Hannover Niedersachsen lehnt Stop-Sticks in allen Polizeifahrzeugen ab
Wieder haben Nagelgürtel geholfen, das Fluchtfahrzeug von Geldautomaten-Sprengern zu stoppen. Niedersachsen aber lehnt es ab, alle Polizeifahrzeuge mit diesen Stop-Sticks auszustatten.
Das Land Niedersachsen lehnt die Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ab, im Kampf gegen Geldautomaten-Sprenger alle Polizeifahrzeuge mit modernen Nagelgürteln auszustatten, um die Fluchtfahrzeuge auszubremsen. „Stop-Sticks sind ein wichtiges Instrument, allerdings auch kein Allheilmittel“, erklärte Innenministerin Daniela Behrens gegenüber unserer Redaktion. Sie stünden den Dienststellen im Land flächendeckend zur Verfügung, erklärte die SPD-Politikerin und fügte hinzu: „Stop-Sticks sind, wenn sie sich nicht ohnehin schon im Fahrzeug befinden, also sehr schnell verfügbar.“
Die GdP Niedersachsen hatte öffentlich beklagt, dass Stop-Sticks bislang nicht zur Standardausrüstung aller Polizeifahrzeuge gehörten, und darauf verwiesen, dass – wie bereits bei einem anderen Fall im Januar im Emsland – Automatensprenger auch jüngst in Melle nur durch dieses Einsatzmittel auf ihrer Flucht gestoppt werden konnten.
Laut Ministerin Behrens setzt die Polizei in Niedersachsen bereits seit dem Jahr 2002 Stop-Sticks ein, die vor flüchtende Fahrzeuge geworfen werden können. Die Einsatztechniken würden „immer neu ausgeschärft“.
Gleichzeitig müsse es aber darum gehen, die Wurzel des Problems zu bekämpfen. „Die Geldautomatensprengungen dürfen sich für die Täter schlicht nicht mehr lohnen. Dafür müssen die Sicherheitsstandards zügig, konsequent und flächendeckend durch die Banken erhöht werden“, erneuerte die Ministerin ihre Aufforderung an die Geldinstitute, vorbeugend tätig zu werden.