Hannover  Nach Hundekot-Attacke: Warum sich jetzt der Journalisten-Verband zu Wort meldet

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Von epd
| 17.02.2023 16:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Marco Goecke ist nicht mehr Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. Foto: dpa/Christophe Gateau
Marco Goecke ist nicht mehr Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. Foto: dpa/Christophe Gateau
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Nach seinem Hundekot-Angriff auf eine Journalistin ist Marco Goecke nicht länger Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. Dem Deutschen Journalisten-Verband reicht das jedoch nicht. Er sieht in dem Akt einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Nach der Attacke eines Ballettdirektors auf eine Kunstkritikerin mit Hundekot in Hannover hat es der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßt, dass die Staatsoper den Vertrag mit dem Künstler aufgelöst hat. Der niedersächsische Landesvorsitzende Frank Rieger kritisierte am Freitag in Hannover jedoch öffentliche Äußerungen der Opern-Intendantin Laura Berman zu dem Fall.

Wer nicht fähig sei, in dem Angriff auf die Kritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) eine Attacke auf die Pressefreiheit zu sehen, „hat offenbar nicht verstanden, was am Samstag in der Staatsoper passiert ist“, schrieb Rieger auf Twitter. Journalistinnen und Journalisten lebten wie Künstlerinnen und Künstler von der Meinungsfreiheit: „Wer darauf mit Gewalt reagiert verlässt den demokratischen Konsens.“

Berman hatte am Donnerstag gesagt, für Künstler werde durch etablierte und andere Medien auf unterschiedlichsten Kanälen zum Teil anonym und ohne oft jegliches Verantwortungsbewusstsein ein großer Druck aufgebaut. Dieser sei „für ein Individuum kaum erträglich“. Davor müssten Künstler geschützt werden. Das rechtfertige allerdings keine Übergriffe jeglicher Art auf Kunstkritiker.

Der bisherige Ballettdirektor der Staatsoper, Marco Goecke, hatte sich am Samstagabend im Foyer des Opernhauses der Kritikerin Wiebke Hüster in den Weg gestellt und ihr Gesicht mit Hundekot beschmiert. Die Attacke geschah während einer Pause in der Premiere seines Tanzstückes „Glaube – Liebe – Hoffnung“. Goecke entschuldigte sich zwar in einer öffentlichen Erklärung. Die Journalistin wies seine Stellungnahme jedoch als Versuch einer Rechtfertigung zurück. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung.

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