Bebauungsplan geändert, um bis zu 30 Stellplätze schaffen zu können. „Das begrüße ich sehr.“ Wenn sich darüber hinaus noch weitere in der Gemeinde ergeben würden, sei das jedoch „umso besser“. So sind die Plätze am Hotel später in privater Hand des Hotels und der Bürgermeister hätte gerne auch welche in der Regie der Gemeinde. „Das wäre lukrativ. Aber ich kann das leider nicht alleine entscheiden.“

Die dritte Priorität betrifft die Pläne für eine Paddel- und Pedalstation in Hinte, wo „die Konzeptionierung läuft“. Weiterhin werde ein Standort an der Mühle als der sinnvollste betrachtet und man favorisiere es, dafür einen externen Betreiber zu finden. Hinte hätte durchaus Potenzial für eine eigene Station, hieß es im Vorjahr von der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“, die für Paddel- und Pedalstationen in der ganzen Region zuständig ist. Allerdings müsste auch einiges investiert werden dafür – unter anderem abhängig davon, ob noch ein Gebäude gebaut werden muss oder ein bereits bestehendes zum Beispiel für die Lagerung der Ausrüstung genutzt werden kann.

Und wie sieht es mit den weiteren Ideen aus dem Tourismuskonzept aus? Ist schon klar, womit es weitergehen soll? Redenius betont, dass man „einen Schritt nach dem anderen“ gehen sollte. Allerdings deutet er an, dass der Weihnachtsmarkt, den es 2022 das erste Mal seit Jahren wieder gab, schon mal „ein voller Erfolg“ gewesen sei. Auch in Sachen touristischer Werbeflyer „muss was passieren“, so Redenius. Er „bleibt auf der Agenda“.

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