9. Ostfriesische Turnshow in Aurich Mr. Turnshow Tom Bohmfalk sagt tschüss
Nach der 9. Ostfriesischen Turnshow am Samstag ist für den Miterfinder der Veranstaltung Schluss: Tom Bohmfalk erklärt seine Gründe und welche Sorgen er vor der ausverkauften Veranstaltung hatte.
Leer/Aurich - Auch vor der 9. und seiner letzten Ostfriesischen Turnshow schreckt Tom Bohmfalk manchmal um fünf Uhr morgens hoch, weil noch ein Detail für die Großturnveranstaltung organisiert werden muss. Am Samstag um 15 Uhr ist es in der ausverkauften Auricher Sparkasse-Arena wieder so weit: Insgesamt 24 verschiedene Gruppen werden die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Die Showturnveranstaltung hat sich alle zwei Jahre zu einem ganz festen Höhepunkt im ostfriesischen Sportkalender entwickelt. Vor allem auch dank Tom Bohmfalk.
„Er ist der Motor der Turnshow. Alle Fäden laufen bei ihm in der Hand zusammen. Er hat die besondere Fähigkeit, die Vereine und viele Ehrenamtliche für die großartige Sache zu motivieren“, lobt Günter Tjards, Geschäftsführer des Ostfriesischen Turn- und Sportfördervereins, das außergewöhnliche Engagement des 65-jährigen ehemaligen Bingumer Lehrers.
Große Fragen nach der Pandemie
Nach der neunten Turnshow ist für ihn allerdings Schluss. Zunächst wollten einige Mitstreiter die Ankündigung des Leeraners nicht so richtig wahrhaben, ist für viele eine Turnshow ohne den Organisator Tom Bohmfalk nicht vorstellbar. Doch in diesem Jahr meint er es ernst. „Die Turnshow ist schon wie ein Kind für mich. Sie hat in den letzten Jahren Laufen gelernt. Und ich habe auch gelernt, loslassen zu können. Und man soll es ja bekanntlich machen, wenn es am schönsten ist“, meinte Bohmfalk.
Die Turnshow sei ein Entwicklungsprozess gewesen. Vor der jetzigen habe er die große Sorge gehabt, noch ein Programm zusammenstellen zu können. Gibt es nach der Pandemie noch genügend Gruppen, die mitmachen wollen? Wie reagieren die Zuschauer? Einige Gruppen hatten nach der Pandemie mit Personalproblemen zu kämpfen. Doch alle diese Sorgen waren unbegründet. Die Veranstaltung ist wieder voll besetzt, nach zwei Wochen war die Turnshow in Rekordzeit ausverkauft.
Hula-Hoop erstmals im Programm
„Die Turnshow ist immer auch ein Schaufenster für die Vereine. Dabei wird immer die ganze Bandbreite dargestellt. Mich freut es besonders, dass sich vielleicht auch durch die Turnshow das Angebot in Ostfriesland erweitert hat“, so Bohmfalk. Beispielsweise habe zunächst eine Gruppe aus Lüneburg erstmals Rope Skipping (Seilspringen) präsentiert, mittlerweile zählt die Gruppe des TV Leer zu den besten in ganz Deutschland.
So freut sich Bohmfalk zum Beispiel auch ganz besonders bei der diesjährigen Turnshow erstmals über den Programmpunkt Hula-Hoop der TG Wiesmoor. „Ich bin mir sicher, dass noch weitere Sportvereine in den nächsten Jahren Hula Hoop in ihr Programm mit aufnehmen werden.“
Erste Turnshow noch in Emden
Der Anlass für die erste Veranstaltung war ein sehr trauriger. Nach dem verheerenden Tsunami 2004 im Indischen Ozean hatte Bohmfalk zusammen mit Helmut Collmann die Idee, eine Benefizveranstaltung für die Opfer zu organisieren. Nach dem Auftakt in Emden entwickelte sich daraus alle zwei Jahre das Erfolgsmodell Ostfriesische Turnshow, die ab 2009 aufgrund der besseren Rahmenbedingungen in der Auricher Sparkassen-Arena eine Heimat gefunden hat. Dabei kommt der komplette Erlös den ostfriesischen Turnvereinen zugute. „Jede Karte und sämtliche Einnahmen sind Spenden für die Vereine in Ostfriesland“, freut sich Bohmfalk.
Und welche Erinnerungen sind nach neun Jahren Turnshow die schönsten? „Mir ging es ja in erster Linie darum, dass sich vor allem Kinder gerne bewegen. Das ist glaube ich gelungen. Zudem habe ich viele Jahre mit tollen Menschen wie Helmut Collmann, Rico Mecklenburg und vielen anderen Ehrenamtlichen zusammenarbeiten dürfen.“ Wer die Position des „Motors der Turnshow“ einnehmen wird, ist momentan noch offen.
Nachfolge noch offen
„Nach der Turnshow ist vor der Turnshow. Wir werden wie immer die Veranstaltung in Ruhe aufarbeiten und dann sehen, wie alles organisiert wird“, ist Günter Tjards bester Dinge, dass die Turnshow erfolgreich weitergeführt werden wird. Noch sind aber Bohmfalk und die weiteren 50 ehrenamtlichen Helfer dabei, die 9. Turnshow vorzubereiten. Und auch wenn er normalerweise selber nicht im Rampenlicht steht, der Applaus zum Abschied wird Tom Bohmfalk am Sonnabend gewiss sein.