Sabotage am Feuerschiff Verurteilter Emder steht im März erneut vor Gericht
Der Mann war vor dem Emder Amtsgericht wegen der Feuerschiff-Sabotage verurteilt worden und hatte Berufung eingelegt. Am Landgericht geht es nun weiter.
Emden - Anfang März steht ein Emder erneut vor Gericht, der im Sommer 2021 Löcher in das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ gebohrt hat, um dieses zu versenken. Im vergangenen Juni war der damals 46-jährige Mann zu einem Jahr und sieben Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Schon zwei Wochen nach dem Prozess vor dem Emder Amtsgericht hatte der Emder durch seinen Anwalt Berufung eingelegt. Die erneute Verhandlung ist für den 3. März vor dem Auricher Landgericht angesetzt, sagte eine Sprecherin.
Einige Mitglieder des Feuerschiffs-Vereins seien erneut als Zeugen geladen worden, teilte Vorsitzender Heinz-Günther Buß dieser Zeitung mit. Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht hatte Buß ausgesagt wie auch Bekannte des Angeklagten sowie ein psychiatrischer Gutachter. Der Emder selbst hatte sich geständig gezeigt und die Taten eingeräumt. Sein Motiv konnte aus seinen teils sehr verworrenen und widersprüchlichen Aussagen nicht geschlossen werden.
Corona-Impf-Kampagne als ein Grund für die Tat?
Vor Gericht sagte er aus, dass er im Jahr vor der Tat nach rund 30 Jahren Alkoholismus trocken geworden sei und eine Art Umbruch erlebt habe. Seine Weltanschauung habe sich verändert. Er habe sich von „der Menschheit“ gespalten und lebe in seiner eigenen Welt, in seiner eigenen Freiheit. Die im Jahr davor gestartete Impfkampagne aufgrund der Corona-Pandemie und der Eindruck, dass die Menschheit sich selbst schade, habe ihn zu der Tat motiviert, sagte er aus. Er habe eine Botschaft senden sollen, „die Menschheit“ wachrütteln wollen. Aber man habe ihn nicht verstanden, sagte der 46-Jährige.
In der Gerichtsverhandlung in Emden sahen es Richter und Staatsanwältin als bewiesen an, dass der 46-Jährige in der Nacht in das Feuerschiff, das im Emder Delft liegt, eingebrochen war und vier Löcher im Maschinenraum durch die Stahlwand gebohrt hatte. Auf dem Schiff war DNA entdeckt worden, die mit der des Mannes übereinstimmte. Auch drei Zeugen - Bekannte des Mannes - hatten gegen ihn ausgesagt. Ein Schaden von mehr als 120.000 Euro entstand durch eintretendes Wasser. Ein Vereinsmitglied hatte am nächsten Morgen den Schaden entdeckt und schnell genug handeln können, um noch Schlimmeres zu vermeiden.