Benefiz-Festival in Wiesmoor  Europas erfolgreichste Deep-Purple-Coverband spielt für lau

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 23.02.2023 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
„Demon‘s Eye“, die Deep-Purple-Tribute-Band wurde 1998 von Schlagzeuger Andree Schneider (2. von links) gegründet. Foto: Moni Kircher
„Demon‘s Eye“, die Deep-Purple-Tribute-Band wurde 1998 von Schlagzeuger Andree Schneider (2. von links) gegründet. Foto: Moni Kircher
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Das erste Musik-Festival der Stadt Wiesmoor auf der Freilichtbühne wird ein Benefiz-Festival. Allerdings mit zugkräftigen Bands. Auch ein „The Voice of Germany“-Kandidat ist dabei.

Wiesmoor - Wenn die Stadt Wiesmoor im August zu ihrem ersten zweitägigen Musikfestival aufs Areal der Freilichtbühne einlädt, wird dort mit Demon’s Eye die „Nummer 1 unter den Deep-Purple-Tribute-Bands in Europa“ auftreten. „Ich glaube, dass man nicht übertreibt bei der Beschreibung: Wir sind in einigen Magazinen auch schon als weltbeste Deep-Purple-Tribute-Band bezeichnet worden. So weit würde ich nicht gehen wollen. Aber in Europa sind wir schon die erfolgreichste und meistgebuchte Band dieser Art“, sagt Bandgründer und Schlagzeuger Andree Schneider. Die Band hat auch schon eine Reihe von Auftritten mit Originalmitgliedern von Deep Purple wie Schlagzeuger Ian Paice und Keyboarder Jon Lord bestritten. Von denen wird indes keiner mit nach Wiesmoor kommen.

Wie kommt es, dass sich eine quer durch Deutschland tourende Band, deren aktuelle Tour „The golden years of Deep Purple“ unter anderem vom großen „Rock Hard“-Magazin präsentiert wird, nun ausgerechnet bei der Premiere eines Festivals ohne Gage auf der Bühne stehen wird, das eine ostfriesische Kleinstadt präsentiert? Immerhin hat die Band ihren Proberaum nicht um die Ecke, sondern ungefähr 400 Kilometer südlich in Wilnsdorf bei Siegen in Nordrhein-Westfalen. „Wir sind durch Zufall in Kontakt miteinander gekommen. Und die Stadt hat uns dann erklärt, was für eine besondere Bühne das ist, und das hat sich wirklich gut angehört“, sagt Schneider. „Wie alle Kulturschaffenden haben wir eine Zeit mit sehr wenig Konzerten hinter uns. Und weil wir gern spielen und es dieses Jahr wieder richtig gut läuft und weil wir an dem Wochenende auch noch einen Auftritt in Unna haben werden und eh unterwegs sind, haben wir uns gesagt: Mensch, dann fahren wir einfach zusätzlich nach Ostfriesland und spielen auch da.“

Stadt „positiv überrascht“ von der Zusage

Generell spiele die Band durchaus gegen Gage. „Hier haben wir aber gern eine Ausnahme gemacht, weil das Ganze für einen guten Zweck ist und weil Ostfriesland auch ein schönes Ziel ist“, sagt Schneider. „Wir haben uns mit der Stadt geeinigt, dass wir unsere Kosten erstattet bekommen, aber dabei lassen wir es gern bewenden.“ Wiesmoors Stadtmanagerin Ute Rittmeier sagt: „Wir waren positiv überrascht, so eine renommierte Band für unser Festival gewinnen zu können – und die wird auch weit über Wiesmoor hinaus Publikum anziehen.“ Das werde die Freilichtbühne als „einzigartigen Ort in Ostfriesland“ weiter beleben.

Der gute Zweck, den der Demon’s Eye-Schlagzeuger anspricht, ist, dass die Stadt Wiesmoor zwar wie angekündigt keinen Eintritt nehmen wird, wohl aber Geld zugunsten der Auricher Tafel sammeln möchte. Das bestätigt Rittmeier auf Nachfrage und erklärt: „Wir werden auf dem gesamten Gelände Spendenboxen aufstellen, bei denen die Gäste selbst entscheiden können, ob und wie viel sie geben – und alle Gastronomen auf dem Gelände werden einen Prozentsatz ihrer Einnahmen der Tafel spenden“, sagt sie. Somit werde das „Wiesmoor-Blossom-Festival“ – so soll die Veranstaltung am 12. und 13. August heißen, eine Veranstaltung für den guten Zweck. Blossom heißt auf Englisch Blüte und steht für Wiesmoor als selbst ernannte „Blüte Ostfrieslands“.

Auch „The Voice of Germany“-Kandidat tritt auf

Während am Festival-Samstag, 12. August, insbesondere Rockbands aus der Region auf die Bühne treten werden mit Demon’s Eye als Schluss- und Höhepunkt, soll die Musik tags drauf „familienfreundlicher“ sein, wie die Stadt es ausdrückt. Auch für diesen Tag hat Rittmeier einen weiteren vergleichsweise prominenten Musiker als Headliner gewinnen können: Der Sänger und Gitarrist Marc Gensior, der vor knapp drei Jahren in der Musik-Casting-Sendung „The Voice of Germany“ im Fernsehen Aufsehen erregte, wird dort mit seinem Duo Bridges and Hooks gemeinsam mit Dirk Leiner (Percussion) auftreten.

Das Duo covert sich quer durch die Rock-, Pop- und Folkmusikgeschichte und spielt unter anderem Songs von Ed Sheeran, Michael Jackson, Justin Bieber und Paul Simon. Dabei machen die Musiker nach eigenen Angaben die Songs „zu ihren eigenen und präsentieren diese mit so feiner Klinge, Humor und Versiertheit, dass man – zumindest für die Dauer ihres Auftrittes – die Originale glatt vergessen könnte“. Gensior hat es mit der Anreise weniger weit: Er stammt aus Wilhelmshaven.

32 Bands an der Hand für Auftritte

Nun hat die Stadt für ihre Festival-Idee laut Rittmeier grundsätzlich viel positive und auch zahlreiche Resonanz erfahren: „32 Bands und Künstler haben sich insgesamt beworben, für insgesamt 15 davon haben wir Zeit und Platz auf der Bühne an beiden Tagen. Aber von allen Künstlern kennen wir jetzt das Portfolio und können ihnen auch auf unseren weiteren Veranstaltungen eine Bühne bieten“, sagt Rittmeier.

Dazu zählt als ganz neues Veranstaltungsformat „Summertime am Ottermeer“: Am Strand des Badesees werde es im Juli Live-Musik und kulinarische Genüsse geben, erklärt Rittmeier. Im Campingstuhl oder auf der Picknickdecke könne man dann die entspannte Atmosphäre direkt am Wasser genießen. Wiederholt werden soll zudem im Mai die Landpartie, die im vorigen Jahr erstmals im Landschaftspark in Wiesmoor auf die Beine gestellt worden war. Man habe bereits gut 50 Zusagen der Aussteller – darunter zahlreiche, die im vorigen Jahr schon mit dabei waren, aber auch neue. „Und auch hier werden wir aus dem Fundus der Musiker, die sich bei uns gemeldet haben, schöpfen können, denn es soll auch ein Bühnenprogramm geben – da dann durchaus auch mit Gagen“, sagt die 56-Jährige. Das Gute sei: Nachdem man die Landpartie im Vorjahr binnen sechs Wochen quasi aus der Hüfte gestemmt habe, habe man diesmal mehr Vorlauf für die Planung.

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