Berlin „Kulturell vermittelte toxische Männlichkeit“: Jens Spahn verteidigt „Pascha“-Aussage von Merz
Bei „Anne Will“ hat CDU-Politiker Jens Spahn auf die umstrittene „Pascha“-Aussage von Friedrich Merz aufgebaut. Er sprach von „kulturell vermittelter toxischer Männlichkeit“ – und nannte ausgerechnet die Proteste im Iran als Beispiel.
Nach der Wahl in Berlin hat CDU-Politiker Jens Spahn den Kurs der CDU beim Thema Migration und Sicherheit als Hauptgrund für den Wahlerfolg seiner Partei genannt. Die Silvesternacht habe vielen Menschen gezeigt, dass es „in der Stadt Probleme gibt, über die keiner redet“, gerade bei der Durchsetzung des Rechtsstaates.
„Vielleicht müssen wir einfach mal feststellen, dass eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern gibt, die über diese Probleme reden wollen, weil sie sie jeden Tag erleben“, sagte Spahn bei „Anne Will“. „Das hat nichts mit Abgrenzen zu tun, das hat mit Ansprechen von Problemen zu tun, die dieser Senat nicht gelöst hat.“
Angesprochen auf die Aussage seines Parteichefs Friedrich Merz, der migrantische Jugendliche als „kleine Paschas“ bezeichnet hatte, kam von Spahn Unterstützung. „Wenn man das richtig einordnet, sieht man ja, es geht um eine in aller Regel kulturell vermittelte toxische Männlichkeit“, so der ehemalige Gesundheitsminister.
Lesen Sie hier den Hintergrund: „Was läuft in diesem Land eigentlich schief?“ – Merz verteidigt Pascha-Aussagen
Er verwies auf die Proteste im Iran: „Es gibt eine Region, eine kulturelle religiöse Prägung, in der Männer mehr zählen als Frauen“, so Spahn. Das sei beim Thema Ehrenmorde der Fall und bei der Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen. „Es ist genau diese Art von toxischer Männlichkeit.“ Man müsse darüber reden, woher sie komme und wie sie Jungen vermittelt würde.
Grünen-Chef Omid Nouripour protestierte gegen Spahns Aussage. Die Proteste im Iran könnten nicht mit der „Pascha“-Diskussion vermischt werden. „Die Situation im Iran ist so, dass Frauen auf die Straße gehen, ihre Kopftücher den Sicherheitsleuten ins Gesicht werfen, und ihre Brüder und ihre Väter stehen daneben und stehen mit ihnen auf der Straße.“
Auch die Journalistin Gilda Sahebi kritisierte Spahn. Die Proteste im Iran seien ein Kampf gegen islamistischen Extremismus, nicht gegen die eigene Kultur.
Seit vergangenem Herbst protestieren Tausende Menschen im Iran gegen das autoritäre Regime. Getrieben werden die Proteste vor allem von Frauen, die sich gegen die unterdrückenden Vorschriften der islamistischen Regierung zur Wehr setzen und gegen die Gewalt des Regimes demonstrieren.