Schulentwicklung Stadt Norden will Grundschule Süderneuland neu bauen
Auch die anderen Grundschulen der Stadt stehen auf dem Prüfstand. Klar ist schon jetzt: Geschlossen wird so schnell keine Grundschule in der Stadt.
Norden - Über kurz oder lang wird die Grundschule Süderneuland neu gebaut werden. Weil die drittgrößte Grundschule in Norden auch künftig mindestens zweizügig laufen, vermutlich aber noch weiter wachsen wird, denkt die Verwaltung schon jetzt über einen Neubau nach. Der Finanzausschuss der Stadt hat deshalb jetzt dafür gestimmt, einen Sperrvermerk für 50.000 Euro im Haushaltsplan 2022 aufzuheben, um die ersten Gutachten und Planungen der neuen Schule in Auftrag geben zu können.
Die Politik hatte die Summe im vergangenen Jahr für die Entwicklung des Schulstandortes zwar grundsätzlich bewilligt. Die Auszahlung der Summe war aber an die Beratung des Schulbedarfsplanes geknüpft. Der Verwaltungsausschuss muss die Freigabe der Mittel letztlich beschließen.
Bisheriges Schulgebäude aus Sicht der Verwaltung nicht mehr zeitgemäß
Aus Sicht der Verwaltung ist die Gebäudesubstanz der Grundschule Süderneuland, insbesondere im Bereich des Hauptgebäudes, des Sanitärtraktes und des angebauten Klassentraktes, nicht mehr zukunftsfähig. Eine Sanierung des Gebäudekomplexes sei sowohl aus bautechnischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar. Ein zeitgemäßer Schulbetrieb sei in diesem Gebäude nicht mehr möglich. Laut Beschlussvorlage der Verwaltung erfüllt der Gebäudebestand in Süderneuland nicht mehr die aktuellen Brandschutzvorgaben für Schulen. Auch energetisch seien weite Teile des Gebäudes nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Darüber hinaus können laut Verwaltung auch die baulichen Anforderungen für eine inklusive Beschulung kaum erfüllt werden. Selbst aus schulorganisatorischer Sicht entsprechen die Räume in ihrer Aufteilung und der nutzbaren Grundfläche aus Sicht der Verwaltung nicht mehr den Anforderungen an eine zeitgemäße Schule.
Ob das alte Gebäude aber tatsächlich ganz abgerissen oder wenigstens in Teilen in einen Neubau integriert werden könnte, ist noch nicht abschließend geklärt. Bürgermeister Florian Eiben betonte in der Sitzung, dass die Planungen und Überlegungen noch ganz am Anfang stünden. Die Verwaltung will prüfen, ob sich ein stadteigenes Grundstück westlich der bisherigen Grundschule für einen Neubau eignet. Die 50.000 Euro sollen demnach für erste Vorplanungen verwendet werden. Vorgesehen sind Bodengutachten, ein Eignungsgutachten für Geothermie sowie eine Prüfung des Kampfmittelräumdienstes.
Zurzeit wird ein Schulentwicklungsplan zum künftigen Bedarf der Schulstandorte in der Trägerschaft der Stadt Norden vorbereitet. Bürgermeister Florian Eiben stellte aber schon in der Sitzung fest, dass keine Grundschule in Norden zur Disposition stünde. Im Gegenteil, die Stadt werde über die Erweiterung aller Grundschulen nachdenken müssen. Denn schon jetzt stoßen die beiden größten Grundschulen im Stadtgebiet, Lintel und Im Spiet, an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb denkt die Stadt Norden auch über die Änderung der Schuleinzugsbereiche nach. Süderneuland könnte als ebenfalls stadtnahe Grundschule für die Zuweisung weiterer Schüler infrage kommen. Aus Sicht der Verwaltung ist es deshalb sinnvoll, zeitnah mit den Voruntersuchungen für einen eventuellen Schulneubau zu beginnen.