Schiffstaufe Mit dem Wasserbus nach Juist
Die Reederei Norden-Frisia hat eine neue Schnellfähre in Betrieb genommen und setzt damit ein deutliches Zeichen in Richtung Konkurrenz. Taufpatin Bettina Göschl gab dem „Inselexpress 1“ seinen Namen.
Norddeich - Es ist die Antwort der Reederei Norden-Frisia AG auf den Töwerland-Express: Die Reederei hat eine große Schnellfähre für 54 Personen in Betrieb genommen. Am Montag taufte die Autorin, Lieder- und Filmemacherin Bettina Göschl den Neubau im Norddeicher Hafen auf den Namen „Inselexpress 1“. Das Boot soll künftig Reisende schneller und häufiger von und zur Insel Juist bringen. Die neue Schnellfähre soll „deutlich mehr Flexibilität“ bieten, sagte Reederei-Chef Carl-Ulfert-Stegmann.
Vor allem im Fährverkehr nach Juist muss die Reederei Frisia auch flexibler werden. Denn dort hat sie seit 2019 mit dem Töwerland-Express Konkurrenz bekommen. Am 20. März 2019 startete die Reederei mit einem kleinen Schiff für sieben Fahrgäste und einem Kapitän. Inzwischen sind sechs Töwer-Taxis für bis zu zwölf Personen im Einsatz. Fünf im Linienverkehr zwischen Norddeich und Juist und eines zwischen Neßmersiel und Baltrum – letztgenannte pausiert allerdings gerade wegen neuer Vorschriften für die Wassertaxis. Eine ähnliche Schnellfähre wie die „Inselexpress 1“ stellte Ende Januar die Insel Spiekeroog in den Dienst.
Neue Schnellfähre bietet Platz für 50 Passagiere
Die neue Fähre der Reederei Frisia ist deutlich größer und bietet Platz für 50 Passagiere, hat voll beladen einen Tiefgang von etwa 80 Zentimetern – und ist damit eine Alternative für den tideabhängigen Fährverkehr zur Insel. Die Fahrtzeit nach Juist beträgt wie bei den Wassertaxis etwa 45 Minuten. Damit ist der Inselexpress etwa 45 Minuten schneller als die großen Fähren. Künftig soll die neue Fähre bis zu dreimal täglich unabhängig von den Gezeiten zwischen Juist und dem Festland verkehren.
Die Reederei Norden-Frisia hat bereits Schnellfähren zwischen Norddeich und Juist sowie Norddeich und Norderney im Einsatz. Diese sind aber mit maximal zehn Fahrgästen deutlich kleiner als der neue „Inselexpress 1“. Der verbinde eine erhöhte Personen-Kapazität und den Komfort eines größeren Schiffes mit der Flexibilität einer Schnellfähre bei deutlich geringerem CO2-Ausstoß pro Passagier, sagte Carl-Ulfert Stegmann. „Die Inselexpress-Schnellfähren werden von unseren Gästen sehr gut angenommen“. Daher habe sich das Unternehmen für diese Erweiterung der Flotte entschieden.
Fähre soll Rolle in Kinderbüchern spielen
Die Reederei Norden-Frisia übernimmt die neue Schnellfähre auf Basis eines langfristigen Chartervertrages von der Ems Maritime Offshore GmbH, einer Tochtergesellschaft der AG „Ems“. „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren bereits fünf Schnellschiffe mit der herstellenden Werft als Partner konzipiert und umgesetzt“, sagte AG „Ems“-Vorstand Dr. Bernhard Brons.
Taufpatin Bettina Göschl sagte am Montag: „Ich freue mich und es ist mir eine große Ehre, dass ich den ,Inselexpress 1´ taufen durfte.“ Als Norderin sei sie mit der Region und mit der Reederei Norden-Frisia persönlich und beruflich verbunden, beispielsweise durch Videoproduktionen an der Küste und auf den Inseln. „In ihren Werken beschäftigt sich Frau Göschl intensiv mit der Küste, den Inseln, Schiffen und der See und bringt diese Themen vor allem Kindern näher“, sagte Stegmann. Es sei daher naheliegend gewesen, Bettina Göschl zu bitten, die Taufe des „Inselexpress 1“ zu übernehmen. Göschl wünschte dem Schiff „allzeit gute Fahrt“. Sie kündigte an, dass die Fähre in einem ihrer neuen Kinderbücher, die sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Norder Krimiautor Klaus-Peter Wolf, schreibt, eine Rolle spielen soll.