Salzgitter Wie hoch ist die Strahlenbelastung in Ihrer Region? Diese Karte verrät es
Eine interaktive Karte zur Radioaktivität zeigt die Strahlenbelastung an verschiedenen Messstellen in Deutschland an – auch in Ihrer Region.
Der Ukraine-Krieg hat in Deutschland Sorgen vor einem Atomunfall, bei dem radioaktive Strahlung freigesetzt werden könnte, verstärkt. Im Fokus steht seit Beginn der russischen Aggression das Atomkraftwerk Saporischschja, wo es zu Beschuss und Kämpfen kam. Als besonders heikel erschien die Lage, als Feuer auf dem Gelände von Europas größtem AKW nach einem russischen Angriff ausbrach.
Die Meldung eines radiologischen Ereignisses in der Ukraine erfolgte nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Sperrzone um Tschernobyl. Dies sei möglicherweise auf militärische Aktivitäten zurückzuführen, verzeichnete das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als mögliche Ursache. Allerdings könne auch eine technische Störung nicht komplett ausgeschlossen werden.
Lesen Sie auch: Was hinter den unterschiedlichen Atombomben steckt
Aktuell schätzen die Experten die Gefahr, dass bei einem Atomunfall in der Ukraine radioaktive Strahlung nach Deutschland gelangen könnte, als gering ein. Vom BfS heißt es dazu, dass in weniger als einem Fünftel der Fälle die Luftverfrachtung dementsprechend gelagert sei.
In verschiedenen Studien seien AKW-Unfälle in der Ukraine durchgespielt worden, schwerwiegende Maßnahmen hierzulande wie Evakuierungen seien dabei als nicht notwendig erachtet worden.
Auch interessant: Wie könnte man eine Atombombe überleben?
Wer sich über die Strahlenbelastung in seiner Region informieren möchte, kann dazu eine interaktive Karte des BfS nutzen. Dort sind alle rund 1700 Messstellen für Radioaktivität in Deutschland verzeichnet.
Die Kreise auf der Karte zeigen die Messstellen für Radioaktivität an. Wie viele Messsonden in dem Bereich aufgestellt sind, markiert die Zahl in der Mitte. Der aktuelle Messwert ist der letzte verfügbare Stundenmittelwert. Eine Aktualisierung der Zeitverläufe erfolgt alle vier Stunden.
Die Strahlenbelastung wird in der Einheit Mikrosievert gemessen. Als ein normaler Strahlenwert gelten 0,1 Mikrosievert pro Stunde. Als gesundheitsgefährdend eingestuft ist das 1000-fache, also 100 Mikrosievert.
Das Messnetz zur Radioaktivität besteht in Deutschland seit fast 50 Jahren und gilt als größtes dieser Art weltweit. In jedem Landkreis ist mindestens eine Messsonde vorhanden. In Grenznähe und rund um Kernkraftwerke ist die Anzahl am größten.
Die Sonden befinden sich auf öffentlichen Grundstücken und freien Flächen. Oftmals sind die Messgeräte vor Schulen und Kindergärten positioniert. Europaweit sind 5000 Sonden verfügbar, das BfS hat aus Deutschland Zugriff darauf – auch auf Stationen in der Ukraine.