Oldenburg  So stark senkt EWE die Preise für Gas und Strom in der Grundversorgung

Marco Julius
|
Von Marco Julius
| 06.02.2023 10:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gute Nachrichten für EWE-Kunden: Der Energiedienstleister senkt seine Preise. Foto: dpa/ Carmen Jaspersen
Gute Nachrichten für EWE-Kunden: Der Energiedienstleister senkt seine Preise. Foto: dpa/ Carmen Jaspersen
Artikel teilen:

Gute Nachrichten für EWE-Kunden: Zum 1. April senkt Deutschlands fünftgrößter Energieversorger seine Preise für Gas und Strom in der Grundversorgung um 15 und 16 Prozent.

Davon profitieren laut EWE rund 350.000 Strom- und 170.000 Gaskunden. Für sie sinkt der Arbeitspreis, also der Preis pro Kilowattstunde Strom, von derzeit brutto 49,97 Cent auf 40,96 Cent. Das entspricht einer Senkung beim Arbeitspreis von 16 Prozent. Der jährliche Grundpreis von brutto 199,55 Euro bleibt unverändert.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 Kilowattstunden bedeutet das eine Kosteneinsparung von 21 Euro im Monat. Außerdem werden Kunden durch die staatliche Preisbremse nach ihrem individuellen Verbrauch zusätzlich unterschiedlich hoch entlastet. Durch die Preissenkung reduziert EWE zudem die Belastungen, die der Staat für die Preisbremsen aufwenden muss.

Diese Strompreissenkung gilt nicht in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, da EWE dort kein Strom-Grundversorger ist.

Der Gaspreis sinkt in der Grundversorgung pro Kilowattstunde von aktuell brutto 17,47 Cent auf 14,71 Cent. Das entspricht einer Senkung beim Arbeitspreis von 15 Prozent. Der jährliche Grundpreis bleibt unverändert bei brutto 182,28 Euro.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Kosteneinsparung von 46 Euro im Monat. Auch hier werden Kunden durch die Preisbremse je nach Verbrauch zusätzlich unterschiedlich hoch entlastet. Über die Preissenkung informiert EWE die betroffenen Kunden wie üblich in den nächsten Tagen per Post oder auch per E-Mail.

„Wir sind froh, dass nach dem massiven Anstieg der Großhandelspreise im vergangenen Jahr aus der aktuellen Marktentwicklung sinkende Beschaffungskosten resultieren und wir in Verbindung mit unserer Beschaffungsstrategie jetzt für unsere Kunden die Preise senken können“, erklärt der EWE-Vorstandsvorsitzende Stefan Dohler, der aktuell noch in Personalunion auch EWE-Marktvorstand ist.

Als Grund für die Entwicklung nennt er beim Gas den bislang milden Winter sowie das in diesem Winter reduzierte Risiko einer drohenden Gasmangellage – nicht zuletzt aufgrund immer noch hoher Speicherfüllstände.

Beim Strom kommen Dohler zufolge zwei Aspekte zum Tragen. Zum einen seien die Stromgestehungskosten gesunken, weil durch den sinkenden Gaspreis auch die Herstellung von Strom aus Gas günstiger werde, zum anderen werde zunehmend weniger Strom exportiert, da gerade Frankreich perspektivisch wieder stärker eigene Kernkraftwerke zur Stromerzeugung nutze.

Mit Blick auf die staatliche Preisbremse macht Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE VERTRIEB GmbH, klar, dass diese in den Abschlagszahlungen berücksichtigt werde. Für rund 50 Prozent der EWE-Kunden komme die Preisbremse nicht zum Tragen, da ihre Preise unter dem Niveau liegen, ab dem die Preisbremse greife.

Bolay weist auch darauf hin, dass die staatlichen Preisbremsen nur für 80 Prozent des Verbrauchs zur Anwendung kommen und – als Anreiz zum Energiesparen – für die restlichen 20 Prozent der vertraglich vereinbarte Preis gilt.

Die betroffenen Kunden werden Bolay zufolge über die Anwendung der Preisbremse von EWE schriftlich im Zeitraum 15. Februar bis 1. März 2023 informiert. EWE stelle zudem ausführliche Informationen bereit.

Stefan Dohler betont, dass trotz der aktuellen Stabilisierung der Energiemärkte die derzeitige Energiekrise noch nicht vorüber sei. „Auch wenn die Erdgasspeicher insgesamt gut gefüllt sind und der Füllstand der EWE-Speicher zum jetzigen Zeitpunkt noch knapp 85 Prozent beträgt, bleibt Energiesparen das Gebot der Stunde.“

Ähnliche Artikel