Frankfurt  Deutschland kommt um eine schwere Rezession herum – mehr auch nicht

Brigitte Scholtes
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Von Brigitte Scholtes
| 06.02.2023 17:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kurzfristiges Hoch oder langfristige Trendwende: Wie steht es um das produzierende Gewerbe? Foto: dpa/Matthias Bein
Kurzfristiges Hoch oder langfristige Trendwende: Wie steht es um das produzierende Gewerbe? Foto: dpa/Matthias Bein
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Ein Auftragsplus im Dezember ist ein positives Zeichen – eine Trendwende sieht jedoch anders aus. Noch immer überwiegen die Unwägbarkeiten. Wie steht es wirklich um die Industrie in Deutschland?

Die deutsche Industrie scheint doch besser durch diesen Winter zu kommen als zunächst befürchtet. Das zeigt auch das unerwartet deutliche Auftragsplus im Dezember. Das ist erfreulich, aber man sollte es nicht überbewerten.

Denn zum einen müssen die Unternehmen die entsprechenden Materialien erhalten, damit sie diese Aufträge auch abarbeiten können. Da läuft es besser, aber noch nicht rund. Außerdem werden sich viele Kunden wegen der weiterhin hohen Preise auch weiterhin mit neuen Bestellungen eher zurückhalten.

Es gibt immer noch zu viele Unwägbarkeiten für die Wirtschaft, auch in diesem Jahr: Zwar ist Energie wieder deutlich günstiger zu haben als noch im vergangenen Jahr, aber sie ist immer noch teuer und teurer als vor dem Krieg und treibt deshalb die Kosten für die Unternehmen. Die dürften wiederum versuchen, diese an ihre Kunden und die Verbraucher weiterzugeben.

Auch wenn sich die Inflationsdynamik abgeschwächt hat, ist sie immer noch so hoch, dass sie auf der Kaufkraft der Verbraucher lastet. Und schließlich hat die EZB erst in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass sie noch nicht am Ziel ist, die Zinsen also noch weiter erhöhen wird.

Je höher aber die Zinsen, desto teurer wird es für Unternehmen und Verbraucher, Kredite zur Investition aufzunehmen. Da überlegen es sich viele zweimal, ob sie investieren oder kaufen. Das dämpft dann wieder die Konjunktur. So dürfte die deutsche Wirtschaft zwar auch in diesem Jahr um eine schwere Rezession herumkommen. Aber mehr als eine Stagnation dürfte aufs Jahr gerechnet nicht drin sein.

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