200 Jahre Stadtrechte Vereine und Organisationen drücken Feiern in Leer den Stempel auf
Ab dem 11. Juli feiert die Stadt Leer drei Wochen lang 200 Jahre Stadtrechte. Die Verwaltung kündigt zahlreiche Attraktionen und einen ganz besonderen Ehrengast an.
Leer - Als im Juni des vergangenen Jahres die Stadtverwaltung ihre Pläne für die Feier zu 200 Jahre Stadtrechte dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur vorstellte, gab es noch Befürchtungen, das Ganze könnte eine eher trockene Veranstaltung werden. Einen Bildband, eine Festschrift gemeinsam mit dem Heimatverein und eine Ausstellung bereite das Stadtarchiv vor, teilte die Verwaltung mit. Das sei doch etwas wenig, fand Christiane Kühmann (Grüne), außerdem sollte doch auch bitte die Bevölkerung beteiligt werden. Die Beiträge des Archivs sollten nur ein Aspekt der Feierlichkeiten sein, stellte damals Doris Ulfers-Brand von der Stadtverwaltung klar.
Was und warum
Darum geht es: Eine Woche lang soll der 200. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte in Leer gefeiert werden. Vereine sorgen für ein buntes Programm.
Vor allem interessant für: alle Leeraner, Geschichtsinteressierte, Besucher der Stadt, Mitglieder von Vereinen und Organisationen
Deshalb berichten wir: Wir wollten wissen, wie viele Vereine dem Aufruf der Stadtverwaltung gefolgt sind, sich an den Feierlichkeiten zum Stadtrechte-Jubiläum zu beteiligen. Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de
Mittlerweile deutet sich an: Es wird deutlich mehr geboten werden und zwar unter lebhafter Beteiligung der Bevölkerung. „Vereine und Organisationen haben uns bislang mehr als 50 Aktionen für das Stadtjubiläum genannt“, sagt Stadtsprecher Edgar Behrendt. Die Stadt hatte unter anderem auf Plakaten und im Internet um Vorschläge für Aktionen gebeten, bei denen gerne die Zahl 200 eine Rolle spielen dürfe.
Es wird drei Wochen lang gefeiert
Gefeiert wird drei Wochen lang: vom 11. Juli – das ist das Datum, an dem König Georg IV. aus England vor 200 Jahren Leer die Stadtrechte verlieh – bis zum 1. August, dem Datum, an dem im Jahr 1823 die Stadtverfassung in Kraft trat.
Die Palette der eingereichten Vorschläge ist bunt, wie der Stadtsprecher berichtet: „Dazu gehören kostümierte Führungen, Lesungen, Ausstellungen, Kinderfeste, Tage der offenen Tür und sonstige Veranstaltungen. Aktuell sind wir in Gesprächen mit den Vereinen – unter anderem, um die Termine abzustimmen.“ Edgar Behrendt nennt einige Beispiele: Der Verein Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland werde voraussichtlich geführte Fahrten mit der Museumseisenbahn durch das Hafengebiet anbieten. Freunde schöner Musik können sich auf den Dienstag, 25. Juli, freuen. Für den Tag ist ein Gezeitenkonzert im Hafen geplant.
Nicht nur bierernst
Am Samstag darauf, am 29. Juli, planen die Freunde der historischen Altstadt einen Vereinstag in der Altstadt. „Vereine und Organisationen können sich mit einem Stand darstellen und so über ihre Arbeit informieren“, so Behrendt. Nicht jede der vorgeschlagenen Aktionen ist bierernst: So will der Arbeitskreis Interkulturelle Verständigung der Stadt anlässlich des Festes der Kulturen im September eine Wette anbieten. „Wir wetten, dass wir zum Fest der Kulturen am 3. September 200 Menschen aus anderen Kulturen mit ihren jeweiligen Trachten vor die Bühne bekommen“, kündigt Koordinator Serhat Özdemir an. Leer sei eine Stadt mit Vertretern aus besonders vielen Nationalitäten. Das habe der Arbeitskreis mit der Zahl 200 in Verbindung bringen wollen. Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) als Wunsch-Wettgegner habe man die Idee schon mitgeteilt und sei gespannt auf seinen Wetteinsatz.
Auch das Bünting-Teemuseum hat sich der Zahl 200 angenommen. „Wir wollen 200 Tassen Tee in möglichst kurzer Zeit einschenken“, sagt Leiterin Celia Hübl: „Wir wollten etwas Witziges machen, das einen Bezug zum Jubiläum hat und außerdem auf das Museum aufmerksam macht.“ Die Tassen Tee sollen kostenlos ans Publikum gehen. Und wenn mehr als 200 Leute da stehen? „Dann schenken wir halt noch mehr Tassen aus“, lacht Hübl. Passieren soll das am 29. Juli – weil es dann eine Straßensperre geben wird und so eine größere Zuschauermenge kein Problem ist.
Namhafter Ehrengast
Zu einem großen Fest gehört im besten Falle auch ein namhafter Ehrengast. Den hat die Stadt zu bieten: Dass Ministerpräsident Stephan Weil die Schirmherrschaft für die Feiern übernimmt, war schon länger klar. Mittlerweile ist im Rathaus aber auch die Zusage eingetroffen, dass der Ministerpräsident zum offiziellen Festakt am 11. Juli kommen wird.
Was letztlich wann und wo stattfinden wird, werde die Stadt in einer Broschüre zusammenfassen, kündigt Behrendt an. Die solle Ende Mai veröffentlicht werden. Im Haushalt für das laufende Jahr stehen 60.000 Euro für die Feiern zu 200 Jahre Stadtrechte bereit.