Verhandlung in Cloppenburg  Drogen im Fitnessstudio gelagert

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 06.02.2023 16:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
•Vor dem Amtsgericht in Cloppenburg musste sich ein Barßeler verantworten. Foto: Archiv  •
•Vor dem Amtsgericht in Cloppenburg musste sich ein Barßeler verantworten. Foto: Archiv •
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Die Mitarbeiter des Studios nahmen einen starken Geruch wahr. Sie gaben der Polizei einen Hinweis. So wurden die Beamten auf einen Barßeler aufmerksam.

Barßel/Cloppenburg - Wegen Handeltreibens mit Rauschgift in nicht geringer Menge hat das Cloppenburger Amtsgericht einen 36-jährigen Mann aus Barßel zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte besaß 400 Gramm Marihuana und 25 Gramm Kokain. Die Drogen wollte er verkaufen. Dazu kam es nicht mehr. Der Angeklagte hatte ein Problem: Er war obdachlos, fand aber Unterschlupf bei einem Bekannten in einem Gewerbegebäude.

Und dann die Nachricht: Die Polizei beabsichtige eine Durchsuchung des Gebäudes. Wohin nun mit den Drogen? Schließfächer soll es in Barßel nicht geben. So entschloss sich der Angeklagte, das Rauschgift in eine Plastikbox zu legen, mit dem Fahrrad zu einem Fitnessstudio zu fahren und dort anzufragen, ob er die Drogen zwischenlagern könne. Die Mitarbeiter des Fitnessstudios wussten nichts von den Drogen, sie nahmen aber den starken Geruch wahr. Deswegen informierten sie die Polizei.

Polizei wartete auf ihn

In der Zwischenzeit war der Angeklagte den Feststellungen zufolge zurück in seine Unterkunft gefahren, um den Rest an Rauschgift zu holen. Dann fuhr er mit einem Taxi wieder zum Fitnessstudio, um dort die Plastikbox mit den anderen Drogen abzuholen. Alles transportierte er nun zur Wohnung seiner Mutter. Vor der Wohnung der Mutter stand die Polizei. Die Wohnung wurde durchsucht, das Rauschgift und Drogengeld in Höhe von 570 Euro beschlagnahmt.

Der Barßeler hat ein Geständnis abgelegt. Er hat einst selbst Drogen konsumiert und finanzierte mit dem Drogenverkauf seine eigene Sucht. Nunmehr will der Angeklagte clean sein. Er strebt eine ambulante Therapie an. Schon einmal hat der 36-Jährige versucht, von den Drogen loszukommen. Er hatte sich in eine Therapie-Einrichtung begeben, sich dort aber auf flasche Leuten eingelassen. Die hatten ihm nach eigener Aussage ein Glas mit Schnaps angeboten. Das wurde dann bekannt, der Angeklagte flog sofort aus der Therapie-Einrichtung. Seitdem ist es für den Barßeler schwierig, eine neue Therapie-Einrichtung zu finden.

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