Hamburg  Verbrenner-Aus ab 2035: Welche Folgen das schon jetzt für Autofahrer hat

Maria Lentz
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Von Maria Lentz
| 15.02.2023 11:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die EU hat am 14. Februar 2023 das endgültige Aus für Verbrenner ab 2035 besiegelt. Foto: dpa/Marijan Murat
Die EU hat am 14. Februar 2023 das endgültige Aus für Verbrenner ab 2035 besiegelt. Foto: dpa/Marijan Murat
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Es ist besiegelt: Ab 2035 dürfen keine neuen Diesel oder Benziner mehr zugelassen werden. Das hat das EU-Parlament am 14. Februar beschlossen. Doch was bedeutet das für die Autofahrer? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Europa will und muss den CO2-Ausstoß drastisch senken. Ein wichtiges Instrument ist dabei das Verbot von Autos mit Verbrenner-Motoren. Seit dem 14. Februar 2023 ist das Aus für Diesel und Benziner besiegelt: Das EU-Parlament hat beschlossen, dass ab 2035 nur noch Neuwagen verkauft werden dürfen, die emissionsfrei sind.

Auch wenn es bis dahin noch einige Jahre dauert, die Auswirkungen des neuen Gesetzes machen sich schon jetzt bemerkbar. Was Autofahrerinnen und Autofahrer wissen müssen:

Ja. Zwar werden Neuzulassungen von Diesel- und Benzinfahrzeugen erst 2035 vollständig verboten, doch das sogenannte Flottenziel der EU sieht schon vorher eine Reduzierung vor. Die Autohersteller sind verpflichtet, den Verkauf von Autos mit Verbrenner-Motoren schrittweise zu senken.

Bereits bis 2025 soll der CO2-Ausstoß dadurch um 15 Prozent gesenkt werden, bis 2030 sogar um 55 Prozent. Ab 2035 folgt dann das 100-Prozent-Ziel.

Nach aktuellen Stand der Technik lässt sich die EU-Vorgabe nur mit Elektroautos oder Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf Wasserstoff einhalten, wie der ADAC erklärt. Die Erzeugung von Wasserstoff soll daher in den kommenden Jahren stark gefördert werden.

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Nein. Für sogenannte Bestandsfahrzeuge gibt es einen Schutz. Ab 1. Januar 2035 dürfen lediglich Erstzulassungen weder Diesel noch Benziner sein. Gebrauchte Autos mit Verbrennermotoren dürfen demnach auch nach diesem Datum noch weiter verkauft und zugelassen werden.

Es kann allerdings sein, dass es für diese Fahrzeuge Fahrverbotszonen gibt, wie der ADAC mahnt. Schon jetzt haben einige Städte solche Bereiche für Euro-4- und 5-Diesel eingerichtet. Jüngst trat so eine Regelung in München in Kraft: Seit 1. Februar dürfen Diesel-Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 4 und schlechter nicht mehr im Zentrum der Stadt fahren.

Verbrenner, Hybridfahrzeug oder E-Autos: Neuzulassungen in Deutschland in den vergangenen Jahren:

Ja, meint der ADAC. Das Angebot an Ersatzteilen dürfte zunächst unproblematisch bleiben. Denn auch, wenn die Autohersteller keine Neuwagen mehr für den europäischen Raum produzieren, werden Diesel und Benziner im Rest der Welt auch weiterhin eine große Rolle spielen.

Die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind von vielen Faktoren abhängig. In den vergangenen Jahren sind sie immer weiter gestiegen. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, meinte der Autoexperte Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) der „Bild“ gegenüber.

Der ADAC hingegen hält es für möglich, dass die Preise – insbesondere für ältere Fahrzeuge – sinken. Grund hierfür könnte die verringerte Nachfrage durch die schärferen Richtlinien in Städten zur Luftreinhaltung sein.

Ja, ist sich Autoexperte Thomas Koch sicher. Das liege daran, dass viele Zulieferer ihre Produktion von Autoteilen herunterfahren werden. „Vor allem Kleinwagen-Käufer müssen mit Aufschlägen rechnen“, sagte er der „Bild“.

So wahrscheinlich ist für die Deutschen der Kauf eines E-Autos als nächstes Fahrzeug:

760.000 Elektroautos waren nach Angaben des ADAC bis Mitte 2022 in Deutschland zugelassen. Für sie gab es 70.000 Ladepunkte im öffentlichen Raum. Bis 2030 möchte die Bundesregierung diese Infrastruktur auf eine Million Ladesäulen ausbauen. Gerechnet wird dann mit rund 15 Millionen E-Autos. Nach Einschätzung des ADAC sollte das Angebot so ausreichen.

Thomas Koch warnt hingegen vor etwas anderem: Mangel an Strom. „In den kommenden Jahren gibt es nicht ansatzweise genügend grünen Strom für die Elektromobilität“, so der Autoexperte gegenüber der „Bild“. Denn der Ausbau erneuerbarer Energien gehe nicht schnell genug voran, während die Atomkraftwerke vom Netz gehen.

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