Berlin  Warum Markenprodukte im deutschen Supermarkt teurer sind als im EU-Ausland

Laurenz Constantin Blume
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Von Laurenz Constantin Blume
| 08.02.2023 16:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nicht nur die Inflation sorgt in Deutschland für hohe Lebensmittelpreise im Supermarkt. Foto: dpa/Sven Hoppe
Nicht nur die Inflation sorgt in Deutschland für hohe Lebensmittelpreise im Supermarkt. Foto: dpa/Sven Hoppe
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Einkaufen ist wesentlich teurer geworden. Doch der Grund für hohe Preise an den Regalen ist nicht nur die Inflation. Warum Markenprodukte in Deutschland oft teurer sind als in den Nachbarländern.

Im Supermarkt merken Verbraucher die gestiegenen Preise deutlich. Die Inflation schlägt sich deutlich an der Kasse nieder. Hinzu kommt: Bei vielen Markenprodukten zahlen wir mehr als in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder den Niederlanden.

Wie Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender von Edeka, kürzlich in der „Bild“ erklärte, liege das vor allem daran, dass die deutschen Supermärkte ihre Lebensmittel nicht im Ausland einkaufen dürfen. Die Lebensmittelhändler wie Edeka werden laut ihm dazu gezwungen, „Markenartikel national einzukaufen, auch wenn das teurer ist und die Verbraucher in Deutschland unnötig belastet“.

Um die Preise in den Märkten also „möglichst hoch“ zu halten, würden die Hersteller demnach alles unternehmen, „damit ihre Produkte die Grenzen nicht passieren“. Das bedeutet, dass die deutschen Händler die Waren zu wesentlich höheren Preisen einkaufen müssen als es beispielsweise in Frankreich oder den Niederlanden üblich ist.

Laut Beispielen von Mosa würden demnach 200 Gramm Nescafé in Deutschland 9,12 Euro kosten, in den Niederlanden nur 7,97 Euro und in Frankreich sogar nur 4,86 Euro. 500 Gramm Spaghetti der Marke Barilla würden in Deutschland und den Niederlanden jeweils 1,99 Euro kosten, in Frankreich jedoch nur 0,98 Euro. Auch der Liter Heinz Ketchup koste in den Niederlanden mehr als einen Euro weniger und in Frankreich sogar mehr als zwei Euro weniger als hierzulande.

Gegenüber dem Nachrichtenportal „t-online“ schildert Thomas Roeb, Professor für Handelsbetriebslehre, Gründe für dieses Vorgehen. Unter anderem die Kaufkraft und Markentreue würden für Hersteller Faktoren sein, nach welchen sie ihre Preise in den jeweiligen Ländern ausrichten. In Deutschland seien diese höher als beispielsweise in Spanien oder Frankreich. Das erlaubt es den Herstellern, hier höhere Preise zu verlangen.

Eine „Statista“-Grafik aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass den Deutschen der Geschmack bei der Auswahl von Lebensmitteln besonders wichtig ist:

Allerdings seien die Margen durch die hohen Preise vermutlich „nicht nur für den Hersteller, sondern auch für die Händler attraktiv“. Mit der Inflation würden Kunden jedoch nun immer mehr auf die Preise achten und beispielsweise günstigere Eigenmarken kaufen. Da auch die Händler mehr an den Markenprodukten verdienen, würden sie deswegen stärker versuchen, diese günstiger einzukaufen, um Kunden „preislich entgegenkommen zu können“. Durch ihre Kaufbereitschaft könnten die Verbraucher selbst also dazu beitragen, dass die Markenprodukte wieder günstiger werden.

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