Hamburg  Was Sie über den Kampfpanzer Leopard 1 wissen müssen

Tim Prahle, Mark Otten
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Von Tim Prahle, Mark Otten
| 07.02.2023 22:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Leopard 1A5: Mehr als 100 dieser Kampfpanzer soll die Ukraine im Kampf gegen Russland bekommen. Foto: IMAGO IMAGES/PHOTOTHEK
Ein Leopard 1A5: Mehr als 100 dieser Kampfpanzer soll die Ukraine im Kampf gegen Russland bekommen. Foto: IMAGO IMAGES/PHOTOTHEK
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Die Ukraine bekommt mehr als 100 Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A5. Was der Panzer leistet, wie er sich vom Leopard 2 unterscheidet – und wie er der Ukraine helfen kann.

Seit rund zwei Wochen steht fest, dass Deutschland der Ukraine den modernen Kampfpanzer Leopard 2A4 liefern wird. Am Dienstag kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) an, dass die Ukraine außerdem mehr als 100 Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A5 bekommt.

Der Leopard 1 ist der erste Kampfpanzer aus Deutschland, der nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Insgesamt 4700 Fahrzeuge wurden bis 1984 vom Rüstungskonzern Krauss Maffei-Wegmann produziert. Zwischenzeitlich wurde er in 13 verschiedenen Staaten eingesetzt. Der „Leo 1“ wiegt rund 42 Tonnen, hat 830 PS und eine 105mm-Kanone mit einer Kampfentfernung von 2500 Metern.

Der Hersteller hebt verschiedene „Nachrüst-Kits“ hervor, die dafür sorgen würden, dass der Panzer noch immer in neun Staaten in Nutzung ist. Trotz dieser Nachrüstungen bleibt der Leopard 1 ein veraltetes Modell. Der Leopard 1A5 war seine letzte Version. Bei der Bundeswehr ist der Kampfpanzer seit 2003 außer Dienst gestellt.

Der Leopard 1 ist kleiner und langsamer als der Nachfolger Leopard 2 – mit schlechterer Panzerung und kleinerem Geschütz. Der Leopard 2 kann außerdem während der Fahrt schießen und treffen – beim „Leo 1“ gelingt das nur sehr erfahrenen Besatzungen. In der Regel muss der Panzer für eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit anhalten. „In einer großen Panzerschlacht hat er natürlich nichts zu suchen“, sagt Ralf Raths, Historiker und Direktor des Panzermuseums in Munster.

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Trotzdem kann der Leopard 1 in der Ukraine hilfreich sein: „Auch ein älterer Panzer ist, richtig eingesetzt, immer noch ein sehr machtvolles Instrument“, sagt der Panzer-Experte. Er könne als schnelles, mobiles Fahrzeug kampfstarke Aufklärung fahren, Feuerunterstützung für die vorrückende Infanterie geben, Flanken sichern und auch gegen ältere Panzer antreten, so Raths.

Die Bundeswehr bezeichnet den Leopard 2 als einen der modernsten Kampfpanzer der Welt. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums bildet er „seit Jahrzehnten das Rückgrat der gepanzerten Verbände der Bundeswehr“. Im Vergleich zum „Leo 1“ punktet der Panzer auch in Bewegung mit hoher Treffsicherheit.

Die Truppe nutzt den Leopard 2 in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich im neuesten Modell von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen.

Über die Jahre erhielten die Kettenfahrzeuge des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann eine immer stärkere Panzerung. Die etwa 64 Tonnen schwere aktuelle Serie A7V erreicht mit 1500 PS starken Diesel-Motoren eine Höchstgeschwindigkeit von 63 Kilometern pro Stunde.

Vom Leopard 2 A7V soll die deutsche Armee in den kommenden drei Jahren insgesamt 104 Exemplare erhalten. Ältere Modelle werden nach und nach ausgemustert oder an andere Länder abgegeben. Dem Jahresbericht „Military Balance 2022“ des Internationalen Instituts für strategische Studien zufolge besitzt Deutschland mehr als 300 Leopard-2-Panzer verschiedener Serien.

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