Berlin Das sagen Experten: So viel Schlaf brauchen Sie wirklich
Morgens ausgeruht und fit in den Tag starten: Wie viel Schlaf ist dafür nötig? Erkenntnisse aus Hirnscans liefern Antworten.
Dass Tech-Unternehmer Elon Musk sechs Stunden Schlaf pro Nacht reichen, verkündete er bereits 2015 auf der Plattform Reddit. Dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama wird nachgesagt, er habe während seiner Amtszeit nur fünf Stunden täglich geruht, da er laut „New York Times“ noch bis in die frühen Morgenstunden in seinem Büro an der Arbeit war. Wie wichtig ist die Schlafdauer überhaupt und wie findet man heraus, ob man zu wenig schläft?
US-amerikanische und chinesische Wissenschaftler der Universitäten Cambridge und Fuhan haben 2022 in einer Studie Daten von fast 500.000 Erwachsenen zwischen 38 und 73 Jahren ausgewertet. Die Teilnehmer wurden zu Schlafverhalten, ihrer psychischen Gesundheit und ihrem Wohlbefinden befragt und nahmen an einer Reihe kognitiver Tests teil. Für fast 40.000 Teilnehmer gab es zusätzlich MRT-Bilder und genetische Daten. Das Ergebnis: sieben Stunden Schlaf scheinen für Menschen in der besagten Altersspanne eine gute Dauer zu sein.
Sowohl eine zu kurze als auch eine zu lange Schlafdauer zeigten bei den Probanden eine verminderte kognitive Leistung wie eine geringere Aufmerksamkeitsspanne und schlechtere Problemlösungsfähigkeiten. Zudem gaben die Teilnehmer an, mehr Symptome von Angst und Depression zu spüren und klagten über ein vermindertes Wohlbefinden.
Die Forscher bei dieser Studie sind mit ihren Erkenntnissen nicht allein: Viele Untersuchungen gehen von einer optimalen Schlafdauer von sieben bis acht Stunden aus, so die Techniker Krankenkasse.
Die Studie stellte auch einen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und der Hirnstruktur in Regionen fest, die an kognitiver Verarbeitung und Gedächtnis beteiligt sind. Den Wissenschaftlern aus China und Amerika zufolge liefern die Hirnscans auch Anhaltspunkte dafür, dass zu wenig Schlaf Alzheimer begünstigen kann.
„So entscheidend wie die Anzahl der Stunden ist der Zeitpunkt des Schlafes sowie seine Qualität und Tiefe. Es kann sein, dass Sie ein später Schlaftyp (Eule) sind und konsequent zu früh ins Bett gehen. Andersherum können Sie als früher Schlaftyp (Lerche) stets zu lange auf sein“, erklärt aktuell Schlafmediziner Michael Feld gegenüber der „Bild“-Zeitung. In der Folge erreichen Sie nicht die erholsamen Tiefschlafphasen und fühlen sich nicht ausgeruht.
Wie erkennt man denn jetzt, ob man genug schläft? Laut Techniker Krankenkasse gilt als Faustregel: Wenn Sie tagsüber bei einer sitzenden Tätigkeit konzentriert arbeiten können, haben Sie Ihr persönliches Schlafpensum gefunden. Eine gute Möglichkeit, um Ihr eigenes Schlafbedürfnis kennenzulernen, sei es, im Urlaub ohne Wecker auszuschlafen, bis Sie ausgeruht sind. Dann können Sie notieren, wie lange Sie persönlich schlafen müssen – und es im Arbeitsalltag ausprobieren.
Wer auch Tief- und Leichtschlafphasen messen will, kann das mit einer Smartwatch oder einem Fitness-Tracker versuchen. Über die dazugehörige App können Sie sich Daten am nächsten Morgen anzeigen lassen.